Zahngesundheit und -pflege

Bleaching: Wie funktioniert das Bleichen der Zähne?

Bleaching ist eine Methode, die zur chemischen Aufhellung bei verfärbten Zähnen eingesetzt wird. Es gibt verschiedene Verfahren.

Bleaching
Strahlend weiße Zähne hat man nicht sein Leben lang. Mit dem Alter verändert sich die Farbe der Oberfläche. Mit verschiedenen Verfahren können die Zähne gebleicht werden.
Getty Images/Hemera

Als Bleaching wird die chemische Zahnaufhellung beziehungsweise das Bleichen der Zähne bezeichnet, die bei Verfärbungen angewendet werden kann.

Zahnverfärbungen können aufgrund von Pigmenten in Nahrungs- und Genussmitteln wie Rotwein, Tabak oder Tee entstehen. Zähne können sich aber auch von innen heraus verfärben. Dies kann aufgrund von Zahnverletzungen, Medikamenteneinnahme (zum Beispiel bestimmte Antibiotika) oder mit zunehmendem Alter geschehen. Die Zähne werden dunkler und mitunter auch fleckig und nehmen eine gelblich-braune Farbe an. Auch nach Zahnwurzelbehandlungen kommt es häufiger vor, dass sich Zähne verfärben und zum Beispiel gräulich wirken.

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Wie wirkt Bleaching?

Beim Bleichen werden die Zähne mit speziellen Substanzen, in der Regel mit Wasserstoffperoxid (H2O2) oder Carbamidperoxid, behandelt. Diese Mittel werden auf unterschiedliche Weise, beispielsweise als Gele zum Aufpinseln, mittels Klebestreifen oder wirkstoffgefüllten Schienen, auf die Zähne aufgebracht und setzen im Mund aktiven Sauerstoff frei. Dieser dringt in den Zahnschmelz ein und kann Farbstoffe im Zahn, die für die Gelbfärbung verantwortlich sind, aufspalten und dadurch in farblose Moleküle umwandeln. Die mineralischen Bestandteile in den Zähnen werden bei sachgemäßem Gebrauch in der Regel nicht angegriffen.

Verschiedene Verfahren zum Bleichen der Zähne

Generell kann Bleaching als Behandlung in der Zahnarztpraxis durch den Zahnarzt (In-Office-Bleaching) oder zu Hause durch den Betroffenen selbst (Homebleaching) erfolgen. Beim Bleichen in der Zahnarztpraxis werden zwar dieselben Aufheller eingesetzt, der Zahnarzt darf sie aber in höheren Konzentrationen verwenden. Dementsprechend fallen die Ergebnisse oft besser aus, allerdings ist die Behandlung durch den Zahnarzt auch teurer.

Eine spezielle Form stellt das sogenannte Walking Bleaching dar, das bei Verfärbungen infolge einer Zahnwurzelbehandlung eingesetzt wird, wobei der Zahnarzt den Zahn aufbohrt und die Zahnaufheller ins Innere des "abgetöteten" Zahns einbringt.

Erfolgsraten und Sicherheit beim Bleaching

Vor allem anfangs kann mit den verschiedenen Verfahren die Zahnfarbe mindestens ein bis zwei Stufen aufgehellt werden. Voraussetzung dafür ist natürlich eine fachgerechte Anwendung.  In der Regel hält die Bleichwirkung etwa ein bis drei Jahre an – je nach Beanspruchung der Zähne. Wer viel raucht, Rotwein oder Tee trinkt, muss schon eher damit rechnen, dass sich die Zähne erneut verfärben.

Bei Anwendung nach Vorschrift ist das Bleichen der Zähne ein risikoarmes Verfahren, bei dem nach derzeitigen Erkenntnissen die Zahnhartsubstanz nicht geschädigt wird. Studien zur Langzeitwirkung liegen jedoch noch nicht vor.

Was kostet Bleaching?

Das Aufhellen der Zähne ist eine Heilbehandlung sondern eine rein ästhetische Angelegenheit. Die Kosten für diese Zahnkosmetik werden daher weder von den gesetzlichen noch von den privaten Krankenkassen übernommen. Für eine Behandlung der sichtbaren Zahnflächen von Ober- und Unterkiefer beim Zahnarzt sind – je nach Aufwand und Angebot – zwischen 300 und 600 Euro einzuplanen.

Bleaching hilft nur bei äußerlichen Verfärbungen

Zu den Einsatzgebieten (Indikationen) des Bleachings gehören vor allem Verfärbungen der Zähne, die durch äußere Einwirkungen wie etwa Nahrungs- und Genussmittel entstehen. Durch ein spezielles Bleaching-Verfahren (Walking Bleaching = Bleaching von innen) kann darüber hinaus bei toten bzw. wurzelbehandelten Zähnen eine Aufhellung erreicht werden.

Sind innere Erkrankungen, wie Blut- oder Lebererkrankungen, die Ursache von Zahnverfärbungen, sind die Bleachingverfahren nicht wirksam.

Auch Zähne, die bereits eine künstliche (zahnfarbene) Füllung, Kronen, Veneers oder Brücken haben, ändern ihre Farbe im Gegensatz zu natürlichen Zähnen beim Bleaching nicht. Dadurch kann es durch eine nicht professionell durchgeführte Bleaching-Behandlung auch zu einem ungleichmäßigen Erscheinungsbild der Zähne kommen.

So läuft das Bleichen der Zähne ab

Auch wenn das Bleaching zu Hause erfolgt, sollten Zähne und Zahnfleisch vor der Behandlung durch einen Zahnarzt kontrolliert werden. So kann er feststellen, ob eine Behandlung ohne Bedenken stattfinden kann.

Zudem empfiehlt es sich, dass der Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung durchführt, bevor ein Zahnbleaching erfolgt. Er entfernt dabei Zahnstein und Zahnbelege. Auch dadurch werden die Zähne in vielen Fällen schon viel heller. Außerdem ermöglicht die gründliche Reinigung, dass die Bleichmittel besser wirken können, da äußere Zahnbeläge und Anlagerungen schon beseitigt sind.

Homebleaching

Bei dieser Methode erhält der Patient eine durch den Arzt individuell angepasste, laborgefertigte Kunststoffschiene (Keine vorgefertigten Schienen verwenden!) zum Aufziehen auf den jeweils aufzuhellenden Bereich am Ober- und  Unterkiefer. Zu Hause wird das Bleichgel in diese Schienen gefüllt. Der Patient trägt die Schiene jeweils zu bestimmten Tageszeiten. Der Bleichvorgang kann mehrere Tage bis Wochen dauern, wobei vier bis sechs Wochen Behandlungszeit nicht überschritten werden sollten. In der Regel finden wöchentliche Kontrollen beim Zahnarzt statt.

Als Alternative zu diesem Verfahren können freiverkäufliche Systeme mit Gelen, Lacken oder Klebestreifen (whitening strips) aus Apotheken oder Drogerien angewendet werden. Die Kosten sind geringer als bei einer professionellen behandlung. Bis zur Neufassung der EU-Kosmetik-Verordnung durften Bleichgele, -lacke oder -streifen mit einem Wasserstoffperoxid-Gehalt von bis zu sechs Prozent auch in Drogerien und Apotheken verkauft werden. Heute haben die freiverkäuflichen Aufhellungsmittel maximal einen Gehalt von 0,1 Prozent. Die Wirksamkeit und damit der sichtbare Erfolg ist dadurch entsprechend niedriger.

In-Office-Bleaching

Das In-Office-Bleaching findet in der Zahnarztpraxis durch den Zahnarzt statt. Der Zahnarzt trägt die konzentrierten Aufheller direkt auf die Zähne auf, nachdem er den Zahnfleischrand mit einem speziellen Gummiband sorgfältig abgedeckt hat. Während des Bleichvorgangs bleibt der Patient unter zahnärztlicher Beobachtung. Im Anschluss findet zum Schutz der Zähne eine Fluorbehandlung statt.

Walking Bleaching

Wurzelbehandelte Zähne verfärben sich nicht selten mit der Zeit grau. Da diese Verfärbungen im Inneren des Zahnes entstehen, muss der Zahnarzt in diesen Fällen den Zahn beziehungsweise die Füllung zunächst aufbohren. Dann legt er einen mit dem Aufhellungsmittel getränkten Wattebausch ein, der für einige Tage verbleibt, und verschließt den Zahn provisorisch. Diese Verfahren nennt sich Walking Bleaching. Für ein befriedigendes Ergebnis muss die Behandlung zumeist mehrmals wiederholt werden.

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Wie wirkt aufhellende Zahnpasta?

Äußere Verfärbungen der Zähne entstehen hauptsächlich durch den Genuss von stark färbenden Lebens- und Genussmitteln, etwa Rotwein, Tee, Kaffee und Tabak. Diese lassen sich in der Regel gut mit speziellen Zahnpasten entfernen. Diese sogenannten Whitening Zahnpasten enthalten feine Schleifstoffe, sogenannte Abrasivstoffe. Beim normalen Zähneputzen mit der Zahnbürste tragen sie die Verfärbungen auf der Oberfläche der Zähne ab und der Zahn erhält wieder seine ursprüngliche Farbe. Wie stark abrasiv eine Zahnpasta wirkt, können Sie an dem RDA-Wert auf der Verpackung erkennen. Ein RDA-Wert zwischen 50 und 80 steht für eine leichte bis mittlere Abrasivität, Werte um 100 für  einen starken Abrieb.

Grundsätzlich gilt: Zahnpasten mit Schleifpartikeln greifen den Zahnschmelz an. Achten Sie deshalb darauf, diese speziellen Produkte nur über einen kurzen Zeitraum zu verwenden. Zahnärzte empfehlen zudem, nur Zahnpasten mit einem RDA-Wert von unter 100 zu benutzen, um einem zu starken Abrieb vorzubeugen. Wer unter schmerzempfindlichen Zähnen oder einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis) leidet, sollten auf eine Zahnpasta ohne Schleifstoffe oder auf ein Produkt mit geringem RDA-Wert unter 80 zurückgreifen. Zahnpasten für weiße Zähne sind sowohl im Supermarkt als auch in Drogerien und Apotheken erhältlich.

Zitronensaft oder Backpulver zum Bleichen der Zähne?

Von Bleichmitteln zum Aufhellen der Zähne wie Backpulver oder Zitronensaft, die ebenfalls mit der Zahnbürste aufgetragen werden, raten Zahnmediziner dringend ab. Zwar können beide Weißmacher die Zahnoberflächen bei regelmäßigen Gebrauch tatsächlich merklich heller machen, jedoch können die Folgen verheerend und irreversibel sein. Die Säure im Zitronensaft greift die Zahnsubstanz an, macht sie porös und führt zur Demineralisierung des Zahnschmelzes. Die aufhellende Wirkung des Backpulvers besteht vor allem in seiner starken Schleifwirkung. Das greift ebenfalls die Zahnsubstanz an. Durch die raue Oberfläche können sich die Zähne viel schneller verfärben und zu Zahnschäden führen, die zahnärztlich behandelt werden müssen. Beide Mittel stellen somit keine Alternative zur professionellen Behandlung beim Zahnarzt dar.

Zumindest zu einem Teil lassen sich Zähne zu Hause durch gründliches und regelmäßiges Putzen mit der Zahnbürste aufhellen. Im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung werden zudem in der Zahnarztpraxis hartnäckigere Beläge, zum Beispiel infolge von regelmäßigem Tee- und Kaffeegenuss, beseitigt.

Nebenwirkungen und Folgeschäden beim Zähnebleichen

Bei fachgerechter Durchführung strikter Einhaltung der Anwendungshinweise beim Home-Bleaching ist das Bleichen der Zähne ein risiko- und nebenwirkungsarmes Verfahren.

Jedoch kann es zu Irritationen des Zahnfleischs und der Zähne kommen. Zähne können vorübergehend überempfindlich auf äußere Einflüsse wie bestimmte Nahrungsmittel und Getränke, Hitze oder Kälte reagieren. Diese Nebenwirkungen verschwinden aber in der Regel nach kurzer Zeit wieder.

Generell dürfen beim Homebleaching lediglich Mittel in einer Konzentration von bis zu sechs Prozent angewendet werden, da Nebenwirkungen ansonsten nicht auszuschließen sind. Hochkonzentrierte Zahnaufheller können bei unsachgemäßer Anwendung auch schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Daher ist ihre Anwendung beim Patienten ausschließlich Zahnärzten vorbehalten.

Wenn Karies, empfindliche Zähne, Zahnfleischerkrankungen oder -entzündungen (Parodontitis) vorliegen, besteht die Gefahr, dass durch das Bleaching weitere Schäden entstehen. Daher sollte vor jeder Behandlung eine Kontrolle beim Zahnarzt durchgeführt werden, der diese Risiken ausschließen oder behandeln kann.

Mehrmals im Jahr und zu intensiv sollten Zähne nicht gebleicht werden, da es ansonsten zu einer übermäßigen Abnutzung des  Zahnschmelzes kommt, wodurch langfristig Zahnschäden, aber auch irreversible farbliche Veränderungen möglich sind.

Wer Füllungen, Brücken, Veneers und Kronen im Mund hat, muss beachten, dass die Weißmacher nur die natürliche Zahnfärbung aufhellen. Das Bleichen kann in diesen Fällen zu einem uneinheitlichen Ergebnis führen und mitunter aufwendige und teure zahnärztliche Folgebehandlungen nach sich ziehen.

Wichtig zu wissen: Nach dem Zähnebleichen sollte man auf den Verzehr färbender Lebensmittel wie etwa Tomaten verzichten. Auch Rotwein, Kaffee und Rauchen kann die aufgehellten Zähne wieder verfärben.

Wer auf Bleaching verzichten muss

In Frage kommt ein Bleaching nur, wenn Zähne und Zahnfleisch gesund sind. Deshalb verbietet sich in manchen Fällen die Anwendung von Bleaching aus zahnmedizinischer Sicht, so bei Zahnfleischerkrankungen und Karies.

Bei Karies dürfen die Zähne nicht gebleicht werden,  weil das Bleichmittel sonst ins Zahninnere dringt und zu Reizungen und Schädigungen des Zahnnervs führen kann. Vorhandene Karies muss vor Beginn der Aufhellung beseitigt und durch eine entsprechende Füllung versorgt werden.

Ist eine kieferorthopädische Behandlung geplant, sollte vor dem Bleichen der Zähne der Arzt um Rat gefragt werden.  Die Rückstände der Bleichmittel auf der Zahnoberfläche könnten unter Umständen das Aufkleben von Brackets behindern.

Bei Kindern unter 16 Jahren sollte Bleaching ebenso nicht zum Einsatz kommen, weil in einem jüngeren Alter der Zahnschmelz noch nicht richtig ausgehärtet ist und daher durch den Bleichvorgang eine Schädigungen der Zahnoberflächen nicht auszuschließen sind.

Zähne putzen - aber richtig!

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. August 2016
Durch: es
Quellen: Stifung Warentest: Weiße Zähne - Was Zähne wirklich aufhellt, test 01/2013, URL: https://www.test.de/Weisse-Zaehne-Was-Zaehne-wirklich-aufhellt-4483185-0/ (abgerufen Juli 2016) Oesterreich, D.,: Zahnaufhellung (Bleaching) - Häufig gestellte Fragen und Antworten. Webseite der Bundesärztekammer. Stand: Juli 2014, URL: https://www.bzaek.de/fuer-patienten/patienteninformationen/prophylaxe-zahnerhaltung.html (abgerufen Juli 2016)

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