Special Multiple Sklerose
Special Multiple Sklerose
Was im Körper passiert

Veränderungen im Nervensystem bei MS

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Es vergeht nicht ein Augenblick im Leben eines Menschen, in dem das Nervensystem nicht aktiv ist. Selbst im Schlaf noch wacht es über den Herzschlag, über die Atmung und auf Geräusche in unserer Umgebung.

Bei Multipler Sklerose funktioniert das nicht mehr einwandfrei. Das zentrale Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark. An der Hirnbasis und aus dem Rückenmark treten Nerven hervor, verzweigen sich und beeinflussen die Funktion eines jeden Körperteils und Organs. Dieser Teil des Nervensystems wird als peripheres Nervensystem (PNS) bezeichnet, wegen seiner starken Verzweigung und Verbreitung im gesamten Körper. Der Informationsfluss aus der Peripherie zum zentralen Nervensystem hin verläuft über andere Nervenbahnen in umgekehrter Richtung. Die Sinnesorgane, also zum Beispiel die Haut, Augen und Ohren übertragen auf diesem Weg Informationen („Sinneseindrücke") in Form von elektrischen Impulsen.

Doch wie funktioniert dieses Nervensystem?

Der grobe Plan des Nervensystems ist dabei kein wirrer Kabelsalat, sondern bei jedem Menschen gleich. Die Fortsätze einer jeder Nervenzelle, sogenannte Axone, ziehen geordnet und gemeinsam faserartig durch das ZNS, um Hirnteile miteinander zu verschalten. Manchmal ist der Weg dieser gebündelten Nervenzellfortsätze ziemlich lang. Mikroskopisch kleine Nervenzellen bilden bis zu einem Meter lange Axone aus, um ihr Zielgebiet zu erreichen. Damit die elektrischen Impulse über solche langen Strecken möglichst schnell geleitet werden, sind die Axone mit einer Art Isolierschicht umwickelt.

Sie besteht aus der Membran, also der Zellhülle, eines weiteren Zelltyps, den Gliazellen. Dieses spezielle Isolierband bezeichnet man auch als Myelin(-schicht). In den Entzündungsherden bei Multipler Sklerose wird das Myelin geschädigt, man spricht von Entmarkung oder Demyelinisierung. Das Resultat dieser Schädigung ist eine gestörte Weiterleitung von Nervenimpulsen im Nervensystem. Daher kommt es bei der MS zu den verschiedensten Ausfällen: zu Störungen von Sinnesfunktionen sowie zu Störungen bei der Steuerung von Organfunktionen.

Nach einem Multiple-Sklerose-Schub, wenn die Entzündung abklingt, kann das Myelin durch die Gliazellen zum Teil regeneriert werden. Diese regenerierten Myelinscheiden sind jedoch meist dünner als vor der Demyelisierung, weshalb es zu einer langsameren Übertragung der Nervenimpulse kommen kann. Wenn der Regenerationsprozess der Myelinscheide im Nervensystem nicht vollständig erfolgt, oder vielleicht das Axon schon mitbeschädigt ist, treten bleibende Schäden und Krankheitszeichen auf.

Autor: Springer Medizin
Veröffentlicht am: 25. September 2007
Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2012

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