Pflanzliche Wachmacher

Guarana und Mate – Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen

Beide stammen aus Südamerika, beide enthalten mehr Koffein als Kaffee, dazu noch viele gesunde Pflanzenstoffe. Doch Guarana und Mate haben nicht nur positive Wirkungen für die Gesundheit und können schlank machen. Wie sieht es mit riskanten Nebenwirkungen aus, etwa Sucht oder Krebs?

Mate
Mate und Guarana enthalten Substanzen, die munter machen, vor allem Koffein. Mate wird traditionell aus einer Kalebasse getrunken, also einem ausgehöhlten Flaschenkürbis.
iStock

Mehr Energie haben und das am besten ganz natürlich – nicht nur Hobbysportler setzen dazu schon lange auf Gurana und Mate. Ursache für diese Wirkung ist vor allem Koffein, das beide Urwaldpflanzen enthalten. Doch worum handelt es sich eigentlich dabei? Die meisten kennen Guarana nur als Fitness-Pulver und Mate nur als Tee.

Guarana – Wirkung und Steckbrief

Im Dschungel des Amazonas-Gebiets wächst die Liana Guarna (botanisch Paullinia cupana). Sie trägt kleine, rote Früchte, die braune Samen (Nüsse) enthalten. Ursprünglich zermahlten die südamerikanischen Indianer die Guarana-Nüsse zu einem Pulver und verrührten es mit Wasser und Honig. Guarana enthält folgende natürliche Substanzen:

    • zum Kaffee-Special

      Kaffee wurden lange eine Reihe negativer Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben. Doch das schwarz-braune Gebräu ist besser als sein Ruf. News und Fakten im Lifeline-Special

    Koffein: ein Pflanzenalkaloid. Guarana-Nüsse liefert jedoch dreimal so viel Koffein wie die Kaffeebohne. Koffein regt das gesamte Nervensystem an, steigern den Puls und den Blutdruck, wirkt positiv auf die Stimmung.

  • Gerbstoffe: Sie bewirken, dass die große Menge Koffein nicht so rasch im Körper anflutet.

  • Theophyllin: Ein Pflanzenstoff, der den Blutdruck anhebt und die Durchblutung fördert.

  • Theobromin: Ein Alkoloid, das dem von Koffein ähnelt und die gleiche Wirkung hat.

  • Catechin: Diese Pflanzenstoffe wirken gegen Viren, Pilze und Bakterien. Außerdem sollen sie dabei helfen, Krebs vorzubeugen.

  • Cholin: Ein Nährstoff, der die Leistung von Gehirn, Nerven und Muskeln steigern soll.

Die Wirkung von Guarana ist also belebend und dabei sogar mehr als Koffein. Zusätzlich steigert Guarana die Leistung, und zwar sowohl körperlich als auch geistig. Bei folgenden Beschwerden und Krankheiten soll das leicht erdig schmeckende Guarana-Pulver nützlich sein:

Mate – Wirkung und Steckbrief

Mate-Tee gilt als Nationalgetränk in vielen Staaten Südamerikas. Der Mate-Strauch (Yerba) ist verwandt mit der Stechpalme. Seine getrockneten Blätter gibt es ursprünglich als zwei Sorten Tee:

  • Grüner Mate-Tee
  • Gerösteter Mate-Tee (Real Mate)

Bei den Inhaltsstoffen gibt es einige Überschneidungen mit Guarana, so enthält auch Mate Theobromin und Theophyllin. Zusätzlich liefert Mate ein spezielles Teein, das Matein genannt wird und wie Koffein wirkt, allerdings etwas langsamer und milder. Eine Tasse Mate-Tee enthält vergleichbar so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee. Weitere Inhaltsstoffe von Mate:

  • Gerbsäuren
  • ätherische Öle
  • Vanillin – sorgt für den typischen und angenehmen Geschmack von Mate
  • Mineralstoffe und die Vitamine A, B1, B2 und C

Mate-Tee wird traditionell aus einer Kalebasse, also einem ausgehöhlten Flaschenkürbis getrunken. Die Zubereitung des Mate-Tees war ursprünglich eine Zeremonie. Dabei gibt es feste Regeln, wie der Tee zuerst vorquellen muss, dann abgegossen, nochmals aufgegossen und langsam verdünnt wird.

Mate wirkt leicht belebend, auch auf die Psyche. Die weiteren Wirkungen von Mate:

  • stillt Heißhungerattacken
  • hilft beim Abnehmen – Mate gilt als gesunder, natürlicher Schlankmacher
  • harntreibend, regt die Nierentätigkeit an
  • aktiviert den Darm, hilft bei Verstopfung

Zusätzlich lässt sich Mate-Aufguss auch äußerlich anwenden. Die Gerbstoffe tun bei Ekzemen gut.

Guarana und Mate – die richtige Dosierung

Guarana gibt es als Tee, Pulver, Kapseln, Kaugummi und als Zusatz in Energy-Drinks, daneben auch in geringer Menge in verschiedenen Süßigkeiten. Ein Teelöffel Guarana-Pulver in Wasser verrührt liefert 150 Milligramm Koffein wie eine Tasse starker Kaffee. Weil das Koffein aus Guarana langsamer anflutet und sich langsamer abbaut, kann die Wirkung bis zu sechs Stunden anhalten. Sinnvollerweise werden Guarana-Kapseln, -Tee oder -Pulver morgens eingenommen. In der Partyszene ist es jedoch beliebt, Guarana abends zu benutzen, um möglichst lange wach zu sein und stundenlang tanzen zu können.

Mate dagegen wird vor allem in seiner ursprünglichen Form, also als Tee konsumiert. Die Zubereitung von frischem Mate-Tee: Einen Teelöffel Mate-Tee in ein Gefäß geben und mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abgießen. Daneben gibt es aber auch fertige Erfrischungsgetränke mit Mate, sogar Mate-Bier. Zwar putscht Mate nicht so stark auf wie Guarana. Trotzdem trinken Sie Mate abends besser nicht, wenn Sie danach bald schlafen gehen möchten.

Nebenwirkung von Guarana und Mate: Sucht und Krebs?

Guarana und Mate haben nachgewiesene Wirkungen und entsprechend auch Nebenwirkungen. Vor allem bei Überdosierung und täglicher Anwendung kann vor allem Guarana mit seinem hohen Koffeingehalt zu folgenden Problemen führen:

Und wer sich abends mit viel Guarana dopt, um durchfeiern zu können, riskiert sogar einen Kreislaufzusammenbruch.

Zusätzlich kann sich bei regelmäßigem, hohen Guarana-Konsum eine Koffeinsucht entwickeln, wie das auch von starken Kaffee-Trinkern bekannt ist. Ohne die tägliche Dosis, die sich im Rahmen einer Sucht noch steigert, sinkt die Stimmung, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme stellen sich ein. Um davon loszukommen hilft nur eines: Langsam die Guarana-Dosis senken und nur noch morgens und höchstens mittags den Muntermacher in vernünftigen Mengen konsumieren.

Beachten Sie bitte auch, dass Guarana in folgenden Situationen nicht genutzt werden darf:

Auch bei hohem Mate-Konsum kann es zu Nebenwirkungen kommen, die denen von Guarana entsprechen. Daneben hat sich Matekonzentrat in einer Studie als wirksam gegen Krebs erwiesen. Allerdings handelte es sich dabei um eine reine Laborstudie. Das heißt, Krebszellen wurden mit Mate in ein Gefäß gegeben. Eine andere Studie zeigt jedoch eine ganz gegensätzliche Wirkung von Mate. Demnach könnten Mate-Vieltrinker ein höheres Risiko für Krebs der Speiseröhre, Lunge und Blase haben. Ursache sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die sich bei der Röstung bilden.

Fazit: Guarana und Mate sind natürliche Wachmacher. Manche bezeichnen sie als Bio-Doping, allerdings sind sie das kaum, wenn sie in normaler Dosierung benutzt werden. In vernünftigen Mengen entfalten sie auch nur ihre angenehmen Wirkungen – regen an, aber nicht auf. Hohe Dosierungen sind jedoch nicht ungefährlich, können zu Abhängigkeit führen, machen nervös, rauben den Schlaf und überfordern das Herz.

So gesund ist Kaffee

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. August 2015

Meistgeklickt zum Thema
Salbei bei Erkältung und Frauenleiden
Hausmittel mit der Heilpflanze

Die wertvollen Wirkstoffe im Salbei helfen gegen Husten, Zahnfleischbluten, Verdauungsprobleme, Schweißausbrüche in den Wechseljahren und vieles mehr mehr...

Baldrian: So wirkt die Heilpflanze gegen Schlafstörungen
Einschlafhilfe aus der Natur

Heilpflanze gegen Reizbarkeit, nervöse Unruhe und Einschlafstörungen: Damit Baldrian wirkt, muss er jedoch richtig dosiert werden mehr...

13 bewährte Heilpflanzen: Die helfen natürlich!
Heilpflanzen

Für beinahe jedes Gesundheitsproblem sind die passenden Kräuter gewachsen. Die wichtigsten Helfer gegen häufige Beschwerden stellen wir Ihnen hier vor mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang