Durchblutungsstörung im Gehirn

Schlaganfall

Woran erkenne ich einen Schlaganfall?

Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Häufigste Ursache ist ein Blutgerinnsel (Thrombus*), das ein Gefäß verschließt und die Sauerstoffversorgung der Nervenzellen lahm legt. Seltener ist eine Hirnblutung, die durch ein zerstörtes Blutgefäß hervorgerufen wird.

Jede Zelle unseres Körpers braucht Sauerstoff zum Leben. Dieser wird über das Blut bis zu den Zellen geleitet. Ist die Durchblutung der Zellen gestört, so sterben sie ab. Das Absterben von Zellen hat je nach Ort der Durchblutungsstörung (im Herzen, in der Lunge, im Gehirn) und der Anzahl der betroffenen Körperzellen sehr unterschiedliche Folgen. Eine "schlagartig" einsetzende Durchblutungsstörung im Gehirn führt zu einem Schlaganfall und damit zu einem Ausfall bestimmter Hirnfunktionen. Weil die Nervenzellen, anders als zum Beispiel Muskelzellen,  ganz besonders empfindlich sind, können sie ohne Sauerstoff nicht überleben.

Zwei Ursachen können einer Durchblutungsstörung zugrunde liegen

Der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus oder Embolus*) führt zum Hirninfarkt – Ärzte sprechen dann von einer Ischämie bzw. einem ischämischen Schlaganfall. Die Folge der Durchblutungsstörung ist eine Unterbrechung der Blut- und Sauerstoffversorgung, die zu einem Funktionsverlust und später zum Tod der Hirnzellen führt. 80 bis 85 Prozent der Schlaganfälle werden durch eine Ischämie verursacht.

Statt einer Durchblutungsstörung kann auch eine Hirnblutung einen Schlaganfall verursachen. Das ist seltener, etwa in 15 bis 20 Prozent der Fälle die Ursache. Missbildungen der Gefäße oder ein hoher Blutdruck verursachen einen Einriss der Gefäßwand einer Hirnarterie. Blut strömt aus dem Gefäß und drückt die Nervenzellen ab. Diese Blutungen entstehen zumeist im Inneren des Hirngewebes (intrakranielle beziehungsweise intrazerebrale Blutung) oder zwischen den Hirnhäuten (Subarachnoidalblutung) und an der Hirnbasis.

Hirnblutungen gelten als besonders schwerwiegende Schlaganfälle

Von ihnen sind häufig auch jüngere Menschen betroffen sind.

Mediziner bezeichnen einen Schlaganfall, je nachdem, ob eine Durchblutungsstörung oder eine Hirnblutung zugrunde liegt, als "weißen" (Narbengewebe) beziehungsweise "roten" Infarkt (Rückstände einer Blutung). Der Begriff "Infarkt" klingt dabei zunächst ungewöhnlich, bedeutet jedoch nichts anderes, als dass die Durchblutung der Zellen auf Dauer gestört ist und diese absterben.

Der Vorbote des Schlaganfalls

Ein Vorbote des Schlaganfalls ist die "transitorisch Ischämische Attacke (TIA)". Es handelt sich um eine vorübergehende beziehungsweise flüchtige Durchblutungsstörung des Gehirns. Die Symptome des Schlaganfalls bilden sich innerhalb von Minuten oder Stunden vollständig zurück. Die TIA hat in der Notfallmedizin eine große Bedeutung, weil die schnelle Erkennung und Behandlung der Ursache bei vielen Patienten einen "großen" Schlaganfall verhindern kann. Das Risiko, einen vollendeten Schlaganfall zu erleiden, ist in den ersten Tagen nach einer TIA sehr hoch, daher muss die Ursache der Durchblutungsstörung schnell abgeklärt und behandelt werden.

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Glossar zum Schlaganfall

Thrombus: Thrombus ist der medizinische Begriff für einen Blutpfropf bzw. ein Blutgerinnsel. Ein Thrombus kann ein Gefäß als festsitzender Blutpfropf an einer Entstehungsstelle verstopfen. Thromben bilden sich sowohl im venösen als auch im arteriellen Blutkreislauf.

Embolus: Löst sich ein Thrombus von einer Gefäßengstelle und wird in weiterführende Gefäße eingeschwemmt, wird dieses Gerinnsel nicht mehr als Thrombus, sondern als Embolus bezeichnet.

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Letzte Aktualisierung: 04. April 2013
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (DSG) (2008): Leitlinien zur Akuttherapie des ischämischen Schlaganfall 2008 (Aktualisierung Mai 2009). Download unter http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_023.pdf am 15.03.2010. Rothwell PM, Warlow CP: Timing of TIAs preceding stroke. Time window for prevention is very short. Neurology (2005); 64: 817-820. Diener HC, Hacke W, Forsting M (Hrsg.): Schlaganfall. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2004.

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