Knochengesundheit gefährdet

Ursachen und Risikofaktoren der Osteoporose

Bewegungsmangel ist ein wichtiger Risikofaktor für eine Osteoporose. Aber auch ungesunde Ernährung, Rauchen und bestimmte Erkrankungen können den Knochenschwund begünstigen. Und natürlich das Alter: Je älter ein Mensch wird, desto höher das Osteoporose-Risiko

Die Entstehung der Osteoporose wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Neben Bewegungsmangel und Fehlernährung können auch bestimmte Grunderkrankungen oder Arzneimittel sowie eine familiäre Veranlagung eine Osteoporose begünstigen. Grundsätzlich steigt das Osteoporose-Risiko mit zunehmendem Lebensalter, wobei Frauen häufiger als Männer betroffen sind. Diese Tatsache ist damit zu erklären, dass die sinkenden Östrogenspiegel nach der Menopause die Entwicklung einer Osteoporose begünstigen.

Starke Knochen: Der Grundstein wird in frühen Jahren gelegt

Der Lebensstil bis zum Beginn des Erwachsenenalters ist entscheidend für die maximale Knochenstärke des Skeletts. Kinder und Jugendliche, die sich viel an der frischen Luft bewegen und sich kalziumreich ernähren, haben eine bessere Ausgangssituation als Bewegungsmuffel, bei denen häufig phosphatreiche Getränke wie Cola oder Fast-Food auf dem Speiseplan stehen. Allerdings ist auch die genetische Mitgift von Bedeutung, denn der Knochenschwund trifft nicht nur häufiger Frauen, sondern tritt familiär gehäuft auf.

Lebensstilfaktoren

Auch im Erwachsenenalter wirken sich zahlreiche Lebensstilfaktoren auf das Risiko für Osteoporose aus: wenig Bewegung, eine unausgewogene Ernährung, aber auch Untergewicht und Nikotinkonsum können die Knochengesundheit beeinträchtigen und die Entwicklung einer Osteoporose begünstigen.

Krankheiten und Knochengesundheit

Darüber hinaus wirken sich bestimmte Krankheiten auf die Knochengesundheit aus. Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie begünstigen die Entstehung einer Osteoporose ebenso wie chronisch-entzündliche Erkrankungen - beispielsweise eine rheumatoide Arthritis oder ein Morbus Crohn - oder Störungen der Hormonproduktion von Schilddrüse, Nebenschilddrüse oder Nebenniere. Zudem gefährdet insbesondere ein Medikament die Knochenstabilität - das Kortison und seine Abkömmlinge. Wird es länger als drei bis sechs Monate täglich in einer Dosis von mindestens 7,5 Milligramm eingenommen, nimmt die Knochendichte ab. Daher sollte es in Kombination mit einer Knochenschutz-Therapie verordnet werden.

Gefahr bei Vitamin D-Mangel

Auch ein Vitamin-D-Mangel gilt als Risikofaktor für Osteoporose und osteoporosebedingte Knochenbrüche. Dieses Vitamin ist nicht nur für den Einbau von Kalzium in den Knochen erforderlich, sondern fördert auch das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln und senkt somit die Sturzneigung. Ärzte sprechen von einer verbesserten neuromuskulären Koordination und beschreiben damit eine wichtige Funktion des Vitamin D.

Risikofaktor Knochenbruch

Jeder Knochenbruch steigert das Risiko für weitere Brüche. Für Frauen nach der Menopause beträgt das Risiko, bis zu ihrem Lebensende eine solche Fraktur zu erleiden, gut 40 Prozent. Bei jeder zweiten Frau und jedem dritten Mann mit Osteoporose führt die Knochenkrankheit im Laufe ihres Lebens zu einer Fraktur, wenn die Krankheit unbehandelt bleibt. Am Beispiel der Wirbelkörperfraktur, der häufigsten Fraktur, die im Zusammenhang mit Osteoporose auftritt, lässt sich gut darstellen, wie dramatisch die Erkrankung das Risiko für einen Knochenbruch erhöht: Eine knochengesunde Frau mit 70 hat ein Risiko von 17 Prozent, in den folgenden zehn Jahren eine Wirbelkörperfraktur zu erleiden. Hat sie eine Osteoporose, steigt das Risiko auf 26 Prozent. Hat sie bereits eine Wirbelkörperfraktur erlitten, beträgt das Risiko 56 Prozent. Zusätzliche Risikofaktoren wie zum Beispiel das Rauchen führen zu einem weiteren Anstieg des Risikos. Da es nicht nur am Knochen liegt, ob er bricht, wird es mit zunehmendem Alter wichtiger, den natürlichen Verlust an Muskelkraft auszugleichen und den Gleichgewichtssinn zu trainieren, also über Krafttraining, Seilspringen oder auch Gleichgewichtsübungen das Sturzrisiko zu senken. Darüber hinaus sollten Gefahrenquellen für einen Sturz so weit wie möglich aus dem häuslichen Umfeld verbannt werden. Zu vermeiden sind lose Lampenkabel, hochstehende Teppichkanten oder Gegenstände, die den Bewegungsspielraum einengen. Für eine höhere Gangsicherheit sorgen zudem gute Beleuchtung, gutes Schuhwerk und eine der Sehkraft regelmäßig angepasste und geputzte Brille.

Osteoporose durch Medikamente?

Patienten, die wegen einer entzündlichen Erkrankung über längere Zeit Kortison in einer mittleren bis hohen Dosis nehmen müssen, haben ein erhöhtes Risiko, an Osteoporose zu erkranken. In diesen Fällen sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, wie langfristig positiv auf die Knochengesundheit eingewirkt werden kann.

Autor: Dr. Wiebke Kathmann / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2012
Quellen: Osteoporose-Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (2009), Patientenversion vom 15.2.2010: http://www.dv-osteologie.org/uploads/leitlinien/Patienten-Version_Druck.pdf

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