Hohes Infektionsrisiko

Nagelpilz vorbeugen beim Sport

Wer regelmäßig Sport treibt, hat ein erhöhtes Risiko, Nagelpilz zu bekommen. Ähnlich wie bei den Profis sind die Voraussetzungen für eine Pilzinfektion auch beim Freizeitsport gegeben. So schützen Sie sich und Ihre Familie!

Stretching nach dem Joggen
Mit sorgfältig ausgewählten, gut passenden und atmungsaktiven Sportschuhen können Sportler das Nagelpilz-Risiko deutlich senken.
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An Sportlerfüßen haben Nagelpilz-Erreger leichtes Spiel. Einige Sportarten weisen sogar besonders hohe Befallsraten auf: So wurden in Studien an Langläufern und Fußballspielern der Bundesliga Infektionsraten von bis zu 60 Prozent festgestellt.

Warum Sportler häufig an Nagelpilz erkranken

Das gehäufte Vorkommen von Nagelpilz hat verschiedene Gründe. An erster Stelle ist das hohe Ansteckungsrisiko in Sportanlagen zu nennen. Wo sich viele Menschen tummeln, da ist oft auch jemand mit Nagelpilz. Aber nicht nur dieser Umstand macht eine Pilzinfektion bei Sportlern wahrscheinlich.

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    Bestimmte Personengruppen, so zum Beispiel Sportler, haben ein besonders hohes Risiko, an Nagelpilz zu erkranken. Sind Sie gefährdet?

Einseitige, sich ständig wiederholende Bewegungen belasten die Füße und Zehen besonders. Kleine Verletzungen durch Scheuerstellen, Blasen oder kleine Risse sind Voraussetzung für den Eintritt der Pilzerreger und ermöglichen eine Infektion überhaupt erst.

Sportarten mit hohem Risiko für Nagelpilz und Fußpilz

Bei einige Sportarten ist das Risiko, sich mit Nagelpilz oder Fußpilz zu infizieren, besonders hoch. Dazu gehören Schwimmen und Fußball sowie die Ausdauersportarten Langlauf, Triathlon und Marathon. Auch Freizeitsportarten wie Tennis, Squash, Trekking, Wandern, Inlineskaten weisen noch beträchtliche Befallsraten auf.

  • Bei Schwimmern sind Fuß- und Nagelpilzinfektionen besonders verbreitet, weil sich Pilze im Wasser nahezu unbegrenzt halten. Außerdem quellen die Füße und Nägel bei längerem Aufenthalt im Wasser auf und können über kleine Risse in der Haut leicht von Pilzerregern besiedelt werden.

  • Beim Fußball und Tennis sind es die Bewegungsabläufe mit vielen Stopps und Richtungswechseln, die das Verletzungsrisiko im Fußbereich und vor allem an den Zehennägeln stark erhöhen und damit Pilzinfektionen begünstigen. Fußballspieler haben ein noch größeres Infektionsrisiko, weil starke Krafteinwirkungen auf Füße und Zehen durch Ballabschüsse und -annahmen oder Attacken von Gegenspielern hinzukommen.

  • Marathonläufer klagen oft über ständigen Druck auf überstehende Nagelteile, besonders bei langem Laufen in abschüssigem Gelände. Häufig ist der Fußnagel neben der Großzehe betroffen, nicht selten kommt es zu regelmäßigem Abfallen. Beim Triathlon addieren sich mehrere ungünstige Effekte.

  • Beim Inline-Skating sind die Füße unter anderem hohen Rotationskräften ausgesetzt. In den Skaterschuhen kommt es unter Einwirkung der Sommerhitze und der Bewegung leicht zu Schwellungen, Druckstellen, kleinen Hautrissen oder Einrissen an den Nägeln. Diese Mikroläsionen stellen optimale Eintrittspforten für Pilzerreger dar. Das feuchte Klima in einem nicht oder wenig atmungsaktiven Schuh schafft die Voraussetzungen, dass sich die Pilzerreger optimal vermehren können – die Pilzinfektion schreitet voran.

Tipps: So beugen Sportler Nagelpilz vor

Mithilfe einiger Verhaltensregeln kann das Infektionsrisiko für Nagelpilz beim Sport jedoch deutlich verringert werden:

  • Am wichtigsten für die Vorbeugung von Nagelpilz ist eine gründliche Fußhygiene. Waschen Sie Ihre Füße regelmäßig und besonders nach dem Sport gründlich mit Wasser und milder Seife.

  • Trocknen Sie die Füße sorgfältig ab. Achten Sie dabei auf trockene Zehenzwischenräume, denn Nagelpilz liebt feuchtes Klima und viele Pilzinfektionen beginnen zwischen den Zehen. Sie sollten nach dem Sport immer Ihr eigenes Handtuch verwenden. Handtücher, die Sie in öffentlichen Sportstätten benutzt haben, gehören nach einmaligem Gebrauch in die Kochwäsche.

  • In Wasch- und Duschräumen, Umkleidekabinen und Schwimmhallen sollten Sie Badeschlappen tragen, denn in öffentlichen Bädern ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch. Schwimmer sollten besonders auf trockene Füße achten und diese am besten nach dem Schwimmbadbesuch trockenföhnen. Desinfektionsduschen für die Füße besser meiden!

  • Schuhauswahl: Bei vielen Sportarten wie Laufen, Wandern/Trekking, Fußball, Inlineskaten oder Golf ist das Tragen von festem Schuhwerk erforderlich. Wählen Sie Ihre Sportschuhe mit Sorgfalt aus: Entscheiden Sie sich ausschließlich für atmungsaktive Schuhe, damit der Schweiß abgegeben werden kann. Darüber hinaus dürfen sie auf keinen Fall zu klein gekauft werden, weil die Füße bei längerer sportlicher Betätigung anschwellen. Auch zu enge Schuhe erhöhen beim Sport das Verletzungsrisiko am Fuß und begünstigen damit einen Nagelpilz. Als Faustregel beim Kauf gilt: Zwischen Zehen und Schuhspitze muss eine Daumenbreite Platz sein.

  • Schuhpflege: Pilzerreger halten sich besonders gern in (schweiß-)nassen Schuhen auf und können darin auch eine Weile überleben. Wechseln Sie deshalb Turnschuhe und Strümpfe so häufig wie möglich und in jedem Fall, wenn die Füße nach längerer körperlicher Anstrengung stark geschwitzt haben. Ein Paar Ersatzschuhe sind immer gut. Die nassen Schuhe sollten Sie gut auslüften. Wer zu starkem Schwitzen an den Füßen neigt, kann Talkumpuder verwenden.

  • Tragen Sie feste Sportschuhe niemals ohne Socken. Diese sollten auch nicht zu groß sein oder gekettelte Nähte aufweisen, denn das erhöht die Verletzungsgefahr. Zu große Socken können beispielsweise Falten werfen und so zum Aufscheuern der Haut führen. Verwenden Sie am besten Socken aus Baumwolle: Das Naturmaterial ist atmungsaktiv und kann bei 60 Grad Celsius gewaschen werden. Waschbarkeit bei 60, besser noch bei 90 Grad Celsius ist übrigens für alle Sportsachen anzuraten, weil anhaftende Nagelpilz-Erreger nur bei diesen hohen Temperaturen abgetötet werden.

  • Vorsicht ist bei Leihschuhen geboten. Egal ob Badelatschen, Skischuhe oder Bowlingschuhe – verwenden Sie beim Sport besser Ihr eigenes Schuhwerk.

Falls trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen Nagelveränderungen auftreten, sollten Sportler diese nicht bagatellisieren, sondern von einem Arzt untersuchen lassen. Wird der Nagelpilz früh entdeckt und hat er sich noch nicht stark ausgebreitet, kann er mit lokal wirkenden Mitteln behandelt werden. So kann sich die Infektion nicht ausbreiten und es kommt auch nicht zu schwerwiegenden Folgen wie Funktionseinschränkungen und Schmerzen, die eine längere Zwangspause vom Sport nötig machen.

Nagelpilz vorbeugen? So gehts!

 

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