Sodbrennen abklären lassen

Diagnose von Sodbrennen: So untersucht der Arzt

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Bei der Basisuntersuchung wird unter anderem der Rachen gecheckt.
(c) George Doyle

Tritt Sodbrennen häufiger auf, sollte ein Arzt die Symptome abklären. Denn nur er kann der Ursache auf den Grund gehen. Dafür kommen verschiedene Diagnosemethoden zum Einsatz.

Klagt der Patient über Sodbrennen, wird der Arzt zunächst eine Basisuntersuchung durchführen. Er wird einige Fragen zu den Beschwerden und der persönlichen Krankengeschichte stellen.

Bei dieser Anamnese sind für den Arzt vor allem folgende Informationen wichtig:

  • seit wann und wie häufig das Sodbrennen auftritt
  • ob die Symptome nach dem Essen beobachtet werden oder nachts
  • welche Ess- und Lebensgewohnheiten der Patient hat
  • ob und in welchen Mengen Alkohol, Nikotin und Kaffee konsumiert werden
  • welche Medikamente man regelmäßig einnimmt
  • welche weiteren Symptome beobachtet wurden

Danach beginnt die körperliche Untersuchung. Als erstes wirft der Behandelnde vermutlich einen Blick in den Rachen. Der Fachmann/die Fachfrau kann so erkennen, ob die Zunge belegt oder der Rachen gerötet ist. Dabei erhält man zudem einen Hinweis darauf, ob womöglich eine Infektion vorliegt.

Andere Erkrankungen ausschließen

Darüber hinaus wird der Arzt durch Untersuchungen und Nachfragen andere Krankheiten wie eine Erkrankung der Herzkranzgefäße ausschließen wollen. Diese können ähnliche Beschwerden verursachen, wie sie auch beim Sodbrennen auftreten. Eine Herzerkrankung erfordert aber natürlich eine völlig andere Behandlung als eine Refluxkrankheit.

Wichtigste Untersuchung: Spiegelung von Speiseröhre und Magen

Mit einer Spiegelung der Speiseröhre kann sich der Behandler einen sicheren Überblick über deren Zustand verschaffen. Häufig wird diese Untersuchung mit einer Magenspiegelung (Gastroskopie) oder einer kompletten Spiegelung des oberen Verdauungstrakts inklusive Beginn des Zwölffingerdarms verknüpft.

Durch diese Untersuchung kann festgestellt werden, inwieweit die Speiseröhre bereits angegriffen und die Schleimhaut entzündet ist. Auch Veränderungen am Schließmuskel des Magens sind so unter Umständen zu erkennen.

Messung der Säurekonzentration in der Speiseröhre

Fehlen endoskopisch sichtbare Veränderungen, dann bedeutet dies nicht, dass keine Refluxkrankheit vorliegt. Als weiterführendes Diagnoseverfahren kommt die Langzeit-pH-Metrie zum Einsatz. Diese Methode bestimmt die Häufigkeit und Dauer des Magensaft-Rückflusses über 24 Stunden.

Hierzu misst eine dünne Sonde im unteren Speiseröhrendrittel die Säurekonzentration (pH-Wert) und meldet diese an einen elektronischen Digitalspeicher, der am Körper getragen wird. Ist auch hiermit keine Abklärung möglich, werden schließlich Druckmessungen in der Speiseröhre oder auch ein Säurebelastungstest durchgeführt, um die Diagnose zu sichern.

Behandlungsversuch vor Spiegelung

Kommt ein Patient mit Beschwerden, die auf Sodbrennen hindeuten, in die Arztpraxis, kann der Arzt in bestimmten Fällen eine sogenannte probatorische Therapie verordnen. Dabei handelt es sich um eine versuchsweise Behandlung der Beschwerden, die zeitlich begrenzt sein sollte.

Dabei wird zunächst ein Behandlungsversuch mit Medikamenten, die bei Sodbrennen eingesetzt werden, unternommen. Diese Maßnahme kommt noch vor einer Spiegelung von Magen und Speiseröhre zum Einsatz.

Kommt es zu einer Verbesserung der Beschwerden, kann medizinisches Fachpersonal daraus schließen, dass aufsteigende Magensäure zu den Symptomen geführt hat. Tritt keine Verbesserung der Beschwerden ein, wird die Diagnostik meist mithilfe einer Endoskopie weitergeführt.

Da die probatorische Therapie auch Zeichen anderer Leiden verdecken kann, besteht allerdings auch die Gefahr, dass ernste Magenerkrankungen übersehen werden. Daher sollte sie auf einen kurzen Zeitraum beschränkt bleiben und gegebenenfalls durch weitere, diagnostische Maßnahmen ergänzt werden.

Für die anschließende Behandlung des Sodbrennens stehen verschiedene Möglichkeiten von säureneutralisierenden Medikamenten bis hin zur Operation zur Verfügung.

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Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017
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