Langwirksame Antirheumatika

Sulfasalazin bei rheumatoider Arthritis

Sulfasalazin in der Rheumatherapie-75627283.jpg
Sulfasalazin wird auch in der Rheumatherapie eingesetzt.
(c) Thomas Northcut

Das langwirksame Antirheumatikum Sulfasalazin wird bereits seit Jahren vor allem bei milden Formen der rheumatoiden Arthritis eingesetzt.

Die Substanz Sulfasalazin, die einen festen Stellenwert bei der Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen hat, wird seit Jahren als krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum auch in der Therapie der rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis) eingesetzt. Die Behandlung erfolgt mit magensaftresistenten Tabletten und konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen Symptome bessern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen: Gelenkschmerzen und -schwellungen ließen nach und im Röntgenbild sichtbare Veränderungen der Gelenke konnten reduziert werden.

Der genaue Wirkmechanismus von Sulfasalazin ist derzeit noch unklar. Die Substanz hat einen antibiotischen Effekt auf die Darmflora. Das könnte für die Wirksamkeit eine Rolle spielen, da Infektionen womöglich an der Entstehung der rheumatoiden Arthritis beteiligt sind. Zudem wirkt Sulfasalazin unterdrückend auf zu Grunde liegende Entzündungsreaktionen.

Auf Grund ihrer Wirkstärke wird die Substanz überwiegend bei milden Erkrankungsformen eingesetzt. Als vorteilhaft gegenüber anderen langwirksamen Antirheumatika gelten der relativ schnelle Wirkeintritt nach etwa einem Monat und eine gute Verträglichkeit. Schwer wiegende Nebenwirkungen sind selten. Die Blutwerte müssen wegen möglicher Veränderungen des Blutbildes und einem erhöhten Infektionsrisiko regelmäßig kontrolliert werden. Nach Absetzen der Behandlung normalisiert sich der Befund in der Regel relativ schnell.

Zu den häufigeren unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Magen-Darm-Störungen. Sie treten überwiegend im ersten Monat der Behandlung auf und lassen sich mindern, wenn die Behandlung einschleichend begonnen wird. Daher nimmt der Betroffene zunächst eine geringe Dosis und erhöht sie innerhalb von etwa vier Wochen Männer mit Kinderwunsch sollten beachten, dass Sulfasalazin die Beweglichkeit und Zahl der Spermien reduzieren kann. Dieser Effekt bildet sich meistens innerhalb von drei Monaten nach Absetzen der Therapie zurück und wirkt sich nicht schädlich auf die Fruchtbarkeit oder den Embryo aus.

Auf Grund der guten Verträglichkeit kann Sulfasalazin - unter Abwägung der individuellen Risiken - bei Patienten mit leichter ausgeprägten Nieren- oder Lebererkrankungen eine Therapiemöglichkeit darstellen. Auch Frauen während der Schwangerschaft oder Stillzeit können im Einzelfall mit der Substanz behandelt werden.

Bei rheumatoider Arthritis kommt Sulfasalazin entweder allein zum Einsatz oder es wird - zunehmend häufiger - kombiniert. Da das Medikament die Folsäure-Spiegel beeinträchtigen kann, sollte insbesondere bei einer Kombinationstherapie mit Methotrexat zusätzlich ein Folsäure-Präparat eingenommen werden.

Weitere Anwendungsgebiete

Sulfasalazin wird auch bei schwereren Formen des angewendet, wenn andere Behandlungsmethoden nicht ausreichend wirksam sind. Je nach vorherrschendem Beschwerdebild (Wirbelsäulenbeschwerden, Sehnen- oder Gelenkentzündung) ist ein Ansprechen der Therapie allerdings nicht immer gesichert.

Bitte beachten Sie, dass für die Angaben zu Medikamenten und Dosierungen keine Gewähr übernommen wird. Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen stellen keine Empfehlung oder Bewerbung des genannten Präparates oder der Präparate und Substanzen dar. Die Informationen ersetzen nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Für konkrete und individuelle Fragen zur Therapie wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Autor: Springer Medizin
Veröffentlicht am: 02. Februar 2012
Letzte Aktualisierung: 09. Februar 2012

Übersicht: Rheuma

Zum Seitenanfang