Knochendichtemessung steht im Zentrum

Diagnose der Osteoporose

Im Rahmen der Diagnose der Osteoporose nimmt die Knochendichtemessung eine zentrale Stellung ein. Untersucht werden sollten Frauen ab 70 und Männer ab 80 sowie Menschen mit bestimmten Risikofaktoren - etwa mit Wirbelkörperfrakturen und längerer Kortisoneinnahme

Beschwerden wie starker, plötzlich auftretender und anhaltender Rückenschmerz sind ein guter Grund, den Arzt aufzusuchen und das individuelle Osteoporose-Risiko ermitteln zu lassen. Dies gilt insbesondere für Menschen in der zweiten Lebenshälfte, zumal wenn sie sehr schlank sind. Anhand einer Liste von Osteoporose-Risikofaktoren kann der Arzt ermitteln, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Knochenbruch (Fraktur) in den nächsten zehn Jahren ist.

Basisdiagnostik

Im Rahmen der Basisdiagnostik erhebt der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese), die zum Beispiel Fragen zu vorangegangenen Stürzen und Knochenbrüchen, Krankheiten oder Medikamenteneinnahme, Schmerzen oder Funktionseinschränkungen umfasst. Zudem prüft der Arzt mithilfe von speziellen Tests die Muskelkraft und Koordination und gewinnt damit einen Eindruck, wie es um die Sturzneigung bestellt ist. Der Vergleich der jetzigen Körpergröße mit der im Pass eingetragenen gibt zudem einen guten Hinweis darauf, ob bereits Wirbelkörpereinbrüche aufgetreten sind. Wer mehr als vier Zentimeter seiner ursprünglichen Körpergröße eingebüßt hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit osteoporosebedingte Wirbelfrakturen.

Knochendichtemessung steht im Zentrum der Diagnostik

Die zentrale Methode in der Diagnostik der Osteoporose ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die Knochendichtemessung. Ärzte sprechen von der "Osteodensitometrie mittels DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometrie)". Mit ihr kann in der Regel geklärt werden, ob eine Osteoporose vorliegt. Die Messung erfolgt an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte. Das Diagnosekriterium für eine reduzierte Knochendichte (Osteopenie) beziehungsweise den Knochenschwund (Osteoporose) - der sogenannte T-Wert - wurde durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert. Er gibt die Abweichung der gemessenen Knochendichte eines Patienten vom statistischen Mittelwertwert der Knochendichte von jungen erwachsenen Personen (Standard) an. Liegt der Messwert um mindestens 2,5 Standardabweichungen unter dem definierten Mittelwert - beträgt der T-Wert also mindestens 2,5 - gilt dies als Osteoporose. Kommen zu einer um mehr als 2,5 Standardabweichungen reduzierten Knochendichte eine oder mehrere Frakturen ohne adäquaten Auslöser (sogenannte Fragilitätsfrakturen) hinzu, sprechen Mediziner von einer manifesten – also erkennbaren - Osteoporose.

Weitere Diagnoseverfahren

In bestimmten Ausnahmesituationen können zur Bestimmung der Knochendichte auch andere Verfahren, z. B. Ultraschalluntersuchungen, zum Einsatz kommen. Zum Nachweis von Wirbelkörpereinbrüchen kann zusätzlich eine normale Röntgenaufnahme der Wirbelsäule sinnvoll sein. Unter Umständen – z. B. bei einer sehr niedrigen Knochendichte – veranlasst der Arzt auch eine Blutuntersuchung, um anhand bestimmter Laborwerte (z. B. Kalzium, Phosphat, Enzymwerte, Hinweise auf entzündliche oder bösartige Erkrankungen) andere (Knochen)Erkrankungen auszuschließen, die eine andere Behandlung erfordern würden.

Entscheidung über Therapienotwendigkeit

Liegen Wirbelkörpereinbrüche vor, ist die Situation eindeutig. Es sollte unverzüglich mit einer die Knochendichte und -stabilität steigernden Osteoporose-Behandlung mit Medikamenten begonnen werden. Ohne den Nachweis einer manifesten Osteoporose - also von Wirbelkörperfrakturen - erlaubt die DXA-Messung nur in Kombination mit Informationen zu bestehenden Risikofaktoren eine Abschätzung des Knochenbruchrisikos und damit eine Entscheidung darüber, ob mit einer medikamentösen Therapie begonnen werden sollte. Das mittels DXA-Messung ermittelte Ausmaß der Osteoporose spielt auch für die Wahl des Medikamentes eine Rolle, denn bei stark verminderter Knochendichte ist es sinnvoll, mit einer Therapie zu beginnen, die den Knochenaufbau fördert. In anderen Fällen können dagegen Medikamente sinnvoll sein, die den Knochenabbau bremsen. Vor Beginn einer medikamentösen Behandlung sollte die Nierenfunktion überprüft werden, da viele Osteoporose-Medikamente bei ausgeprägter Nierenschwäche nicht zugelassen sind.

Autor: Dr. Wiebke Kathmann / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 31. Januar 2011
Quellen: DVO-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen (2009): http://www.dv-osteologie.org/uploads/leitlinien/DVO-Leitlinie 2009 Langfassung_Druck.pdf; Download vom 16.12.2010

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