Akupressur
Überblick
Die Akupressur hat sich als eine spezielle Unterform aus der Akupunktur entwickelt und stellt wie diese eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dar. Während die klassische Akupunktur Nadeln verwendet, werden bei der Akupressur die Akupunkturpunkte durch eine spezielle Fingerdruckmassage stimuliert. Dabei können verschiedene Massagetechniken wie etwa Streichen, Reiben, Kneten zum Einsatz kommen. Eine spezielle japanische Weiterentwicklung der Akupressur stellt Shiatsu dar.
Das Konzept der Akupressur
Die Traditionelle Chinesische Medizin basiert auf der Vorstellung von einer den Körper in vorgegebenen Bahnen, sogenannten Meridianen, durchfließenden Energie „Qi“. Den einzelnen Energiebahnen bzw. Meridianen werden jeweils bestimmte Organe oder Organsysteme zugeordnet. Krankheiten entstehen nach der Vorstellung in der TCM dann, wenn der freie Energiefluss blockiert wird oder im Ungleichgewicht ist. Negative Einflüsse wie z.B. Stress, Druck, mangelnde Bewegung, unausgewogene oder klimatische Einflüsse (Hitze, Kälte) können hier eine entscheidende Rolle spielen. Durch die Stimulation bestimmter, auf den Meridianen liegender Akupunkturpunkte – zum Beispiel mittels Akupressur - soll der Energiefluss normalisiert und der Körper zur Selbstheilung angeregt werden.
Schulmedizinische Bewertung der Akupressur
Mit wissenschaftlichen Methoden lässt sich die Existenz von Qi und Meridianen nicht nachweisen. Dennoch bestehen teilweise positive Erfahrungen im Rahmen der praktischen Anwendung der Akupressur. In China stellt das Verfahren eine gängige Methode der Selbstbehandlung bei häufigen Beschwerden wie z.B. Verspannungen, Kopf- und Rückenschmerzen oder Verdauungsprobleme dar. In Westeuropa wird die Akupressur in der Regel im Rahmen von Massage zur Behandlung von verschiedenen Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten angeboten. Man kann sie aber auch zur Selbstbehandlung anwenden. Nicht zuletzt gibt es auch aus der Schulmedizin einige plausible Erklärungsmodelle zur Wirkung der Akupressur, wonach die Druckmassage u.a. zu einer Stimulation von Muskeln und Nerven führt und dadurch eine Entspannung der Muskulatur und eine Ausschüttung von schmerzlindernden Botenstoffen bewirkt werden kann. Schmerzen können demnach auf diese Weise gelindert, die Durchblutung und das allgemeine Wohlbefinden verbessert werden.
Verglichen mit der Akupunktur gibt es jedoch bislang nur wenige Studien, die sich der Wirksamkeit der Akupressur widmen. Einige Untersuchungen weisen zwar auf positive Wirkungen bei Übelkeit und Erbrechen verschiedener Ursache hin, allerdings beurteilen Experten diese Ergebnisse aufgrund methodischer Mängel noch nicht als hinreichenden Wirkungsnachweis.
Akupressur: Erstattung durch die Krankenkassen
Aufgrund fehlender gesicherter Studiendaten zur Wirksamkeit der Akupressur gehört das Verfahren derzeit nicht zu den erstattungsfähigen Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
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