Akutbehandlung bei MS-Schub
Die Multiple Sklerose ist eine Krankheit, die meist schubweise verläuft. Doch was ist das eigentlich, ein MS Schub? Nicht jede Müdigkeit oder Erschöpfung ist gleich ein Krankheitsschub. Von Schub spricht man, wenn alte, bereits zurückgegangene Symptome plötzlich wiederkommen, oder auch neue dazukommen. Diese Symptome müssen mindestens einen Tag andauern.
Ein MS-Schub muss nicht zwangsläufig medikamentös behandelt werden. Die zugrunde liegende Entzündung heilt zwar auch von alleine ab, durch eine Kortisontherapie wird dieser Prozess allerdings stark beschleunigt. Angewendet wird sie über einen kurzen Zeitraum und hochdosiert. Das Medikament wird an drei bis fünf Tagen in die Vene gespritzt. Eventuell wird der Wirkstoff danach noch zwei Wochen lang in Form von Tabletten eingenommen.
Im Gegensatz zur Kortisondauertherapie wird die Stoßtherapie bei einem MS Schub meist gut vertragen. Eine Therapie mit Kortison kann zu unerwünschten Wirkungen führen, zum Beispiel Infektanfälligkeit, Neigung zu Magengeschwüren, Osteoporose und Veränderung des Stoffwechsels mit Umverteilung des Fettgewebes. Bei der kurzen Behandlungszeit von einem MS Schub sind solche Nebenwirkungen jedoch eher unwahrscheinlich, vielmehr profitiert der Patient von der immunsupressiven Wirkung (Hemmung von Zellen des Immunsystems), und der entzündungshemmenden Wirkung. Kortisone sind Glucocorticoide, die sich von körpereigenen Hormonen ableiten, die der Organismus aus der Nebenniere freisetzt, um zum Beispiel den Stoffwechsel an Stresssituationen anzupassen. Zusätzlich zur Kortisontherapie bei einem MS Schub besteht die Möglichkeit, bestimmte Symptome gezielt medikamentös zu behandeln. Hierzu wurde Ende 2004 ein Konsensuspapier mit Therapieempfehlungen zu den zehn wichtigsten MS-Symptomen von der MSTKG (Multiple Sklerose Therapie Konsensus Gruppe) vorgelegt. Zu den dort aufgeführten Symptomen zählen unter anderem Spastiken (Muskelsteifigkeit), Schwindel, Müdigkeit, Schmerzen, die bei einem MS Schub auftreten können.
