Häufig als Ergänzung zu geeigneten Medikamenten

Nicht-medikamentöse Therapie Überblick

Alternative Verfahren haben einen zentralen Stellenwert in der Therapie, insbesondere von chronischen Schmerzen. Schmerz-Experten stellen sie individuell zusammen, weil ihre Notwendigkeit und Wirksamkeit sowohl von der Schmerzart als auch von der speziellen Situation des Patienten abhängt. Die Methoden eignen sich in der Regel als Ergänzung zu einer passenden Medikation.

In der Behandlung chronischer Schmerzen spielen zusätzlich zu den medikamentösen auch nicht-medikamentöse Methoden eine wichtige Rolle. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Akupunktur oder auch das sogenannte TENS bei Schmerzen. Auch Massagen können eingesetzt werden, um beispielsweise Muskelverspannungen als Ursache für Kopfschmerzen zu lindern. Dasselbe gilt für spezielle Entspannungsverfahren.

Einerseits können diese Verfahren dazu beitragen, insbesondere bei langfristiger Therapie die notwendige Dosis der Schmerzmittel und damit deren Nebenwirkungen zu senken. Und andererseits ermöglichen sie häufig eine ursächliche Behandlung der Schmerzen. Denn insbesondere bei der Chronifizierung von Schmerzen spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, beispielsweise der psychische Umgang mit den Schmerzen, der schmerzbedingte Stress und die ständige Verspannung der Muskulatur in den betroffenen Regionen. Und an diesen Punkten greifen die nicht-medikamentösen Verfahren an. Daher sind sie aus den ganzheitlichen, so genannten multimodalen Therapiekonzepten der modernen Schmerztherapie inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Alternative Ansätze der Schmerztherapie im Überblick

  • Akupunktur

Bei Schmerzen unterschiedlicher Art hat sich die Anwendung der über 2500 Jahre alten Methode aus dem Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bewährt, um die Beschwerden nachhaltig zu bessern. Wichtig ist, dass die Akupunktur von einem erfahrenen Akupunkteur durchgeführt wird und eine ausreichende Anzahl an Sitzungen wahrzunehmen.

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  • Biofeedback

Das Biofeedback bietet dem Patienten die Möglichkeit, bestimmte Vorgänge im Körper gezielt zu beeinflussen. Hierfür benötigt er ein spezielles Gerät, das ihm die entsprechenden Körperfunktionen darstellt. Auf diese Weise lassen sich mit Übung beispielsweise Atemfrequenz, Herzfrequenz und Muskelspannung besser kontrollieren. Und bei Migräne gibt es den Ansatz, Dehnung und Verengung der Kopfschlagader willkürlich zu steuern.

  • Hypnotherapie

Eine weitere Methode stellt die Hypnotherapie dar. Bei diesem Verfahren fördert der Patient mit Hilfe von Vorstellung und Autosuggestion seine eigenen Kräfte gegen den Schmerz. So lernen nach Angaben der Selbsthilfeorganisation Deutsche Schmerzliga beispielsweise kleine Kinder mit Kopfschmerzen, sich bei zu großen Belastungen vorzustellen, unter einem schützenden Schirm zu sitzen. Haben sie sich erholt, klappen sie den Schirm (in Gedanken) einfach wieder zu. Auch diese Methode kann der Patient nach einigem Üben alleine anwenden.

  • Muskelentspannung nach Jacobson

Häufig angewendet wird bei Schmerzen beispielsweise die progressive Muskelentspannung nach Jakobson. Hierbei lernt der Patient, in einer entspannten Lage nacheinander bestimmte Muskelgruppen anzuspannen und wieder zu entspannen. Auf diese Weise lässt sich der Schmerz lindern, weil Verspannungen besser erkannt und reduziert werden können. Außerdem macht der Patient die Erfahrung, sich Zeit für sich zu nehmen und etwas gegen den Schmerz unternehmen zu können.

  • TENS

Die Abkürzung Tens steht für Transkutane Elektrische Nervenstimulation und hat sich insbesondere bei Spannungskopfschmerzen und Migräne bewährt. Bei dieser Methode wird zur Schmerzlinderung niederfrequenter Impulsstrom eingesetzt.

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  • Wärme- und Kälteanwendungen

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Bei den physikalischen Methoden wird vor allem auf passivem Wege versucht, die Schmerzen positiv zu beeinflussen. Im Falle chronischer Spannungskopfschmerzen, die durch muskuläre Verspannungen bedingt sind, stellt die Anwendung von Wärme (Thermotherapie), beispielsweise in Form von Fangopackungen, Wärmflaschen, oder Infrarotlicht, eine übliche Methode dar. Sie führt unter anderem dazu, dass die Muskulatur entspannt und die Durchblutung zunimmt.

Im Akutfall hingegen haben sich Kälteanwendungen (Eisbeutel, kalter Waschlappen auf der Stirn) bewährt. Durch sie lässt die Geschwindigkeit der Schmerzweiterleitung nach. Außerdem ziehen sich die Blutgefäße zusammen, was der Bildung von Schwellungen entgegenwirkt. Des Weiteren laufen entzündliche Prozesse langsamer ab und schließlich kann die Kälte - wie Wärme - dazu beitragen, dass die Muskelspannung nachlässt.

  • Massagen

Teil- oder Ganzkörpermassagen ergänzen die physikalischen Methoden. Hier werden beispielsweise durch Kneten, Streicheln oder Klopfen die Haut, die Muskulatur und das Bindegewebe mechanisch positiv beeinflusst.

Weitere Ansätze der nicht-medikamentösen Schmerztherapie sind:

Viele Schmerzpatienten profitieren darüber hinaus von dem Austausch in einer Selbsthilfegruppe.

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Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2012
Quellen: Therapie chronischer Schmerzen. W. Striebel, Schattauer Verlag, Stuttgart, 2002. Behandlung chronischer Schmerzzustände in der Praxis. H. Kayser, Uni-Med Verlag, Bremen, 2001. Lehrbuch der Schmerztherapie. Hrgs: M. Zenz, I. Jurna, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2001.

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