Frauen in der Familienfalle

Partner, Kinder ... und wo bleibe ich?

Viele Frauen denken vor allem an andere. Kinder, Enkelkinder, der Partner, Eltern und Schwiegereltern bestimmen einen Großteil ihres Alltags - eigene Bedürfnisse rücken in den Hintergrund. Die Wechseljahre werden oft zum Wendepunkt für Frauen. Nun ist es Zeit, Beziehungen, Gewohnheiten und Verpflichtungen neu auszuloten.

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Eine große Familie: schön, aber auch anstrengend. Die Wechseljahre werden für viele Frauen zum Wendepunkt.
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Keine Frage: Kinder machen Arbeit. Alleinerziehende sind natürlich besonders eingespannt. Doch auch wenn beide Partner erwerbstätig sind, leisten Frauen noch immer den Hauptteil der Familienarbeit. Im Vergleich zu Männern bringen sie zwischen einer Stunde und fünfeinhalb Stunden täglich mehr dafür auf. Da bleibt wenig Zeit für eigene Interessen. Zumal sich wie selbstverständlich zur Kindererziehung die Hausarbeit zu gesellen scheint - auch bei Paaren, die eigentlich keine traditionelle Rollenverteilung leben wollten. Die Geburt des ersten Kindes markiert eine Wende. Danach bleibt der Haushalt an der Frau hängen, so das Ergebnis einer Studie des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. Aber das muss nicht bis ans Lebensende so bleiben. Wenn die Kinder aus dem Haus oder beide Partner nicht mehr berufstätig sind, drängen viele Frauen darauf, die Pflichten im Haushalt neu zu verteilen. Den Impuls gibt nicht selten eine durch die Wechseljahre ausgelöste Neuorientierung verbunden mit dem Wunsch, endlich mehr Zeit für sich zu haben.

"Ich, später", scheint die Devise vieler Frauen zu lauten. Sie sind vor allem für andere da, eigene Wünsche stehen hinten an. Das geschieht selten gewollt. Es ergibt sich halt, die gesellschaftlichen Bedingungen erfordern es so. Beispielsweise ist das Versorgen von Kindern bis heute primär Frauensache. Der Anteil der Väter, die im ersten Lebensjahr ihres Kindes Elternurlaub nehmen, liegt unter 2 Prozent. Viele Männer würden gerne intensiv an der Entwicklung ihres Nachwuchses teilhaben. Da sie aber in der Regel mehr verdienen, scheint es für das Familieneinkommen günstiger, wenn die Mutter eine berufliche Auszeit nimmt.

Frauensache: häusliche Pflege

Die Wechseljahre bringen jedoch nicht allen Frauen neue Freiheiten. Manche versorgen Enkelkinder, andere pflegen kranke und alte Familienangehörige. Die rund 1,2 Millionen Pflegebedürftige in privaten deutschen Haushalten werden zu 73 Prozent  von Lebenspartnerinnen, Müttern, Töchtern oder Schwiegertöchtern gepflegt, resümiert der Frauengesundheitsbericht der Bundesregierung: "Häusliche Pflege ist ein Bereich der unbezahlten Haus- und Familienarbeit, der zu beträchtlichen gesundheitlichen Belastungen der Pflegenden führt und der vor allem Frauen betrifft. Sie ist mit materiellen Einschränkungen verbunden und häufig von sozialer Isolation begleitet."

Wechseljahre sind Prüfstein für die Partnerschaft

Manche Paare haben sich im Laufe der Jahre derart entfremdet, dass die Partnerschaft in den Wechseljahren auf eine harte Probe gestellt wird. Das Bild des Mannes, der seine Frau nun wegen einer jüngeren verlässt, täuscht allerdings: Zwei Drittel aller Scheidungen reichen Frauen ein.

Doch mit Trennung muss es nicht enden. Vielen Paaren gelingt eine erneute Annäherung. Sie entdecken verschüttete Gemeinsamkeiten, entwickeln neue und überlegen, wie ihr Lebensabend aussehen soll. Voraussetzung dafür ist allerdings Offenheit. Dies gilt besonders für Frauen, die ihre Wechseljahre nutzen möchten, um ihr Leben zu ändern.

In verfahrenen Situationen ist eine Paarberatung durchaus empfehlenswert. Umfragen zeigen nämlich: Frauen, die in einer glücklichen Partnerschaft leben, stecken Wechseljahrsbeschwerden besser weg.

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