Prostatakrebs sicher diagnostizieren

Ejakulat zeigt, wie aggressiv Prostatakrebs ist

Labor, Krebs, Prostatakrebs, Vorsorge
Elf Marker im Ejakulat weisen auf Prostatakrebs hin. Damit gäbe es eine neue, sichere Diagnosemöglichkeit für diesen häufigen Krebs.
Getty Images/iStockphoto

Ist der Prostatakrebs aggressiv oder nicht? Ein neues Testverfahren erleichtert jetzt diese Einordnung. Proteine im Ejakulat zeigen, ob Prostatakrebs aggressiv ist und eine Operation erfordert oder Abwarten und Beobachten reicht.

Prostatakrebs ist der zweithäufigste Krebs beim Mann. Allerdings bedeutet die Diagnose Prostatakrebs nicht zwangsläufig eine Operation. Oft verändert sich der Krebs über Jahre hinweg kaum und gefährdet den Betroffenen nicht. Abwarten und beobachten lautet dann die Empfehlung. Bisher standen folgende Diagnosemöglichkeiten in Kombination zur Verfügung:

  • Der Bluttest zur Feststellung des PSA-Werts (prostataspezifisches Antigen),
  • Tastbefund über den Enddarm
  • Gewebegewinnung (Biopsie) zur Bestimmung des Gleason-Werts.

Allerdings sind diese gängigen Diagnoseverfahren in ihrer Aussage häufig nicht eindeutig. Um kein Risiko einzugehen, wird deshalb vermutlich öfter zum Skalpell gegriffen als wirklich nötig. Doch die Prostataoperation kann sehr unangenehme Nebeneffekte auslösen, etwa vorübergehende Blasenschwäche.

Proteine im Ejakulat als Marker von Prostatakrebs

Wissenschaftler der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig haben deshalb einen neuartigen Test entwickelt, der  für mehr Sicherheit bieten soll. In einer Studie analysierten die Mediziner spezielle Proteine im Ejakulat, die nur bei Prostatakrebs auftreten. Mit weiteren Untersuchungen identifizierten sie darunter elf Marker, die genau darüber Auskunft geben, ob es sich um aggressiven Prostatakrebs handelt oder um einen nur langsam wachsenden Tumor.

Ejakulat zeigt Prostatakrebs an

„Mit einer Sensitivität von 80 Prozent und einer Spezifität von 82 Prozent ermöglicht die Protein-Analyse im Ejakulat eine schon recht hohe Zuverlässigkeit in der Differenzierung des Tumorstadiums", fasst Privat-Dozent Jochen Neuhaus, Leiter des Forschungslabors der Urologie am Universitätsklinikum Leipzig, die Ergebnisse der Studie zusammen. "Obwohl derzeit noch keine echte Alternative zur Gewebegewinnung aus der Prostata besteht, sind unsere Studienergebnisse sehr vielversprechend und könnten künftig neben einer gezielten Diagnostik eine klare Therapieempfehlung ermöglichen.“

Spermatest als Alternative zur Biopsie

Derzeit wird das Testverfahren geprüft und hat deshalb noch nicht Einzug in die Praxen gehalten. Falls das Verfahren jedoch alle Hürden nimmt, könnte es eine viel genutzte Diagnosemöglichkeit werden. Ejakulat lässt sich unkompliziert gewinnen, während viele Patienten die invasive Biopsie jedoch als besonders unangenehmen Eingriff erleben.

Essen gegen Krebs

Autor: / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 16. September 2013
Quellen: PLoS ONE

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Beitrag zum Thema aus der Community
  • Prostatabeschwerden
    Sperma
    01.09.2013 | 13:52 Uhr von Ralf_K81

    Hallo, eine Frage, wenn man plötzlich etwas Blut im Sperma hat, ist das schlimm? muß man...   mehr...

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