Ratgeber Knochenschwund

Osteoporose

Bei Osteoporose nimmt die Masse in den Knochen ab. Die daraus entstehende Knochenschwäche begünstigt Knochenbrüche. Vor allem Frauen ab 50 sind gefährdet. Lesen Sie hier mehr über Ursachen, Symptome und Therapien.

Mediziner verstehen unter einer Osteoporose eine unzureichende Festigkeit der Knochen, die durch eine Verminderung der Knochenmasse und einer veränderten Architektur des Knochengewebes verursacht wird. Ursache der als Knochenschwund und fachsprachlich als Osteoporose bezeichneten Krankheit ist eine Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Knochenaufbau und -abbau zugunsten des Knochenabbaus. Dadurch nimmt die Knochenmasse ab.

Zum einen wird die äußere Knochenschicht (Kortikalis) dünner. Zu anderen wird das dreidimensionale Knochengewebe immer lockerer und instabiler, weil die Zahl der Knochenbälkchen im Knocheninneren (Spongiosa) und deren Verknüpfung abnimmt. Von diesen Veränderungen sind Frauen dreimal so häufig betroffen wie Männer. Dennoch: Jeder fünfte Osteoporose-Patient ist männlich.

Primäre und sekundäre Osteoporose

Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden: Die primäre und die sekundäre Osteoporose. Unter einer primären Osteoporose versteht man einen Knochenschwund, der nicht durch andere Krankheiten bedingt ist, sondern an sich die Krankheit darstellt. Die primäre Osteoporose ist die häufigere Form. Das Risiko an ihr zu erkranken, nimmt mit zunehmendem Alter deutlich zu. Bei Frauen steigt das Risiko nach der Menopause stark an; diese sogenannte postmenopausale Osteoporose zählt auch zur primären Form und ist auf den Östrogenmangel zurückzuführen. Dagegen betrifft die altersbedingte Osteoporose ab ca. 75 Jahren beide Geschlechter, wobei auch dann noch Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Die sekundäre Osteoporose wird durch andere Krankheiten ausgelöst. So können beispielsweise entzündlich-rheumatische Krankheiten (z.B. rheumatoide Arthritis), Stoffwechselerkrankungen (z.B. Überfunktion der Nebenniere oder Nebenschilddrüse) oder eine längerfristige Therapie mit Medikamenten, die den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen (z.B. Kortison) einen Knochenschwund hervorrufen. Die häufigste sekundäre Form einer Osteoporose ist die kortisonbedingte Osteoporose. Sie ist häufiger bei jüngeren Personen und Männern anzutreffen und führt zu Brüchen von Rippen, Oberschenkelhals und Wirbeln.

Osteoporose-Risiko Knochenbruch

Anders als bei Knochenbrüchen in jüngerem Alter reicht bei Knochen, die durch eine Osteoporose geschwächt sind, eine geringe Krafteinwirkung aus, um eine Fraktur (Bruch) auszulösen. Schon bei einem einfachen Sturz aus dem Stand - zum Teil sogar auch bei Alltagstätigkeiten - kann es dann geschehen. Jüngere Senioren brechen sich meist Wirbel oder die Speiche (Radius), also den auf der Daumenseite liegenden Knochen des Unterarms, und zwar nahe am Handgelenk, weil sie sich bei einem Sturz abzustützen versuchen. Bei älteren Senioren (ab 75 Jahren) kommt zum Knochenschwund eine Einschränkung der Informationsweiterleitung zwischen Nerven und Muskeln, hinzu. Dies erhöht die Sturzneigung und damit die Gefahr von Knochenbrüchen - in diesem Alter sind Oberschenkelhalsfrakturen besonders häufig. Generell können auch andere Knochen brechen, beispielsweise die Rippen.

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Frühdiagnose oft schwierig

Das Tückische an einer Osteoporose ist, dass sich vor dem Knochenbruch keinerlei Beschwerden zeigen. Zudem steigt nach dem ersten Bruch das Risiko für erneute Frakturen stark an. Wenn ein oder mehrere Knochen gebrochen sind, spricht man von einer manifesten (erkennbaren) Osteoporose. Durch die Wirbelkörperfrakturen entsteht der im Volksmund als Witwenbuckel bezeichnete Rundrücken. Die Wirbelkörperfraktur kann sehr schmerzhaft sein und in die umgebenden Bereiche des Rückens ausstrahlen. So manche Wirbelkörperfraktur bleibt aber unbemerkt und wird nur zufällig bei einer Röntgenaufnahme der Lunge entdeckt. Wenn Ältere, vor allem Frauen, sich die Speiche brechen, sollte das ein Warnhinweis sein und eine genaue Abklärung der Knochengesundheit zur Folge haben.

Vor allem die gefürchteten Oberschenkelhalsfrakturen erfordern einen Krankenhausaufenthalt mit anschließender mühsamer Rehabilitation und ziehen oftmals Hilfebedürftigkeit und Dauerschmerz nach sich. Auch ist die Sterberate nach einer osteoporosebedingten Fraktur erhöht. Durch eine rechtzeitige Behandlung kann das Risiko für Knochenbrüche deutlich abgesenkt werden.

Medikamente helfen bei der Therapie

Für die Behandlung von Osteoporose stehen verschiedene Arzneien zur Verfügung. Ihre Wirkung basiert auf einen Schutz und Stabilisierung der Knochen. Setzt die Therapie früh an – also bevor ein Knochen bricht – gelingt es unter Umständen sogar, eine bereits gestartete Osteoporose zu stoppen. Schmerzen werden mit entsprechenden Medikamenten therapiert. Um die Wirbelsäule zu stabilisieren, führen Chirurgen zuweilen einen Eingriff durch.

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Autor: Dr. Wiebke Kathmann / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2012
Durch:
Quellen: Corazza V. et al. Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchungen und Behandlung. Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2006 Osteoporose-Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (2009), Patientenversion vom 15.2.2010: www.dv-osteologie.org

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