Substanzen und Wirkdauer

Faltenbehandlung mit "Fillern" - eine Überblick

Hyaluronsäure, Kollagen, Poly-L-Milchsäure oder Calcium-Hydroxylapatit - was Sie wissen müssen

Die Materialien zum Unterspritzen von Falten unterscheiden sich in ihrer Wirkdauer. Manchmal muss die nächste Injektion nach drei Monaten erfolgen, manchmal hält eine Spritze fast zwei Jahre.

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Anti-Faltenspritzen halten unterschiedlich lang
Getty Images/Hemera

Aktiv gegen Falten vorzugehen, ist längst kein Tabu mehr. Im Jahr 2008 verzeichnete die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD) noch rund 105.500 Faltenbehandlungen in Deutschland und verzeichnete damals einen Zuwachs von mehr als 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2010 meldete die GÄCD 134.000 Behandlungen mit Fillern. Das steigende Interesse spiegelt sich auch in der Vielzahl neuer Produkte, die zum Faltenfüllen auf den Markt kommen. Über 120 Präparate stehen heute zur Auswahl.

Experten raten zu abbaubaren Materialien

Doch nicht alle Füllmateralien sind zu empfehlen. Von permanenten Fillern wie Silikon rät die GÄCD entschieden ab, da es zu massiven Komplikationen kommen kann. Die Experten empfehlen abbaubare Materialien wie Hyaluronsäure oder Kollagen. Solche biologischen Filler seien gut verträglich und unbedenklich, urteilen die Mediziner. Wie lange sie Falten zum Verschwinden bringen, ist unterschiedlich.

Filler für mindestens drei Monate Glättung

Unvernetzte Hyaluronsäure ebnet Falten etwa drei Monate lang ein. Die Wirkung setzt gleich nach der Injektion ein. Diese Form der Hyaluronsäure ist nicht stabilisiert wie die vernetzte Variante - daher baut der Körper sie vergleichsweise rasch ab. Das muss kein Nachteil sein: Ärzte setzen Hyaluronsäure oft in Kombination mit anderen Fillern ein, deren endgültiger Effekt erst nach einiger Zeit eintritt, wie es beispielsweise bei Poly-L-Milchsäure der Fall ist. Hyaluronsäure eignet sich gut, um feine Falten an Mund oder Augen zu glätten. Wegen seiner Fähigkeit, viel Wasser in der Haut zu binden, kann Hyaluronsäure dem Gesicht Fülle und Frische verleihen.

Vernetzte Hyaluronsäure für längeren Effekt

Vernetzte Hyaluronsäure füllt Falten vier, neun oder sogar zwölf Monate auf – die Haltbarkeit hängt vom Präparat und den individuellen Voraussetzungen ab. Ärzte setzen vernetzte Hyaluronsäure nicht nur gegen Falten ein, sondern auch um Volumendefekte wie Aknenarben aufzufüllen.

Botulinumtoxin A gegen Zornesfalten und Krähenfüße

Botulinumtoxin A hält drei bis sechs Monate. Die Substanz beginnt seine Wirkung zwei bis fünf Tage nach der Injektion zu entfalten. Der volle Effekt ist nach etwa zwei Wochen sichtbar. Botulinumtoxin A eignet sich besonders, um Mimikfalten im oberen Drittel des Gesichts und am Hals zu behandeln. Eine Spritze mit diesem Wirkstoff hilft gegen scharf eingegrabene Denker- und Zornesfalten, aber auch gegen Krähenfüße. Ärzte setzen die Substanz außerdem ein, um Falten auf den Nasenrücken, an den Lippen, am Kinn und am Dekolleté zu glätten. Die Wirkung von Botulinumtoxin A beruht darauf, dass es die Übertragung von Nervenimpulsen und die Muskelkontraktion hemmt.

Kollagen glättet feine Fältchen

Kollagen glättet Falten drei bis zwölf Monate lang – je nach Viskosität. Der Effekt ist gleich sichtbar. Kollagen kommt vor allem bei feinen Fältchen zum Einsatz. Die Substanz kann aber auch tiefere Zornes- oder Nasen-Mund-Falten ebnen, indem es die eingesunkenen Hautbereiche auffüllt und das umgebene Gewebe stützt. Kollagen war jahrelang der Faltenfüller Nummer eins, bis ihm Hyaluronsäure den Rang abgelaufen hat. Ein Grund: Hyaluronsäure ist besser verträglich, bei Kollagen besteht eine erhöhte Allergiegefahr.

Filler mit bis zu zwei Jahren Wirkung

Calcium-Hydroxylapatit (CaHa) hält ein Jahr und länger. Seine glättende Wirkung setzt sofort ein. Der Filler kommt vor allem zum Einsatz, um tiefe Falten an Nase und Mund zu glätten, zum Beispiel die Nasolabialfalten, die von der Nase zum Mund verlaufen und sogenannte Marionetten-Falten, die sich vom Mundwinkel senkrecht nach unten ziehen. Für die Augenzone ist CaHa nicht geeignet.

Poly-L-Milchsäure: Ergebnis mit Verzögerung

Poly-L-Milchsäure glättet Falten bis zu zwei Jahre. Nach der Injektion kommt es zu einem Auffülleffekt, der aber wieder verblasst. Das endgültige Ergebnis einer Behandlung zeigt sich nach drei bis vier Monaten. Um die Zwischenzeit zu überbrücken, spritzen Ärzte oft zusätzlich Hyaluronsäure. Die wirkt sofort, baut sich aber in wenigen Monaten wieder ab. Poly-L-Milchsäure eignet sich besonders für die Nasolabialfalten, die von den Nasenflügeln zum Mund verlaufen und zum Anheben der Mundwinkel. Auch großflächiges Auffüllen ist möglich, wie es etwa bei eingefallenen Wangen sinnvoll sein kann. Ein Liquid Lifting mit Poly-L-Milchsäure kann für Festigkeit und Elastizität sorgen und ein jugendliches Aussehen bewahren. Poly-L-Milchsäure regt den Körper an, Kollagen zu bilden.

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Letzte Aktualisierung: 11. Juli 2014
Quellen: Nach Informationen der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD), der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie

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