Erleichterung im Alltag

Diese Hilfsmittel erleichtern den Alltag bei Rheuma

Schmerzende Finger, steife Gelenke – all das wirkt sich auch auf den Alltag aus. Einfache Handgriffe können so schnell zur Qual werden. Mit einigen Tricks und Hilfsmitteln lässt sich die Erkrankung jedoch austricksen.

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Bei Rheuma können steife Fingergelenke viele alltäglichen Handgriffe zur Qual machen. Für Haushalt und Körperpflege gibt es jedoch viele Hilfsmittel für Rheumatiker.
Photographer Morozova Tatiana

Was früher selbstverständlich war, wird auf einmal zur großen Herausforderung: Möhren schneiden, Zähne putzen, Briefe schreiben – all das kann durch die Gelenkzerstörung in Folge einer rheumatischen Erkrankung mehr oder weniger stark beeinträchtigt sein. Zahlreiche Hilfsmitteln erleichtern Menschen mit Rheuma den Alltag.

Praktische Hilfsmittel für den Alltag

Das Öffnen der Seltersflasche wird zum echten Kraftakt und auch das Marmeladenglas gibt seinen Inhalt morgens nicht so leicht preis? Diese Tücken des Alltags lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln umgehen. Kraftöffner sind ergonomisch geformte Griffhilfen, die auf alle gängigen Schraubverschlüsse aufgesteckt werden können. Getränkeflaschen, Haushaltsreiniger oder Sicherheitsschraubdeckel von Medikamenten lassen sich so ohne großen Kraftaufwand öffnen. Auch das koordinierte Halten von Schneidemessern fällt Menschen mit Rheuma oft schwer. Im Fachhandel erhältliche Messer mit speziellen Griffen reduzieren den zum Schneiden erforderlichen Kraftaufwand deutlich. Des Weiteren gibt es diverse Adapter aus Kunst- oder Schaumstoff, die auf Stifte, Bestecke aufgesteckt werden können. Menschen mit Rheuma können so wieder ohne große Anstrengung Schreiben oder Essen.

Sodabereiter das Schleppen von Wasserkisten und Taschen auf Rädern, so genannte Trolleys, machen Einkaufen unkompliziert. Auch das Öffnen von Schlössern wird schwierig, wenn man seine Finger nur eingeschränkt bewegen kann. Schlüsseldrehhilfen sollen Abhilfe schaffen.

Ein Stehstuhl oder ein Badewannensitz erleichtert die Körperpflege. Anziehhilfen für Slips, Hosen und Socken vereinfachen das Ankleiden und elastische Spiralschnürsenkel lassen sich bequem straffen oder lockern.

Elektrische Geräte erleichtern den Alltag

Auch wenn es das alte Telefon oder Handy noch tut – eine Neuanschaffung kann sich lohnen. Der Trend der vergangenen Jahre, die Geräte immer kleiner und kompakter zu machen, hat leider auch dazu geführt, dass sie nur noch schwer zu bedienen sind. Und das nicht nur, wenn man seine Finger nur eingeschränkt bewegen kann. Aber auch hier gibt es Abhilfe, denn immer mehr Hersteller bieten Handys mit großen Tasten an. Es lohnt sich, solche Geräte einmal im Laden zu testen. Wer den Hörer des Telefons nicht mehr über längere Zeit halten kann, der sollte es mal mit der Freisprecheinrichtung seines Telefons versuchen oder sich ein Headset zulegen.

Und noch eine Anschaffung kann sich lohnen – die elektrische Zahnbürste. Denn die reinigt die Zähne viel gründlicher als die gute alte Zahnbürste und schont das Handgelenk. Welche Modelle gerade empfehlenswert sind, können Sie beispielsweise aktuellen Testheften von Stiftung Warentest entnehmen.

Orthesen – Gelenkschutz muss nicht hässlich sein

Auch speziell angefertigte Orthesen erleichtern den Alltag, denn sie entlasten und unterstützen das kranke Gelenk. Diese Hilfsmittel müssen auch gar nicht nach Sanitätshaus aussehen. Zusammen mit Ergotherapeuten passt sie die Hilfsmittel den jeweiligen Bedürfnissen an.

Mobiliar und bauliche Veränderungen prüfen

Ein Rheumatiker sollte auch überlegen, was in seiner Wohnung geändert werden muss, damit er möglichst viele Dinge alleine erledigen kann. Sind die Möbel hoch und breit genug? Ist die Küche rheumagerecht eingerichtet? Muss ein spezielles Bett angeschafft werden? Was ist im Bad umzubauen? Ist der Einbau eines Aufzugs möglich? Die Liste möglicher Anpassungen ist lang - und je nach rheumatischer Erkrankung sehr unterschiedlich.

Viele Hilfsmittel kann der behandelnde Arzt verordnen. Welche Kosten Krankenkassen übernehmen, variiert. Am besten ist es, vor einer Neuanschaffung nachfragen. In vielen Fällen zahlen Krankenversicherungen auch die Ausbildung, ein Hilfsmittel richtig zu nutzen. Eine solche Einweisung sollte ein Rheumatiker auf jeden Fall wahrnehmen.

Hilfreiche Tipps von Betroffenen

So manch teure Lösung aus dem Fachhandel lässt sich auch leicht mit einfachen Mitteln aus dem Baumarkt erreichen. Wertvolle Tipps für den praktischen Gelenkschutz im Alltag liefern verschiedene Internetforen oder auch Selbsthilfegruppen vor Ort. Aber auch bei Fragen rund um die Therapie oder Krankheitsbewältigung ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Rheumapatienten Gold wert.

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Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2016
Quellen: Nach Informationen von Senio und www.rheuma-ringe.de

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