Bösartiger Tumor der männlichen Vorsteherdrüse

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Prostatakarzinom

Unter dem Begriff Prostatakrebs (Prostatakarzinom) versteht man einen bösartigen Tumor der Prostata, der männlichen Vorsteherdrüse. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebsart bei Männern.

Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und umgibt den Anfangsteil der männlichen Harnröhre. Sie ist für die Bildung eines Sekrets zuständig, das zusammen mit den Spermien bei einem Samenerguss abgegeben wird. Da sich die Prostata vor dem Enddarm befindet, kann sie vom Arzt im Rahmen einer rektalen Untersuchung mit dem Finger abgetastet und untersucht werden.

Häufigkeit von Prostatakrebs

Prostatakrebs ist mit einem Anteil von 26 Prozent die häufigste Krebserkrankung des Mannes überhaupt. Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkrankten 2012 in Deutschland etwa 67.000 Männer neu an Prostatakrebs, rund 12.000 starben an dem bösartigen Tumor. Die Erkrankungszahl ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Zurückzuführen lässt sich dieses unter anderem auf eine intensive Prostatakrebs-Früherkennung. Das bedeutet, dass nicht unbedingt die Zahl der Erkrankungen angestiegen ist, sondern dass nur die Zahl der diagnostizierten Fälle zugenommen hat.

Das Risiko für Prostatakrebs nimmt mit dem Alter zu. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren, vor dem 50. Lebensjahr kommt es nur selten zu einem Prostatakarzinom.

Entstehung der Tumoren

Prostatatumoren (medizinisch korrekt Prostatakarzinome) entstehen durch unkontrollierte Teilung von Zellen der Prostata vor allem in den hinteren Teilen des Organs: Rund 90 Prozent der Tumoren werden auf der dem Enddarm zugewandten Seite diagnostiziert. Sie wachsen langsam und bereiten, solange sie noch klein sind, kaum Beschwerden. Tatsächlich findet man bei sehr vielen älteren Männern, wenn man die Prostata oder Teile davon aus anderen Gründen entnimmt und mikroskopisch untersucht, kleine Tumoren. Das Wachstum ist oft so langsam, dass die Tumoren dem Träger zu Lebzeiten wahrscheinlich niemals Probleme bereiten werden.

Manche Prostatakarzinome wachsen schnell

Ein Teil der Prostatakarzinome wächst allerdings aus Gründen, die man noch nicht versteht, schneller. Wenn der Tumor so groß geworden ist, dass er zum Beispiel Druck auf die Harnröhre ausübt, kommt es zu Symptomen wie Blasenentleerungsstörungen. In vielen Fällen hat der Tumor zu einem solchen Zeitpunkt schon die Grenzen der Prostata überschritten - der Mediziner spricht von einer lokal fortgeschrittenen Erkrankung - und kann dann nicht mehr komplett operativ entfernt werden.

Prostatatumoren bilden Ableger im Knochen

Außerdem neigen Prostatatumoren dazu, bereits früh Metastasen vor allem in Knochen der Lendenwirbelsäule und des Beckens abzusiedeln. Diese Knochenmetastasen können zu sehr ernsten Komplikationen wie zum Beispiel zu Wirbelbrüchen führen. Sowohl der Tumor als auch die Metastasen sprechen oft sehr gut auf Strahlen- und/oder Hormontherapie an. Knochenmetastasen des Prostatakarzinoms und die durch sie bedingten Skelettkomplikationen lassen sich heute durch neu entwickelte Medikamente in vielen Fällen gut behandeln.

Aktuelle Artikel zum Thema
Weniger Prostatakrebs-Tote dank PSA-Test
Prostatakrebs-Vorsorge

Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs senkt das Risiko, an der Krebsart zu sterben, um ein Fünftel mehr...

Wolfgang Bosbach leidet an Prostatakrebs
CDU-Politiker bei "Wer wird Millionär"

Schon 2012 bekam der CDU-Mann die schlimme Diagnose mehr...

Prostatakrebs: Immuntherapie in Sicht
Ipilimumab gegen Tumore der Vorsteherdrüse

Studie gibt Patienten mit fortgeschrittenem Krebs neue Hoffnung mehr...

Hören Sie zu - reden Sie mit

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Neueste Fragen aus der Community

Autor: Dipl. Biol. Tanja Rojewski / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 19. Mai 2014
Durch:
Quellen: Online-Informationen der Deutschen Krebshilfe: http://www.krebshilfe.de (Stand: November 2013) Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums, Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 11/2013) Blauer Ratgeber "Prostatakrebs" herausgegeben von der Deutschen Krebshilfe, Stand 7/2011 Interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie und der Deutschen Krebshilfe: Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/022OL Version 2.0 (Stand: 2011) Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. Gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 7. Ausgabe, 2010

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Wie viele Prostatakrebs-Neuerkrankungen schätzt das RKI für das Jahr 2014?
Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...
Weitere Ratgeber zum Thema Krebs
  • KrebsKrebs

    Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen. Informieren Sie sich über Ursachen und Therapien mehr...

  • LungenkrebsLungenkrebs

    Erfahren Sie alles über Prophylaxe, Diagnose, Therapie und Nachsorge bei Lungenkrebs mehr...

  • DarmkrebsDarmkrebs

    Lesen Sie im Ratgeber, welche Chancen der Vorsorge und Früherkennung es bei Darmkrebs gibt. mehr...

  • BrustkrebsBrustkrebs

    Top-Infos zu Diagnose und Therapie, Expertenrat, Gedanken-Austausch: Nutzen Sie unseren Ratgeber Brustkrebs! mehr...