Untersuchungen und Menopause

In den Wechseljahren den "richtigen" Arzt finden

Worauf eine Frau vor der ersten Untersuchung bei einem neuen Gynäkologen achten sollte

Einen passenden Frauenarzt zu finden, ist schwer. Noch dazu, wenn er einfühlsam, beratungsstark und ein Wechseljahrsexperte sein soll, der nicht auf Hormone fixiert ist, sondern auch natürliche Alternativen kennt.

Wechseljahre: Frau bei Untersuchung
Ob der "richtige" Arzt oder die "richtige" Ärztin - die Chemie vor der Untersuchung muss stimmen.

Ein Besuch bei einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin ist etwas Besonderes: Fast 40 Prozent der Frauen empfinden einen Termin beim Gynäkologen eher als belastend, ergab eine Studie der Zeitschrift "Brigitte". Vielen Frauen ist es peinlich, persönliche Dinge mit dem Arzt zu besprechen. Dazu kommt, dass sie von einer fremden Person im Intimbereich untersucht werden. Das Vertrauensverhältnis zwischen Patientin und Arzt ist beim Gynäkologen daher besonders wichtig.

Untersuchung: Der passende Gynäkologe

Es ist jedoch nicht einfach, einen Gynäkologen zu finden, der zu einem passt. Die eine Frau möchte nur von einer Frau behandelt werden, eine andere legt Wert darauf, dass sich der Gynäkologe mit Naturheilmethoden oder einer speziellen Therapie gut auskennt. Außerdem muss "die Chemie stimmen" und der Arzt als sympathisch empfunden werden. Empfehlungen von Freundinnen, Kolleginnen oder Bekannten helfen in vielen Fällen, einen geeigneten Frauenarzt zu finden - aber nicht immer.

Patienten-Beratungsstellen sind ein wichtiger Tipp

In einem solchen Fall sind Gesundheitsläden und Patienten-Beratungsstellen gute Adressen. Sie haben einen Überblick über die Ärzte in der Region und deren Leistungsprofile. Die Berater dürfen zwar keine einzelne Praxis empfehlen, daher nennen sie immer mehrere. Sie würden aber berücksichtigen, wie andere Patienten einen Mediziner bewertet haben, sagt Judith Storf, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP). Dazu haben die Beratungsstellen Beurteilungsbögen entwickelt, die Patienten anonym ausfüllen können.

Gespräche auf gleicher Augenhöhe

Es gibt zudem einige Kriterien, an denen gute Gynäkologen zu erkennen sind. Dazu zähle, dass die Ärztin oder der Arzt seine Patientin begrüße, wenn diese noch bekleidet sei, erklärt Storf. "Ein Frauenarzt sollte vor dem Behandlungsbeginn über Methoden und Therapien aufklären und sich genug Zeit für Fragen nehmen." Storf fordert hierfür ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe. "Das ist nicht möglich, wenn die Frau im Gynäkologenstuhl liegt", urteilt die Beraterin. In gynäkologischen Praxen werden die meisten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) verkauft. Ob ein Frauenarzt solche privat zu zahlenden Leistungen anbietet, sagt jedoch nichts darüber aus, ob er gut oder schlecht ist. Entscheidend sei, wie er sie offeriere, erklärt Storf. "Ein Arzt sollte vor der Behandlung sachlich darüber informieren, warum er ein IGeL-Angebot empfiehlt und die Frau nicht während der Untersuchung damit überrumpeln."

In eigener Sache: Werden Sie Wechseljahres-Expertin!

Gerade die Wechseljahre verunsichern viele Frauen. Für sie ist es wichtig, einen Gynäkologen zu haben, der sich mit dieser Lebensphase besonders gut auskennt. Einige Frauenärzte bieten inzwischen spezielle Wechseljahrssprechstunden an. Das Angebot allein bürgt zwar nicht für eine gute Beratung, es signalisiert aber, dass sich dieser Arzt Zeit nimmt für das Thema Menopause.

Um herauszufinden, wie gut ein Frauenarzt mit den Behandlungsoptionen gegen verschiedene Wechseljahrsleiden vertraut ist und wie gut er den aktuellen Stand der Forschung kennt und berücksichtigt, hilft nur eins: Sich selber schlau machen, um die Empfehlungen des Arztes besser beurteilen zu können. Eine erste Einschätzung kann der Internetauftritt einer Praxis liefern. Wenn die Informationen einseitig wirken und Hormone etwa als Anti-Aging-Mittel gepriesen werden, sollten sich vor allem Frauen, die Naturheilmittel bevorzugen, den Weg zu einer Untersuchung in Sachen Wechseljahre in diese Praxis eventuell doch lieber ersparen...

Die wichtigsten Fragen notieren

Vor dem Besuch beim Frauenarzt empfiehlt es sich, die wichtigsten Fragen zu notieren. Wenn ein Gynäkologe nur zu einer Hormontherapie rate, solle die Frau nachfragen, warum er lediglich diese Behandlung anbiete, sagt Storf: "Ein guter Frauenarzt informiert auch über Alternativen."

Wichtig sei außerdem, ob der Gynäkologe die Patientin einbeziehe und ihr Möglichkeiten nennen würde, wie sie selbst aktiv werden könne, um Beschwerden der Wechseljahre zu lindern. Dazu zählen Informationen über Entspannungsübungen, Sport, Ernährung und Naturheilmittel.

Zehn Tipps für die Wechseljahre

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. September 2013

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