Symptome

Rheumatoide Arthritis: Entzündung der Gelenkinnenhaut

Die meisten "direkten" Rheuma-Symptome betreffen die Gelenke. Es können aber auch allgemeine Missempfindungen dazukommen.

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Bei rheumatoider Arthritis liegt meist eine Entzündung der Gelenkinnenhaut vor.
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In über 80 Prozent der Fälle bildet sich die Erkrankung der rheumatoiden Arthritis über einen langen, Jahre andauernden Zeitraum heraus. Einen plötzlichen Beginn mit innerhalb von Tagen einsetzenden Gelenkschwellungen und beträchtlichen Schmerzen zeigen etwa 20 Prozent der Betroffenen.

Symptome der rheumatoiden Arthritis im Anfangsstadium

Ein Vorläuferstadium (Prodromalstadium) findet sich bei etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis. Allgemeinsymptome der rheumatoiden Arthritis wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, erhöhte Temperaturen und Missempfindungen leiten die Erkrankung oft ein. Kommen Morgensteifigkeit, Schmerzen und Schwellungen der Gelenke hinzu, ist der Verdacht auf Bestehen einer rheumatoiden Arthritis geboten.

Gelenkbeteiligung und Ausdehnung

In 60 bis 70 Prozent der Fälle sind die Finger- und Zehengelenke zuerst betroffen. Charakteristischerweise sind die Gelenke beider Körperhälften gleichzeitig einbezogen, man spricht von einer symmetrischen Ausdehnung. Bei 30 bis 40 Prozent der Patienten kann zu Beginn aber auch ein Befall von Knie-, Schulter-, Kiefer- und Wirbelgelenke sowie innerer Organe auftreten. Bezeichnend dabei ist die einseitige und mehrere Gelenke betreffende Entzündung.

Gelenkinnenhautentzündung (Synovialitis)

Die Gelenkinnenhaut (Synovia) bildet das Hauptziel der Entzündung. Schmerzen in Ruhe und bei Belastung, Gelenkschwellungen und Gelenkerwärmung sind typische Krankheitszeichen der rheumatoiden Arthritis. Die Symptome können sich komplett zurückbilden. Nicht selten bleiben aber auch bleibende Veränderungen und Schäden durch länger bestehende oder wiederkehrende Entzündungsprozesse zurück. Bewegungseinschränkungen, Fehlstellungen und eine Instabilität der Gelenke sind mögliche Folgen. In 80 % der Fälle lassen sich Zerstörungsprozesse von Knochen und Knorpel mit bildgebenden Verfahren (Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT), Szintigrafie, Röntgen) nachweisen.

Ein Übergreifen auf Sehnen und Sehnenscheiden an Händen, Schultern und Füßen sowie der Schleimbeutel ist häufig. Die Beschwerden äußern sich ähnlich wie bei der Gelenkhautentzündung: Schmerzen, Schwellungen und Bewegungsstörungen. Auch das Einreißen (Ruptur) der Sehnen ist eine mögliche Folge.

Rheumaknoten bei der rheumatoiden Arthritis

Unter der Haut finden sich bei einigen Betroffenen (zehn bis 20 Prozent) derbe, schmerzlose Knoten: die sogenannten Rheumaknoten der rheumatoiden Arthritis. Sie treten insbesondere an druckbelasteten Körperstellen auf:

  • an den Streckseiten der Gelenke (z. B. Ellenbogen, Finger)
  • an den Achillessehnen
  • am Gesäß
  • am Kopf

Häufig lassen sich bei Patienten mit Rheumaknoten gleichzeitig sogenannte Rheumafaktoren im Blut nachweisen.

Weitere Organmanifestationen der rheumatoiden Arthritis

Entzündungsprozesse müssen nicht auf die Gelenke begrenzt bleiben. Da es sich bei der rheumatoiden Arthritis um eine systemische Erkrankung handelt, können neben den Gelenken auch andere Organe betroffen sein. Vor allem Patienten mit schwerem Entzündungsgeschehen und Rheumafaktor-Nachweis neigen dazu. Die Mitbeteiligung von Herz, Lunge und Gefäßen oder der Augen und der Haut tritt meistens in späteren Stadien auf, ist aber auch zu Krankheitsbeginn der rheumatoiden Arthritis möglich. Selten können schwere bis lebensbedrohliche Komplikationen hervorgerufen werden, z. B. Herzbeutel- oder Rippenfellentzündungen.

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Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2012

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