Abdominoplastik

Bauchstraffung - ein Überblick

Schönheitsop_Bauchstraffung_getty_134111502.jpg
Eine Bauchstraffung ist nicht immer nötig.
(c) Getty Images/iStockphoto

Eine Bauchstraffung ist dann erforderlich, wenn im Unterbauch eine echte Überlappung und Schürzenbildung (Fettschürze) von Haut und Unterhautfettgewebe vorhanden ist. Ist die Haut noch elastisch und straff, kann der Fettüberschuss auch abgesaugt werden.

Eine weitere Indikation zur Bauchstraffung liegt vor, wenn es im Rahmen einer Schwangerschaft zu einer so genannten Striaebildung – einem narbig ausgeheiltem Einriss der eigentlichen Hautschicht gekommen ist. Dies kann auch im Rahmen einer ausgeprägten Fettleibigkeit auftreten und wird besonders nach Gewichtsreduzierung auffällig.

Bei der Straffung der Bauchhaut erfolgt eine quere Durchtrennung der Haut und des Unterhautfettgewebes von Beckenkamm zu Beckenkamm. Der kopfwärts gelegene Anteil der Bauchhaut wird von der eigentlichen Bauchdecke abgelöst und fußwärts gezogen. Der überschießende Anteil der Haut und des Unterhautfettgewebes werden entfernt. Dies ist mit einer Neueinpflanzung des Nabels verbunden.

Wann ist eine Bauchstraffung für mich das Richtige?

Eine Bauchstraffung ist dann erforderlich, wenn im Unterbauch eine echte Überlappung und Schürzenbildung von Haut und Unterhautfettgewebe vorhanden ist. Ein Eingriff ist auch sinnvoll, wenn aufgrund einer Schwangerschaft erhebliche Hautnarbenbildungen (Striae) entstanden sind. Hat der Patient nicht einen ausreichenden Hautfettüberschuss im Oberbauch, kann die Operation nicht erfolgen, da dort im Rahmen der Operation der Nabel neu eingesetzt wird. Für den Eingriff muss also genügend Haut- und Fettgewebe im Oberbauch vorhanden sein, welches bis zur Höhe der Beckenkämme heruntergezogen werden kann.

Der Patient muss sich darüber im Klaren sein, dass nach Abheilung eine Narbe von Beckenkamm zu Beckenkamm verläuft, die deutlich sichtbar verbleibt. Ebenfalls ist im Nabelbereich eine dezente Narbe erkennbar. Wird der Eingriff allein aus ästhetischen Gründen vorgenommen, muss eine relative Fitness vorliegen, da dies eine erhebliche Belastung des Gesamtorganismus darstellt. Diese Operation ist nicht selten mit einem Blutverlust verbunden, der jedoch durch einen gesunden Organismus gut kompensiert werden kann.

Wann sollte ich mich besser nicht für eine Abdominoplastik entscheiden?

Eine Abdominoplastik ist nicht nötig bei einem lokalisierten Fettüberschuss mit noch relativ straff elastischer Haut. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vor dem Eingriff behandelt werden. Bei Diabetes (Zuckerkrankheit) muss von einem solchen Eingriff eher abgeraten werden, da durch die Operation sehr große Wundflächen geschaffen werden, die ein intaktes Abwehrsystem erfordern. Sehr häufig ist jedoch bei der Zuckererkrankung das allgemeine Immunsystem geschwächt. Liegt eine generalisierte Fettleibigkeit vor, müssen sorgfältig die gesundheitlichen Risiken eines solchen Eingriffs präoperativ gegeneinander abgewogen werden, da bei der Operation nur eine umschriebene Fettgewebsreduktion vorgenommen wird. Eine Abdominoplastik ist ein großer Eingriff mit deutlich sichtbaren Narben. Leidet der Patient an Lungenfunktion- oder Darmentleerungsstörungen, ist von dieser Operation abzuraten, da es zu einer postoperativen Verkleinerung der Bauchhöhle kommt.

Was kann ich mit einer Bauchstraffung erreichen?

Bei Vorliegen einer echten Fettschürzenbildung ist eine deutliche Verbesserung der Silhouette sowohl in Aufsicht als insbesondere auch im Profil zu erreichen. Die deutlich sichtbare Narbenbildung muss dabei allerdings in Kauf genommen werden. Gleichzeitig ist mit diesem Eingriff eine maßvolle Gewichtsreduktion verbunden.

Was passiert bei der Bauchstraffung genau?

Bei der Bauchstraffung, die aus ästhetischen Gründen vorgenommen wird, sollte nach Möglichkeit auch eine ästhetische Narbe verbleiben. Hierzu muss präoperativ mit dem Patienten der zukünftige Narbenverlauf besprochen werden. Ein Anhaltspunkt für die spätere Narbenführung ist dabei zum Beispiel die Form der Badeanzüge oder von Bodys, die getragen werden. Die Schnittführung wird nach Möglichkeit so gewählt, dass ein Großteil der Narbe später unter diesen Kleidungsstücken verborgen werden kann. Je nach Schnittform wird ein flacher Narbenverlauf von Beckenkamm zu Beckenkamm oder ein eher etwas steilerer Narbenverlauf gewählt. Trägt der Patient häufig hohe Beinausschnitte, dann bevorzugt der Chirurg einen steileren Narbenverlauf.

Im mittleren Anteil liegt dabei der Hautschnitt unmittelbar oberhalb der Schamhaargrenze. Die obere Begrenzung des Schnitts ist in der Regel der obere Nabelrand, wobei der Nabel kreisförmig sparsam umschnitten wird. Nun wird der gesamte Hautfettmantel von der sogenannten Bauchdeckenfaszie abgelöst. Sie stellt die eigentlich straffen Strukturen der Bauchdecke dar. Unter diesen Faszien verlaufen die Muskeln. Die Ablösung von Haut und Unterhautfettgewebe wird von unten ausgehend bis zur Höhe der Rippenbögen durchgeführt. Dies muss sehr sorgfältig durchgeführt werden, um eine vollständige Beweglichkeit der gesamten Bauchhaut erzielen zu können. Da viele Gefäße zwischen der eigentlichen Bauchdecke und der Haut sowie dem Unterhautfettgewebe verlaufen, sorgt der Chirurg für eine Blutstillung in diesem Bereich. Nach Ablösung von Haut und Unterhautfettgewebe erfolgt eine Inspektion der eigentlichen Bauchdecke. Zeigt sich dann ein Auseinanderweichen der beiden gerade von kopfwärts nach fußwärts verlaufenden Bauchmuskeln, kann durch eine spezielle operative Technik eine Annäherung dieser beiden Muskeln erzielt werden. Wird dieser operative Schritt bei Vorliegen eines Auseinanderweichens der beiden geraden Bauchdeckenmuskeln nicht durchgeführt, kommt es unweigerlich nach der Operation beim Anspannen der Bauchdecke erneut zu einer Vorwölbung des Oberbauches, die ästhetisch wenig befriedigend ist.

Nach Rekonstruktion der eigentlichen Bauchdecke wird dann das frei beweglich gemachte Unterhautfettgewebe sowie die Haut fußwärts gezogen. Nachdem der Nabel ausgeschnitten wurde, wird die überschießende Haut und Unterhaut entfernt. Der Patient wird hierzu in eine leicht sitzende Haltung verbracht, gleichzeitig werden die Beine in den Hüftgelenken leicht gebeugt. Auf diese Weise gelingt es relativ spannungsfrei, die Wundränder aneinanderzulegen, um sie später vernähen zu können. Von einer gleichzeitigen Ausdünnung des Unterhautfettgewebes, entweder scharf durch das Skalpell, oder die Schere, beziehungsweise eine gleichzeitig erfolgende Fettabsaugung sollte heute nach Meinung vieler Chirurgen Abstand genommen werden. Es erhöht das Risiko erheblich, insbesondere was die spätere Durchblutung der verbliebenen Haut sowie des Unterhautbindegewebes anbetrifft.

Bevor nun die Wundränder miteinander vereinigt werden, wird die spätere Lokalisation des Nabels im Haut-/Unterhautfettgewebe festgelegt. Der auf der Bauchdecke fixiert gebliebene Nabel wird dann durch eine V-förmige Einschneidung hindurchgezogen und eingenäht. Danach werden in der Regel zwei Drainageschläuche eingelegt, an die Sogflaschen angeschlossen werden. Hierdurch kann noch austretendes Blut sowie Gewebewasser abgesaugt werden. Im Anschluss erfolgt dann eine Vereinigung der unteren Wundränder. Standardtechnik sind hierbei zwei fortlaufend im Unterhautfettgewebe sowie unmittelbar in der Haut verlaufende Nahtreihen. Nach Beendigung des Eingriffs wird nur ein milder Kompressionsverband mit einer einfachen elastischen Bauchdeckenbinde angelegt, um nicht eine Durchblutungsstörung in der Bauchdeckenhaut hervorzurufen. Die hier geschilderte Operationstechnik stellt allerdings nur den Standardablauf einer solchen Operation dar. Insgesamt bleibt jedoch festzuhalten, dass aufgrund der individuellen Verhältnisse viele Variationen im Rahmen einer Bauchdeckenstraffung erforderlich werden können.

Ambulanter Eingriff oder Klinikaufenthalt?

Aufgrund der Größe des operativen Eingriffs ist in der Regel eine stationäre Behandlung notwendig. Die Dauer des stationären Aufenthaltes ist jedoch vom Allgemeinbefinden sowie -zustand abhängig. Die Dauer des stationären Aufenthalts kann sich auf nur zwei bis drei Tage belaufen. Bei Begleiterkrankungen kann jedoch auch ein stationärer Aufenthalt von acht bis zehn Tagen erforderlich werden. Eine tageschirurgische Bauchdeckenstraffung stellt eine Ausnahme dar.

Erfolgt der Eingriff unter Vollnarkose?

Normalerweise wird der Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt, da nur so eine Rekonstruktion der eigentlichen Bauchdecke durchgeführt werden kann. Falls nur eine Verminderung von Haut und Unterhautfettgewebe erforderlich ist, kann auch eine sogenannte Tumeszenz-Lokalanästhesie durchgeführt werden. Hierbei wird dann eine große Menge von Betäubungsmittel und Flüssigkeit in die Bauchhaut eingebracht.

Wie bereite ich mich am besten auf die Bauchstraffung vor?

Um das allgemeine Operationsrisiko möglichst gering zu halten, sollte eine relative Fitness vorliegen. Hierzu ist es durchaus wünschenswert, zwei bis drei Monate vor dem geplanten Eingriff mit einem leichten Lauftraining oder Fahrradtraining zu beginnen, um seine Fitness zu steigern. Zusätzlich sollte noch eine maßvolle Diät eingehalten werden. In den letzten drei bis vier Wochen vor der Operation sollte jedoch eine übermäßige Gewichtsreduktion vermieden werden, da es hierdurch zu einer ungünstigen Stoffwechsellage des Gesamtorganismus mit Schwächung des Immunsystems kommen kann. Weiterhin können bestimmte Mangelerscheinungen des Stoffwechsels dann zu einer gestörten Wundheilung führen.

Was muss ich nach einer Bauchstraffung beachten?

Nach der Operation ist eine frühzeitige Mobilisierung erforderlich, um das Risiko einer Thrombose oder einer Lungenembolie möglichst kurz zu halten. Aufgrund der häufig nicht unerheblichen Spannung im Nahtbereich ist jedoch eine körperliche Schonung für zwei bis drei Wochen erforderlich. Danach kann ein mildes Fitnesstraining wieder aufgenommen werden. Ist gleichzeitig eine Rekonstruktion der eigentlichen Bauchdecke mit erfolgt, sind körperliche Anstrengungen für einen Zeitraum von sechs Wochen verboten. Für diesen Zeitraum für sollte auch ein mildes Kompressionsmieder getragen werden.

Welche Risiken gehe ich bei einer Bauchstraffung ein?

Ein Bauchstraffung stellt einen großen operativen Eingriff dar. Es kann zu einem erheblichen Blutverlust mit den dadurch bedingten Komplikationen kommen. Als Maßnahmen hiergegen werden Drainagen eingelegt, um frühzeitig eine Nachblutung erkennen zu können. Das Hauptrisiko einer solchen Operation besteht jedoch in einer Wundinfektion sowie einer mangelhaften Durchblutung der vom Oberbauch in den Unterbauch gezogenen Haut. Hieraus können ausgeprägte Wundheilungsstörungen mit sehr auffälligen und breiten Narben entstehen. Nach sekundärer Wundheilung können auch manchmal große Lappenplastiken, das sind ausgedehnte Hautverschwenkungen, erforderlich werden. In Einzelfällen sind sogar nach fortschreitenden Wundinfektionen Todesfälle beschrieben.

Muss ich später noch mal zum Arzt?

Nach der Operation sind zunächst regelmäßige Wundkontrollen erforderlich. Nach Fädenentfernung ist dann allerdings nur nochmals eine Kontrolle nach sechs Wochen sowie nach drei Monaten notwendig.

Kann eine Bauchdeckenstraffung rückgängig gemacht werden?

Nein, eine Bauchdeckenstraffung kann nicht rückgängig gemacht werden. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die zu erwartenden Narbenbildungen von Bedeutung. Auch bei sorgfältigster Technik verbleiben auf Dauer deutlich sichtbare Narben.

Kann (oder sollte) ich eine Bauchstraffung auch mehrmals machen lassen?

Prinzipiell betrachtet ja. Es ist jedoch schon aufgrund der veränderten Durchblutungsverhältnisse dann mit einem deutlich erhöhten Operationsrisiko von Wundheilungsstörungen und teilweisem Absterben von Hautanteilen zu rechnen. Nach Möglichkeit sollte eine Bauchstraffung nur ein einziges Mal durchgeführt werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2012

Übersicht: Schönheitsoperation
Fragen zum Thema

Zum Seitenanfang