Im Gespräch bleiben
Rheuma beeinflusst auch die Partnerschaft
Eine rheumatische Erkrankung fordert nicht nur dem Patienten einiges ab - auch seinem Partner und seiner Familie.
Um den Alltag zu meistern, helfen offene Worte und klares Verteilen von Aufgaben. Freiräume und eigene Interessen bewahren die Selbstständigkeit der Partner und beleben ihre Paarbeziehung.
Rheuma betrifft nicht nur den Patienten, sondern auch seine Angehörigen. Chronische Schmerzen und körperliche Einschränkungen stellen für alle Beteiligten eine große Aufgabe dar. Nicht alle Beziehungen sind den Belastungen durch die Krankheit gewachsen.
Doch jede Partnerschaft ändert sich im Laufe der Jahre, ebenso wie das Verhältnis zu den Kindern und eigenen Eltern. Dass Beziehungen sich dabei entzweien können, ist zwar traurig, aber ganz normal. Andere intensivieren sich dafür. Viele Partnerschaften und Familienbande ließen sich jedoch oft erhalten, wenn einige Beteiligten ihre Beziehung bewusster pflegen würden. Die Grundregel dabei lautet: im Gespräch bleiben. In guten Zeiten ist das einfach - in schwierigen ist es aber umso wichtiger. Gefühle und Wünsche ehrlich zu äußern, fällt nicht immer leicht: Kein Angehöriger gibt gerne zu, dass er verunsichert ist oder sich durch Rücksichtnahme und Pflege überfordert fühlt.
Viele Kranke wollen ihren Lieben nicht zur Last fallen, wünschen sich aber andererseits Verständnis und Trost. Nur offene Worte bringen Klarheit und ebnen den Weg für ein harmonisches Zusammenleben. Vor allem der Rheumatiker darf sich nicht scheuen, seine Bedürfnisse zu artikulieren und klar zu sagen, welche Hilfe er braucht. Sein gesundheitlicher Zustand ist ihm nämlich nicht immer anzusehen.
Tägliche Aufgaben verteilen
Für Angehörige ist es mitunter schwer, das richtige Maß an Fürsorge für das rheumakranke Familienmitglied zu finden. Ein Fehler ist es, einem Rheumatiker zu viele Aufgaben abzunehmen. Das bevormundet und drängt ihn in eine unnötige Abhängigkeit.
Stattdessen sollte es im Interesse aller liegen, dass der Patient so viel Selbstständigkeit wie möglich behält. Erst wenn er etwas alleine nicht mehr schafft, ist es Zeit, um Unterstützung bitten und Hilfe gerne annehmen. Bewährt hat sich, genau festzulegen, wer welche täglichen Aufgaben übernimmt und die Verteilung regelmäßig zu überprüfen.
Trotz Rheuma ein Paar bleiben
Ein Paar sollte darauf achten, dass die rheumatische Erkrankung nicht Oberhand über ihre Beziehung gewinnt. Für den pflegenden Partner ist es wichtig, genügend Zeit für Erholung zu haben. Das fördert seine Ausgeglichenheit und nützt dem Miteinander. Gute Paarbeziehungen kennzeichnet, dass sich Nähe und Distanz abwechseln. Jeder sollte auch eigenen Interessen nachgehen. Der Rheumakranke bewahrt so Autonomie.
Aber auch gemeinsame Unternehmungen sind unerlässlich. Sie stärken die Partnerschaft und erhöhen die Lebensfreude. Eine Rheumaerkrankung verändert eine Beziehung - viele Paare entwickeln im Laufe der Jahre eine ungekannte Nähe. Klappt es mal nicht so, kann eine Paar- oder Familientherapie sehr hilfreich sein.
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