Medikamente gegen schwere Nagelmykose

Medikamente bei Nagelpilz: Behandlung mit Tabletten

Wenn lokale Therapie gegen Nagelmykose nicht hilft - und was Sie dabei beachten sollten

Bei leichtem Nagelpilz-Befall reicht eine örtliche Behandlung meistens aus, um den Nagelpilz wirksam zu bekämpfen. Bei schwerwiegenden Formen der Erkrankung kommen zusätzlich Antipilz-Tabletten zum Einsatz.

Tabletten bei Nagelpilz
Tabletten gegen Nagelpilz enthalten Wirkstoffe wie Griseofulvin,Terbinafin, Fluconazol.
Getty Images/Comstock Images

Nagelpilz ist eine Infektionskrankheit und sollte so schnell wie möglich mit speziellen Medikamenten behandelt werden, um eine weitere Ausbreitung sowie Ansteckung anderer zu vermeiden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Strategien, den Pilz zu bekämpfen: Eine äußerliche Behandlung (medizinischer Fachausdruck: Lokaltherapie) oder eine innerliche Behandlung mit Tabletten (systemische Therapie). Während Mittel für die  lokale Therapie wie etwa medizinischer Nagellack, Salben oder Cremes meist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, muss eine systemische Medikamententherapie mit Antimykotika (Antipilzmittel) vom Arzt verordnet werden.

Nagelpilz-Medikament: Schwere des Befalls entscheidet über Behandlung

Nach den ärztlichen Behandlungsrichtlinien gilt: Wenn nicht mehr als drei Nägel von Nagelpilz betroffen und die jeweiligen Nagelplatten zu weniger als 70 Prozent befallen sind, reicht eine äußerliche Behandlung aus. Wichtig für die Therapieentscheidung ist zudem, in welchen Abschnitten des Nagels der Pilzbefall vorliegt; denn eine Infektion vorwiegend im Bereich der Nagelränder lässt sich leichter behandeln als eine im Bereich des Nagelbettes.

In schweren Fällen helfen Antipilz-Tabletten

Zu den Antimykotika, die in Tablettenform gegen Nagelpilz wirksam sind, zählen zum Beispiel Itraconazol, Terbinafin, Bifonazol, Amorolfin und Fluconazol. Sie werden über das Blut transportiert und greifen den Pilz sozusagen von innen an. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel mehrere Monate. Welcher Medikamentenwirkstoff letztendlich ausgewählt wird, richtet sich nach den vorhandenen Pilzsporen.

Der Arzt wird für die Diagnose in der Regel vor Behandlungsbeginn ein wenig Nagelmaterial abtragen und damit eine Pilzkultur anzüchten.

Nicht selten kombinieren die Ärzte innerliche und äußerliche Behandlung. Dies hat den Vorteil, dass die Pilzerreger von zwei Seiten „in die Zange“ genommen wird und dadurch schneller wieder verschwindet.

Tabletten gegen Nagelpilz: Was Sie beachten sollten

Bei einer äußerlichen Behandlung des Nagelpilzes treten nur sehr selten unerwünschte Nebenwirkungen (zum Beispiel Rötungen, Schuppungen der benachbarten Haut) auf.

Wenn jedoch Antimykotika in Tablettenform eingenommen werden, muss dagegen häufiger mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Dazu zählen beispielsweise Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Hautreaktionen. Im Vergleich zu früher sind die modernen Substanzen gegen Nagelpilz jedoch deutlich nebenwirkungsärmer. Zudem prüfen Ärzte sehr sorgfältig, ob ein Betroffener für die systemische Therapie überhaupt infrage kommt. Beispielsweise dürfen Personen mit Lebererkrankungen, Schwangere und Stillende die genannten Wirkstoffe nicht einnehmen.

Außerdem fragt der Arzt vor Therapie gegen Nagelpilz mit Tabletten nach weiteren Medikamenten, die dem Patienten unter Umständen von einem anderen Arzt verordnet wurden oder die er sich rezeptfrei in der Apotheke gekauft hat. Damit soll verhindert werden, dass es zu Wechselwirkungen zwischen diesen Medikamenten und den Tabletten gegen Nagelpilz kommt.

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