Sport bei Rheuma

Rheuma: Welche Sportarten sind geeignet?

Rheumatiker sollten Sport treiben: Lifeline erläutert, welcher Sport gut ist bei Rheuma

Sport kann bei entzündlichem Rheuma die körperliche Funktionsfähigkeit verbessern und Schmerzen lindern. Doch nicht jede Sportart ist für Rheumatiker geeignet.

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Sport lindert Rheuma. Beim Radfahren heißt es: Kleine Übersetzungen wählen, dafür etwas schneller treten.

Sport wirkt sich auf verschiedene Art und Weise positiv auf die Gesundheit aus. Gerade für Kinder und Jugendliche nimmt er eine besondere Bedeutung ein. Wer mag aber an Sport denken, wenn die Gelenke schmerzen? Viele vermeiden daher, sich zu bewegen.

Dabei zeigen zahlreiche aktuelle Studien, dass Menschen mit Rheuma nicht auf Sport verzichten müssen, im Gegenteil: Sport hilft, die Funktion der Gelenke zu erhalten, die Mobilität zu steigern, Fehlstellungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Auch überschüssige Pfunde können so abtrainiert werden, die entzündete Gelenke zusätzlich belasten. Darüber hinaus profitieren Sportler von einer Steigerung des Herzkreislauf-Systems und können somit Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen.

Welche Sportarten sind bei Rheuma geeignet?

Grundsätzlich sollte die gewählte Sportart drei Kriterien erfüllen:

  1. Sie sollte gelenkschonend sein,
  2. nicht mit einem erhöhten Verletzungsrisiko einhergehen und
  3. die Muskeln stärken.

Aber übertreiben Sie es nicht und vor der Wahl einer Sportart sollten Sie mit seinem behandelnden Rheumatologen sprechen. Denn nicht jede Sportart ist bei jeder rheumatischen Erkrankung empfehlenswert.

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Generell gilt, dass die betroffenen Gelenke keiner erhöhten Stoß- oder Schlagbelastung ausgesetzt werden sollten. Sportarten wie Tennis oder Ski Alpin sind daher für Rheumatiker nicht empfehlenswert. Auch viele Mannschaftssportarten gelten aufgrund ihres hohen Verletzungsrisikos als ungeeignet für Rheumatiker. Gerade, wenn man unerfahren ist, steigt das Verletzungsrisiko. Sie sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt betrieben werden. Er kann auch beurteilen, ob ein Patient beispielsweise mit einer speziellen Handgelenks-Bandage weiterhin Tennis spielen sollte oder ob jemand eine "Risikosportart" trotz Rheuma weiter betreiben darf, weil er sie schon früher ausgeübt hat.

Als besonders gelenkschonend und gut für die Fitness gelten folgende Sportarten:

  • Schwimmen (insbesondere Rückenschwimmen), Aquagymnastik, -jogging etc: Durch den Auftrieb des Wassers reduziert sich die Belastung der Gelenke deutlich. Positiv wirkt sich auch eine höhere Wassertemperatur aus.
  • Nordic Walking: Die harmonischen Bewegungen lassen nahezu sämtliche Muskeln und Gelenke zum Einsatz kommen.
  • Radfahren oder Ergometertraining: Trainiert die Ausdauer. Damit die Gelenke geschont werden, sollte in möglichst kleinen Übersetzungen eine relativ hohe Trittfrequenz erreicht werden.
  • Skilanglauf: Trainiert schonend sämtliche Muskeln und Gelenke.
  • Wandern: Trainiert Ausdauer und Fitness. Bei bergigen Strecken sollte Schuhwerk mit ausreichender Stützfunktion und überdurchschnittlicher Dämpfungseigenschaft gewählt werden, um die Gelenkbelastungen zu reduzieren.
  • Gymnastik: Trainiert Beweglichkeit und Ausdauer. Ideale Sportart gerade auch für ältere Menschen.

Für einen optimalen Trainingserfolg sollten die meisten Sportarten unter Anleitung erlernt werden. So vermeidet man, dass sich Fehler einschleichen und man sich im schlimmsten Fall durch Fehlbelastungen mehr schadet als nutzt. Kurse bieten zahlreiche Fitnessstudios oder Volkshochschulen an. Bei der Suche nach geeigneten Kursen können die regionalen Rheuma-Selbsthilfegruppen weiterhelfen.

Schmerzende Gelenke müssen geschont werden

Schmerzen haben einen Sinn: Sie schützen den Körper vor weiteren Schäden. Darum sollten Menschen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen auf Ihren Körper hören. Er zeigt mit der Schmerzreaktion, welche Belastungen in Ordnung sind und welche Sie meiden sollten. Problematisch ist es, wenn Schmerzmittel ins Spiel kommen. Sie stellen den körperlichen Alarmmechanismus aus. Wer dann beim Sport keinen ausreichenden Gelenkschutz betreibt, riskiert weitere Gelenkschädigungen.

Sport ist trotz rheumatischer Schmerzen ratsam

Bei einigen Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kann die Schmerzverarbeitung gestört sein. Man spricht auch von einer sekundären Fibromyalgie. Der Schmerz ist dann kein Warnsignal mehr, das auf eine Schädigung hindeutet, sondern nur ein "Fehlalarm". Schonen bringt in diesem Fall keine Linderung. Im Gegenteil, die Schmerzen können sich verstärken und es droht ein Teufelskreis.

Auch wenn es schwer fällt: Sport tut bei Rheuma gut. Er sollte regelmäßig aber in Maßen betrieben werden. Besonders viel Spaß macht es, wenn man sich dazu mit anderen Menschen trifft. Sie helfen einem auch dabei, den inneren Schweinehund zu besiegen, wenn man mal wieder keine Lust hat. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. März 2014
Quellen: Nach Informationen vom Sportärztebund, EULAR 2007 und Neeck, G: et al. Akt Rheumatol 2008;33:41-45

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