Rheumatoide Gelenkentzündung

Arthritis und Rheuma - was ist das?

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Gelenkentzündung und gehört zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Andere Bezeichnungen wie die Kurzform Rheuma sowie chronische Polyarthritis sind ebenfalls in Gebrauch.

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Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke, besonders oft der Finger.
Getty Images/iStockphoto

Der Volksmund fasst im Begriff "Rheuma" eine Vielzahl von Erkrankungen des Bewegungsapparats und der Gelenke zusammen. Die häufigste davon ist die Arthritis, eine Entzündung, die vor allem die Innenhaut von Gelenken, Schleimbeutel sowie Sehnenscheiden betrifft. Betroffene Gelenke sind besonders morgens steif, schmerzen, schwellen an und fühlen sich warm an.

Frauen leiden viel häufiger an Arthritis

Nach der Arthrose ist die rheumatoide Arthritis die häufigste entzündliche Erkrankung von Gelenken. Frauen leiden rund drei Mal so oft an Arthritis wie Männer, außerdem beginnt die Krankheit bei ihnen früher, besonders oft zwischen 55 und 65. Männer hingegen entwickeln die Entzündung im Schnitt erst zehn Jahre später.

Die Ursachen der Arthritis sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Eine Reihe von Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen. Das Bestehen einer erblichen Veranlagung bildet wahrscheinlich die Grundlage. Unter diesen Voraussetzungen können Auslöser wie Infektionen mit Bakterien oder Viren die rheumatoide Arthritis zum Ausbruch bringen. Auch eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis) könnte die Gelenkentzündung begünstigen.

Arthritis durch fehlgesteuerte und aggressive Zellen im Gelenk

Erkenntnisse zur Entstehung der Gelenkkrankheit haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Fehlgesteuerte Abwehrzellen wandern dabei in die Gelenke und stellen dort entzündungsfördernde Botenstoffe her, die sich gegen körpereigene Strukturen richten. In der Folge entsteht die Arthritis als (autoimmune) Gelenkentzündung. Diese Theorie würde nach aktueller Forschungslage auch die typische Ausbreitungsart der Arthritis erklären.

Eine weitaus größere Rolle für die unter Umständen verheerenden Folgen der Arthritis dürften aber onkologische Prozesse spielen: Aggressive Zellverbände dringen dabei nach neuren Erkenntnissen ins Gelenk ein und setzen einen Zerstörungsprozess in Gang. Die Zellen produzieren Enzyme, die Proteine auflösen und auf diese Weise schnell Knochen und Knorpel zersetzen - Verformungen und Versteifungen entstehen.

Die entzündlichen Prozesse der rheumatoiden Arthritis laufen zwar in den allermeisten Fällen in den Gelenken, insbesondere an der Gelenkinnenhaut ab. Aber auch andere Organe können in einigen Fällen mit betroffen sein: Augen und Gefäße sowie innere Organe wie Herz oder Lunge. Die Beteiligung anderer Gelenkstrukturen wie der Sehnen ist sogar häufig.

Gelenke werden steif und verformen sich

Eine Arthritis geht mit starken Schmerzen im betroffenen Gelenk einher. Abhängig von der Krankheitsdauer und -schwere sowie dem Anschlagen einer Therapie kann die rheumatische Erkrankung sogar Bewegungseinschränkungen und Verformungen von Gelenken und Extremitäten zur Folge haben. Vor allem die kleinen Gelenke der Finger und Zehen sind befallen. Charakteristisch für die rheumatoide Arthritis ist ein bestimmtes Ausbreitungsmuster, das symmetrische (beidseitige) Auftreten der sogenannten Arthritiden (Arthritis = Gelenkentzündung). Allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, erhöhte Körpertemperatur oder Missempfindungen treten bei Arthritis-Patienten ebenfalls auf.

Zur Diagnose der Gelenkentzündung führen typische Beschwerden sowie die körperliche Untersuchung. Desweiteren helfen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren dem Arzt, die rheumatoide Arthritis zweifelsfrei festzustellen.

Neuere Wirkstoffe gegen Arthritis: Biologicals

Lange galt die rheumatoide Arthritis als unheilbare Erkrankung. Mit wachsenden Erkenntnissen über Ursachen und Entstehung nimmt auch die Zahl und Effektivität der therapeutischen Möglichkeiten zu. Schon heute kann das Fortschreiten der Erkrankung verzögert bis aufgehalten werden. Die Medikamentenforschung gegen Arthritis erzielte in den letzten Jahren große Fortschritte. Neue Wirkstoffe aus der Gruppe der Biologicals, etwa Golimumab oder Tocilizumab, sind seit einigen Jahren erfolgreich im Einsatz.

Zu den bewährten Medikamenten gegen Arthritis zählen Schmerzmittel, Cortison sowie cortisonfreie Entzündungshemmer, aber auch Antirheumatika, die die Entzündung basistherapeutisch in Schach halten. Zudem beweisen Studien, dass Fasten und anschließende vegetarische Ernährung die rheumatoide Arthritis langfristig eindämmen.

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Letzte Aktualisierung: 05. Februar 2012

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