Entspannung aus Indien

Yoga

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Der Lotus-Sitz ist eine der klassischen Sitzhaltungen des Yoga.
Getty Images/Pixland

Yoga ist eine alte indische Lehre – mit körperbezogenen und meditativen Übungen sollen Körper und Geist in Einklang gebracht werden.

Definition

Yoga ist eine jahrtausendealte philosophische Lehre, die ihren Ursprung in Indien hat. Die Wurzeln des Yoga liegen im Hinduismus und Buddhismus, daher stand die spirituelle Erleuchtung immer im Zentrum der traditionellen Lehre. Mit speziellen körperlichen, mentalen und spirituellen Übungen sollen Körper, Geist und Seele in Einklang gebracht werden. Wegen der zahlreichen positiven Effekte auf das körperliche und psychische Wohlbefinden hat sich Yoga in der westlichen Welt zu einem Trend entwickelt. In jeder größeren Stadt gibt es heute Yoga-Schulen, in denen moderne Abwandlungen des Yoga unterrichtet werden.

Es werden vier klassische Yoga-Wege unterschieden:

  • „Yoga der Erkenntnis“ (Jnana Yoga)
  • „Yoga der Tat“ (Karma-Yoga)
  • „Yoga der Hingabe an Gott“ (Bhakti Yoga)
  • „Yoga der Geisteskontrolle“ (Raja Yoga oder Ashtanga Yoga) besteht aus einem achtstufigen System, das philosophische, meditative und praktischen Übungen umfasst. und auch als „Yogapfad“ bezeichnet wird.

Die acht Stufen des Yoga

Der Raja Yoga gilt als „Königsweg“ des Yoga und besteht aus acht aufeinander aufbauenden Stufen, die die unterschiedlichen Methoden und Regeln des Yoga systematisieren.

  1. Yama (allgemeine Regeln zu Moral und Ethik, z. B. Gewaltlosigkeit, Freundlichkeit, Wahrhaftigkeit)
  2. Niyama (allgemeine Regeln zur Selbstdisziplin, z. B. äußere und innere Reinheit, Genügsamkeit, körperliche Übungen, Achtsamkeit, Selbstreflexion, Gottvertrauen)
  3. Asanas (Körperübungen, z. B. Lotos-Sitz, aber auch “Baumhaltung“, „Rad“, und „Kobra“, die Körper und Geist zusammenführen sollen)
  4. Pranayama (Atemübungen zur Regulierung und Vertiefung der Atmung, um Körper und Geist zusammenzuführen)
  5. Pratyahara (Zurückziehen der Sinne)
  6. Dharana (Konzentration)
  7. Dhyana (Meditation)
  8. Samadhi (Erleuchtung, Einheit)

Yoga und Gesundheit

Yoga ist eine multidimensionale Lebenshaltung, die verschiedene Dimensionen umfasst und auch Empfehlungen zur Lebensweise gibt. Auch wenn Yoga keine medizinische Behandlungsform im eigentlichen Sinne ist, werden den körperlichen und mentalen Übungen doch zahlreiche positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben. So ist allgemein anerkannt, dass Yoga zur allgemeinen Gesunderhaltung und zur Vorbeugung der typischen „Zivilisationskrankheiten“ beitragen kann. Auch bei verschiedenen Erkrankungen wie z. B. Rückenschmerzen , Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma  und Angststörungen können sich entsprechende Yoga-Übungen günstig auswirken. Auch in der Schmerztherapie und Palliativmedizin gewinnt Yoga an Bedeutung. Die Übungen müssen allerdings grundsätzlich auf die individuellen Möglichkeiten und Gegebenheiten des einzelnen Yoga-Praktizierenden ausgerichtet werden. Es ist auch für Patienten mit körperlichen Einschränkungen geeignet, wenn diese bei der Auswahl der Übungen entsprechend berücksichtigt werden.

Yoga - was zahlt die Krankenkasse?

Yoga gehört zu den anerkannten Präventivmaßnahmen, also Vorbeugemaßnahmen für organische und psychische Krankheiten. Deshalb übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in den meisten Fällen einen Teil der Kosten für einen Yoga-Kurs, wenn er als Präventionsmaßnahme verordnet wird. Die Höhe der Kostenübernahme variiert von Kasse zu Kasse. Allerdings zahlt die Kasse nur, wenn bestimmte Qualitätskriterien erfüllt werden (§ 20 Abs. 1 SGB V). So muss der Kurs von speziell geschulten Therapeuten oder Lehrern durchgeführt werden und entsprechend zertifiziert sein. Der Teilnehmer muss zudem aktiv mitwirken und an mindestens 80 Prozent der Unterrichtsstunden teilnehmen, um einen Zuschuss zu erhalten.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 22. Februar 2012
Quellen: •Cohen, L. et al.: Effect of yoga on QOL, cortisol rhythym, and HRV for women with breast cancer undergoing radiotherapy. In: Journal of Clinical Oncology 29(suppl), (2011), abstr 9009 (URL: http://abstract.asco.org/AbstView_102_83611.html) •Kraft, B. & Gerhard, C.: Achtsamer Zugang auf verschiedensten Ebenen. Yoga in der Schmerz- und Symptombehandlung. In: Angewandte Schmerztherapie und Palliativmedizin 1, (2011), S. 29-32 •Lipton, L.: Using yoga to treat disease: An evidence-based review. In: Journal of the American Academy of Physician Assistants 21(2), (2008), S. 34-42 •Informationen der Harvard Medical School (Stand: April 2008), URL: http://www.intelihealth.com/IH/ihtIH/WSIHW000/8513/34968/358876.html?d=dmtContent

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