Wissenswertes über die Schweinegrippe

Alle Aspekte und Hintergrundinformationen zur Schweinegrippe (Schweineinfluenza) übersichtlich für Sie zusammengestellt.

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Was ist die Schweinegrippe?

Die Schweineinfluenza (Schweinegrippe) ist eine Atemwegserkankung bei Schweinen die durch das Influenzavirus A ausgelöst wird und bei Tieren zu Grippeausbruch führt. Bei Schweinen verursacht die Grippe einen hohen Krankheitsgrad und führt zu niedrigen Todesraten. Die Viren können das ganze Jahr über unter Schweinen im Umlauf sein doch die höchste Ausbruchsrate der Krankheit gibt es, ähnlich wie bei Menschen, im späten Herbst und Winter. Das klassische Virus der Schweinegrippe (ein Virus der Gattung A H1N1) wurde erstmalig im Jahr 1930 isoliert.

Wie viele verschiedene Virusarten gibt es?

Wie alle Grippeviren verändert sich auch das Schweine-Virus ständig. Schweine können sowohl von der Vogel- als auch von der Menschen- und Schweinegrippe infiziert werden. Werden Schweine von einer Grippeart anderer Spezies betroffen werden, kann diese sich anpassen, zum Beispiel durch einen Genaustausch, und es können neue Mixformen von Schweine-, Menschen- und/oder Vogelgrippe entstehen. Im Laufe der Jahre sind so verschiedene Formen der Schweine-Viren entstanden. Zurzeit gibt es vier Subtypen des Influenzavirus die bei Schweinen festgestellt wurden: H1N1, H1N2, H3N2 und H3N1. Die meisten der kürzlich bei Schweinen isolierten Viren waren jedoch vom Typ H1N1.

Schweinegrippe beim Menschen

Können Menschen an der Schweinegrippe erkranken?

Normalerweise werden Menschen nicht von der Schweinegrippe befallen, jedoch gibt es immer wieder Fälle in denen Schweinegrippe auch bei Menschen festgestellt wird. Am stärksten sind dabei Personen betroffen die in direktem Kontakt zu Schweinen stehen, so zum Beispiel Kinder in der Nähe von Schweinen auf einer Messe oder Personen die in der Schweineindustrie tätig sind. Zusätzlich gibt es dokumentierte Fälle in denen die Schweinegrippe von einer Person auf andere übertragen wurde. Ein Beispiel dafür ist ein 1988 in Wisconsin stattgefundene Ausbruch einer augenscheinlichen Schweinegrippe Infektion bei Schweinen der in mehreren menschlichen Ansteckungen resultierte und obwohl es keine weiteren Ansteckungen in der Gemeinde gab wurden Antikörper als Beweis für eine Übertragung von den Patienten auf die behandelnden Personen mit engem Kontakt zu den Patienten festgestellt.

Wie häufig tritt die Schweinegrippe bei Menschen auf?

In der Vergangenheit erhielt die CDC Kenntnis von etwa einem Fall in den USA alle ein bis zwei Jahre. Im Zeitraum von Dezember 2005 bis Februar 2009 wurden jedoch zwölf Fälle von menschlichen Ansteckungen mit der Schweinegrippe gemeldet.

Was sind die Symptome der Schweinegrippe bei Menschen?

Die Symptome der Schweinegrippe sind ähnlich wie bei einer normalen saisonbedingten Grippe (saisonale Grippe) und umfassen Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Husten. Manche Patienten haben auch berichtet an Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu leiden.

Ist es gefährlich Schweinefleisch zu essen?

Nein, denn die Schweinegrippe wird nicht durch Lebensmittel übertragen, man kann sich also nicht infizieren indem man Schweinefleisch oder Produkte, die Schweinefleisch enthalten zu sich nimmt. Es ist sicher ordnungsgemäß zubereitetes Schweinefleisch zu essen, da zudem ein erhitzen des Fleischs auf über 72 Grad das Virus, genau wie andere Bakterien und Viren abtötet.

Wie wird die Schweinegrippe übertragen?

Grippeviren können direkt von Schweinen auf Menschen übertragen werden. Fälle bei Menschen sind am wahrscheinlichsten wenn man sich in der näheren Umgebung von infizierten Schweinen aufhält, wie zum Beispiel in Schweineställen oder auf Tiermessen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, dies findet auf die gleiche Weise statt wie bei einer normalen Grippe statt, also durch Husten oder Niesen von infizierten Personen. Eine Ansteckung ist auch möglich durch eine Berührung eines von Viren bedeckten Gegenstandes und anschließendem Berühren von Mund oder Nase.

Was wissen wir über die Mensch-zu-Mensch Übertragung von Schweinegrippe?

Im September 1988 wurde eine bis dahin gesunde 32-jährige, schwangere Frau mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert und starb acht Tage später. Bei ihr wurde ein H1N1-Virus entdeckt. Vier Tage zuvor hatte die Frau eine Schweineausstellung wo die Schweinegrippe unter den Schweinen sehr verbreitet war.

In den folgenden Studien wurden bei 76 Prozent der getesteten Schweineaussteller Antikörper gegen die Schweinegrippe gefunden, jedoch wurden keine Anzeichen einer ernsthaften Krankheit entdeckt. Zusätzliche Studien vermuten, dass eine von drei Personen aus dem Gesundheitssektor die Kontakt mit der Patientin hatten eine leichte, grippeähnliche Erkrankung mit Vorhandensein von Schweine-Virus Antikörpern entwickelten.

Wie kann eine Infizierung bei Menschen festgestellt werden?

Um ein Infektion der Schweinegrippe zu diagnostizieren, müsste innerhalb der ersten vier oder fünf Tage der Erkrankung eine Probe genommen werden, dies ist der Zeitraum in dem die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung des Virus A, am größten ist. Jedoch kann sich bei einigen Personen, hauptsächlich bei Kindern, das Virus auch zehn Tage oder länger ausbreiten. Für die Erkennung als Influenzavirus A ist es nötig die Probe zur Gesundheitsbehörde ins Labor zu schicken.

Welche Medikamente wirken gegen die Schweinegrippe?

Es gibt vier in den Vereinigten Staaten gebräuchliche antivirale Mittel gegen Grippe: Amantadin, Rimantadin, Oseltamivir und Zanamivir. Während die vier Medikamente gegen die meisten Schweine-Viren wirksam sind, sind die kürzlich bei Menschen isolierten Schweine-Viren gegen Amantadin und Rimantadin resistent. Zurzeit empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde (CDC) die Nutzung von Oseltamivir oder Zanamivir zur Behandlung oder Vorbeugung nach Exposition gegen Schweine-Viren.

Welche weiteren Ausbrüche der Schweinegrippe gibt es?

Der wohl bekannteste Ausbruch ist der unter den Soldaten in Fort Dix in New Jersey 1976. Das Virus hatte Lungenentzündungen bei mindestens vier Soldaten und einen Todesfall zur Folge. Alle Patienten waren vorher gesund gewesen. Übertragen wurde das Virus durch den engen Kontakt in der Trainingsumgebung mit begrenztem Austausch außerhalb der Trainingsgruppe. Es wird vermutet, dass das Virus einen Monat zirkulierte und dann verschwand. Der Ursprung des Virus, der genaue Zeitpunkt des Eindringens in Fort Dix und die die Verbreitung hindernden Faktoren sind unbekannt. Der Ausbruch in Fort Dix wurde vielleicht durch die Einführung eines tierischen Virus in eine belastete, menschliche Bevölkerung in überfüllten Gebäuden im Winter verursacht. Der Schweinevirus vom Typ A, der bei einem Soldat aus Fort Dix festgestellt wurde, erhielt die Bezeichnung A/New Jersey/76 (Hsw1N1).

Ist das H1N1-Schweine-Virus dasselbe wie das H1N1-Virus bei Menschen?

Nein, das H1N1-Schweine-Virus ist antigenisch sehr verschieden vom menschlichen H1N1 und daher bieten Impfstoffe gegen eine normale Grippe keinen Schutz gegen das H1N1-Virus.

Schweinegrippe bei Schweinen

Wie verbreitet sich das Virus bei Schweinen?

Das Schweine-Virus verbreitet sich hauptsächlich durch engen Kontakt zwischen Schweinen und möglicherweise durch Gegenstände, die mit gesunden und infizierten Schweinen in Kontakt kommen. Herden mit andauernder Infektion und Herden, die gegen die Schweinegrippe geimpft sind zeigen sporadische Krankheitsausbrüche, leichte oder gar keine Symptome.

Was sind die Anzeichen von Schweinegrippe bei Schweinen?

Die Anzeichen der Schweinegrippe bei Schweinen können plötzlich auftretendes Fieber, Depressionen, Husten (Bellen), Ausfluss aus Nase oder Augen, Niesen, Atemnot, rote Augen, Entzündung der Augen oder Appetitlosigkeit sein.

Wie häufig tritt das Schweine-Virus bei Schweinen auf?

Die Viren H1N1 und H3N2 sind endemisch unter Schweinepopulationen in den USA und etwas womit sich die Industrie routinemäßig befasst. Die Erkrankung tritt normalerweise in den kälteren Jahreszeiten (Herbst und Winter) auf, manchmal jedoch auch mit dem Einbringen von neuen Tieren in empfindliche Herden. Studien haben gezeigt, dass der H1N1-Virus häufig bei Schweinepopulationen auf der ganzen Welt auftritt, wobei 25 Prozent der Tiere Antikörper aufweisen. In den USA zeigen Studien, dass 30 Prozent der Schweinepopulation Antikörper gegen die Schweinegrippe besitzen und damit bereits mindestens einmal von dem H1N1-Virus befallen waren. Genauer gesagt weisen 51 Prozent der Schweine in mittleren Norden der USA Antikörper gegen die Schweinegrippe auf. Infektionen bei Menschen durch den Virus sind selten. Zurzeit gibt es kein Verfahren um die Antikörper, die durch einen Krankheitsbefall entstanden sind, von denen durch eine Impfung gegen die Schweinegrippe zu unterscheiden.

Während bekannt ist, dass H1N1-Viren seit mindestens 1930 in der Schweinebevölkerung kursieren, fand die Verbreitung des H3N2-Virus in den USA erst 1998 statt. Der H3N2-Virus wurde von Menschen in die Schweinepopulation eingeschleppt. Die aktuellen H3N2-Schweinegrippe Viren sind eng verwandt mit den H3N2-Viren der Menschengrippe.

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Letzte Aktualisierung: 01. Januar 2011
Quellen: Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

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