Wiederkehren des Tumors
Prostata-Tumor kann nachwachsen
Viele Patienten mit einem auf die Prostata beschränkten Tumor sind nach der operativen Entfernung oder der Bestrahlung des Karzinoms geheilt. In manchen Fällen jedoch, in denen Tumorzellen im Körper verblieben sind, kann es nach einiger Zeit zu erneutem Tumorwachstum kommen.
Das Tumorwachstum kann entweder in unmittelbarer Umgebung des ursprünglichen Karzinoms (lokal) oder in anderen Organen (Fernmetastasen) statt finden, man spricht von einem Rezidiv. Wie man ein solches Rezidiv behandelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Knochenmetastasen nach Prostata-Tumor
Knochenmetastasen im Rahmen von Rezidiven sind beim Prostata-Tumor sehr häufig und können starke Schmerzen verursachen sowie Komplikationen wie Knochenbrüche oder eine Einengung des Rückenmarks nach sich ziehen. Bruchgefährdete Knochen sollten nach Möglichkeit operativ stabilisiert werden; das gilt insbesondere für die Wirbelsäule, weil hier eine Querschnittslähmung droht. Zusätzliche Bestrahlung vermindert das Wachstum der Metastasen und die Knochenschmerzen ebenso wie die Gabe bestimmter Medikamente, v.a. der Bisphosphonate, die die Oberfläche des Knochens weniger angreifbar für die Tumorzellen machen. Selbstverständlich ist bei Bedarf eine ausreichende Schmerztherapie erforderlich.
Vorangegangene Therapie ist wichtig
Die Art der vorhergegangenen Therapie spielt bei der Behandlung eine entscheidende Rolle: Wurde der Tumor durch eine radikale Prostatektomie operativ entfernt, so kann die Zweittherapie in einer Bestrahlung bestehen. Die Größe des bestrahlten Gebiets lässt sich heute sehr genau einstellen und hängt von der Ausdehnung des Rezidivtumors ab. Neben der unmittelbaren Umgebung der (entfernten) Prostata kann nach Bedarf auch die Beckenregion bestrahlt werden. Auch befallene Lymphknoten können mit einbezogen werden; im wesentlichen kommen die neben der Bauchschlagader sowie die in der Leistenregion gelegenen Knoten in Frage. In manchen Kliniken wartet man mit der Bestrahlung nicht, bis das Rezidiv sich durch Symptome bemerkbar macht oder radiologisch sichtbar wird, sondern man bestrahlt, sobald nach der Operation die PSA-Werte wieder ansteigen. Derzeit laufende Studien sollen zeigen, wie Erfolg versprechend dieses Vorgehen ist.
Bestand die Ersttherapie aus einer Bestrahlung vom Prostata-Tumor, so folgt darauf in aller Regel eine Hormontherapie. Damit lässt sich in sehr vielen Fällen ein lang andauernder Rückgang der PSA-Werte erreichen. In den seltenen Fällen, in denen das Rezidiv lokal begrenzt ist, kann auch eine Operation in Frage kommen, sofern Alter und Zustand des Patienten dies gestatten. Allerdings ist das Gewebe nach Strahlentherapie meist bindegewebig vernarbt, und die Operation zieht häufig eine Harninkontinenz nach sich.
Rezidiviert ein Prostata-Tumor nach Hormontherapie, so ist die Therapie der Wahl in der Regel eine Chemotherapie.
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