Bösartiger Tumor der männlichen Vorsteherdrüse

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Prostatakarzinom

Unter dem Begriff Prostatakrebs (Prostatakarzinom) versteht man einen bösartigen Tumor der Prostata, der männlichen Vorsteherdrüse. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebsart bei Männern. Jährlich werden etwa 60.000 neue Fälle von Prostatakrebs festgestellt.

Als Prostatakrebs (Prostatakarzinom) bezeichnet man einen bösartigen Tumor der männlichen Vorsteherdrüse (Prostata). Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und umgibt den Anfangsteil der männlichen Harnröhre. Sie ist für die Bildung eines Sekrets zuständig, das zusammen mit den Spermien bei einem Samenerguss abgegeben wird. Da sich die Prostata vor dem Enddarm befindet, kann sie vom Arzt im Rahmen einer rektalen Untersuchung mit dem Finger abgetastet und untersucht werden.

Häufigkeit von Prostatakrebs

Prostatakrebs ist mit einem Anteil von 26 Prozent die häufigste Krebserkrankung des Mannes überhaupt. Jährlich werden in Deutschland etwa 63.000 Fälle von Prostatakrebs neu entdeckt, wobei die Erkrankungszahl in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Zurückzuführen lässt sich dieses unter anderem auf eine intensive Prostatakrebs-Früherkennung. Das bedeutet, dass nicht unbedingt die Zahl der Erkrankungen angestiegen ist, sondern dass nur die Zahl der diagnostizierten Fälle zugenommen hat.

Das Risiko für Prostatakrebs nimmt mit dem Alter zu. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren, vor dem 50. Lebensjahr kommt es nur selten zu einem Prostatakarzinom.

Entstehung der Tumoren

Prostatatumoren (medizinisch korrekt Prostatakarzinome) entstehen durch unkontrollierte Teilung von Zellen der Prostata vor allem in den hinteren Teilen des Organs: Rund 90% der Tumoren werden auf der dem Enddarm zugewandten Seite diagnostiziert. Sie wachsen langsam und bereiten, solange sie noch klein sind, kaum Beschwerden. Tatsächlich findet man bei sehr vielen älteren Männern, wenn man die Prostata oder Teile davon aus anderen Gründen entnimmt und mikroskopisch untersucht, kleine Tumoren. Das Wachstum ist oft so langsam, dass die Tumoren dem Träger zu Lebzeiten wahrscheinlich niemals Probleme bereiten werden.

Manche Prostatakarzinome wachsen schnell

Ein Teil der Prostatakarzinome wächst allerdings aus Gründen, die man noch nicht versteht, schneller. Wenn der Tumor so groß geworden ist, dass er zum Beispiel Druck auf die Harnröhre ausübt, kommt es zu Symptomen wie Blasenentleerungsstörungen. In vielen Fällen hat der Tumor zu einem solchen Zeitpunkt schon die Grenzen der Prostata überschritten - der Mediziner spricht von einer lokal fortgeschrittenen Erkrankung - und kann dann nicht mehr komplett operativ entfernt werden.

Prostatatumoren bilden Ableger im Knochen

Außerdem neigen Prostatatumoren dazu, bereits früh Metastasen vor allem in Knochen der Lendenwirbelsäule und des Beckens abzusiedeln. Diese Knochenmetastasen können zu sehr ernsten Komplikationen wie zum Beispiel zu Wirbelbrüchen führen. Sowohl der Tumor als auch die Metastasen sprechen oft sehr gut auf Strahlen- und/oder Hormontherapie an. Knochenmetastasen des Prostatakarzinoms und die durch sie bedingten Skelettkomplikationen lassen sich heute durch neu entwickelte Medikamente in vielen Fällen gut behandeln.

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Fragen zum Thema

Autor: Dipl. Biol. Tanja Rojewski / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2010
Quellen: Online-Informationen der Deutschen Krebshilfe: http://www.krebshilfe.de (Stand: März 2010) Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. Gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 7. Ausgabe, 2010 Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums, Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 11/2010) Interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie und der Deutschen Krebshilfe: Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/022 (Stand: September 2009)

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