Schwerhörigkeit - eine neue Lebenssituation
Der Verlust des Hörvermögens hat zahlreiche soziale, psychologische und physiologische Konsequenzen für Schwerhörige. Nehmen Sie so früh wie möglich medizinische Hilfe in Anspruch und begegnen Sie den persönlichen Veränderungen in Ihrem Leben.
Schwerhörige haben das Gefühl, wie unter einer Käseglocke zu leben. Dadurch sind Sie oft verunsichert, fühlen sich deprimiert, überfordert, traurig oder ärgerlich. Die körperlichen und seelischen Belastungen können darüber hinaus zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, verspannter Muskulatur, Magenproblemen, Schlafstörungen und erhöhtem Blutdruck führen.
Je länger man einen Hörfehler unbehandelt lässt, desto mehr nehmen diese Probleme zu und verstärken sich gegenseitig. Ohne Behandlung werden sich Schwerhörige an viele Aspekte der Stille und auch der Isoliertheit gewöhnen. Mit einer Hörhilfe fällt es dann oft schwer, wieder mit der geräuschvollen Umwelt vertraut zu werden. Je eher Sie ärztliche Hilfe erhalten, umso schneller und besser werden Sie durch eine Behandlung wieder hören können.
Hörgeräte für Schwerhörige werden sehr individuell angepasst und es ist normal, dass der Hörgeräteakustiker in den ersten Wochen einiges nachbessern muss. Resignieren Sie also nicht, wenn nicht auf Anhieb alles zufriedenstellend funktioniert. Suchen Sie Ihren Hörgeräteakustiker in den ersten Wochen der Gewöhnung auf, bis Sie wirklich zufrieden sind.
Es mag sein, dass Schwerhörige einige Hilfsmittel „erlernen“ müssen, um dem, was Ihre Mitmenschen Ihnen erzählen, besser folgen zu können. Sie können auf die Mundbewegungen achten, die Gestik und die Mimik. Sie werden sich dadurch bei Gesprächen viel stärker konzentrieren müssen und rascher ermüden, als das früher der Fall war. Lassen Sie Ihre Gesprächspartner wissen, worauf sie achten sollten, um Ihnen die Kommunikation zu erleichtern. Bitten Sie Ihren Partner, langsam und deutlich zu sprechen, aber nicht zu schreien und Ihnen das Gesicht zuzuwenden. Und scheuen Sie sich nicht, nachzufragen.
Schwerhörige sollten sich Ihrer neuen Situation und aktiv werden: Sie selbst können viel tun, um eine mögliche Isolation und das Gefühl des Ausgeschlossenseins zu verhindern. Nehmen Sie sich immer wieder neu vor, sich nicht zurück zu ziehen, auch wenn es Ihnen im ersten Moment vielleicht oft einfacher erscheint. Schließen Sie sich zum Beispiel einer Sportgruppe an, damit Sie gezwungen sind, regelmäßig unter Leute zu gehen. Suchen Sie den Kontakt und den Austausch mit anderen Schwerhörigen. Lassen Sie Ihre Mitmenschen spüren, dass Sie nicht nur an alltäglichem Austausch, sondern weiterhin an deren persönlichen Problemen interessiert sind.
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