Häufige Sportverletzungen

Muskelfaserriss und Muskelbündelriss

Ein Muskelbündelriss ist eine Sportverletzung, die durch eine kurzfristige Überbelastung zum Riss im Muskelgewebe führt. Dabei kann eine einzige Muskelfaser reißen (Muskelfasserriss) oder aber das gesamte Muskelbündel. Die Muskelzellen an der Verletzungsstelle werden dabei zerstört und es kommt zu Einblutungen in den Muskel (Hämatomen).

Shkodran Mustafi hat einen Muskelbündelriss
Shkodran Mustafi zog sich im Achtelfinale der Fußball-WM 2014 in Brasilien bei einem Fallrückzieher einen Muskelbündelriss am linken hinteren Oberschenkel zu. Für den nachnominierten 22-Jährigen war die WM damit zu Beginn der K.o.-Runde beendet.
dpa

Ein Muskelbündelriss entspricht mehreren Muskelfaserrissen am selben Ort des gleichen Muskels. Während beim Faserriss die Funktionalität des betroffenen Muskels weitgehend erhalten bleibt, fällt beim Muskelbündelriss der Muskel fast komplett aus.

Muskelfaserriss und Muskelbündelriss erkennen

  • Ein Muskelfaserriss oder ein Muskelbündelriss treten häufig an den Extremitäten auf, also an Armen und Beinen.

  • Muskelfaserriss und Muskelbündelriss entstehen immer bei körperlicher Aktivität und wenn einem nicht ausreichend aufgewärmten oder von Krämpfen durchzogenen Muskel die nötige Elastizität fehlt.

  • Durch eine schnelle Bewegung, die den üblichen Bewegungsradius eines Gelenks überschreitet, wird der Muskel über seine Elastizitätsgrenze gedehnt und er zerreißt.

  • Während bei einer Zerrung der Schmerz allmählich zunimmt, tritt er bei einem Muskelfaserriss oder Muskelbündelriss sofort auf und ist äußerst heftig.

  • Zur Diagnose testen Arzt oder Physiotherapeut die Muskelreflexe und verwenden bildgebende Verfahren wie Ultraschall- und Kernspinuntersuchung.

Muskelfaserriss und  Muskelbündelriss behandeln

  • Der Muskelfaserriss und der Muskelbündelriss verheilen häufig spontan, können aber auch genäht werden. Zurück bleibt eine Vernarbung des Muskelgewebes, die meist keine Symptome verursacht, aber eine Schwachstelle für Folgeverletzungen wie Muskelzerrungen oder erneute Muskelfaserrisse darstellt.
  • Ein akuter Muskelfaserriss oder Muskelbündelriss wird nach der PECH-Regel behandelt:
    • Pause
    • Eis
    • Compression (medizinischer Tapeverband) und
    • Hochlegen.
  • Ein Muskelbündelriss heilt in der Regel binnen sechs bis acht Wochen aus, ein Muskelfaserriss sogar noch schneller. In der Anfangsphase müssen sich Sportler  schonen, aber dennoch frühzeitig mit der Physiotherapie beginnen, damit sich der Muskel nicht zurückbildet und verkürzt.

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WM in Brasilien: Die gängigsten Fußballverletzungen

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Letzte Aktualisierung: 07. Juni 2015

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