Spezielle Programme

Schmerzbewältigungstraining bei Rheuma

Lang anhaltende Schmerzzustände gehen oft mit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität einher. Für die Betroffenen können sie zudem weit reichende psychologische und soziale Folgen haben.

Putzen macht den Ruecken krumm
Arbeit im Haushalt dient dem Schmerzmanagement mitunter besser als Ruhe.
(c) Stockbyte

Nach Ansicht von Experten der Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie Bad Rothenfelde bietet sich deshalb ein Schmerzbewältigungstraining immer dann an, wenn chronische Schmerzen mit medizinischen Verfahren nicht schnell und wirksam genug gelindert werden können.

Entsprechende Schmerzbewältigungstrainings, die sowohl stationär als auch ambulant erfolgen können und als Hilfe zur Selbsthilfe konzipiert sind, setzen sich in der Regel aus mehreren Behandlungsschritten zusammen.

Hintergrund ist, dass bei chronischen Schmerzzuständen oft weit mehr Faktoren eine Rolle spielen, als die rein körperlichen. Sie reichen von der Wahrnehmung der Schmerzursache, der Weiterleitung und Verarbeitung dieser Information im zentralen Nervensystem bis hin zur individuellen geistigen und emotionalen Bewertung der Empfindung. Auch Lernvorgängen kommt eine wichtige Bedeutung zu. Daher müssen schmerztherapeutische Verfahren auf verschiedenen Ebenen angreifen, um erfolgreich zu sein.

Zum einen erfährt der Patient deshalb Hintergründe über seine Schmerzerkrankung und über den Gebrauch von Schmerzmitteln. Zum anderen soll er durch Selbstbeobachtung individuelle schmerzauslösende und -lindernde Faktoren erkennen, um diese gezielt verhindern bzw. einsetzen zu können.

Darüber hinaus erlernt der Betroffene Entspannungstechniken, da in vielen Fällen ein Teufelskreis aus Schmerzempfindung, Muskelverspannung und Befindlichkeitsstörung besteht, den es zu durchbrechen gilt. Ziel ist es, schmerzverstärkende Muskelverspannungen zu mindern und dadurch den Schmerz besser zu kontrollieren. In einem weiteren Schritt werden dann Methoden vermittelt, die dabei helfen, den Schmerz zunehmend auszublenden, etwa indem man sich auf bestimmte Tätigkeiten (z.B. Haushalt, Sport) oder Wunschvorstellungen (z.B. Traumreise) konzentriert. Zudem sollen die Programme unter anderem Aktivitäten, Genuss und Lebensfreude der Erkrankten fördern und einen Austausch unter Menschen mit ähnlichen Problemen ermöglichen.

Wie Dr. E. Broll-Zeitvogel und Kollegen hervorheben, ist der Erfolg derartiger Maßnahmen bei verschiedenen Schmerzerkrankungen belegt. So besserten sich beispielsweise in Studien bei Rheumapatienten die Schmerzintensität, die Angst, die körperlichen Beschwerden, die Depressionen und die Schlafbeschwerden. Diese positiven Effekte konnten teilweise auch noch nach einem Jahr nachgewiesen werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. Februar 2012
Quellen: Broll-Zeitvogel E. et al.: Schmerzbewältigung. Der Orthopäde 2007. 36(1):66-72.

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