Was hinter pochenden Kopfschmerzen steckt

Ursachen für Migräne

Viele Auslöser von Migräne sind inzwischen bekannt, die eindeutige Ursache aber nicht abschließend geklärt

Was genau bei einer Migräneattacke passiert, war Wissenschaftlern lange ein Rätsel und ist bis heute nicht abschließend geklärt. Moderne Diagnoseverfahren bringen allmählich Licht ins Dunkel.

Die Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Umso erstaunlicher ist es, dass es zwar verschiedene Theorien zur Ursache der Migräneattacken gibt und verschiedene Auslöser identifiziert wurden, aber die Vorgänge im Gehirn während eines Anfalls sind noch nicht abschließend geklärt.

Neurogene Entzündung für Schmerzen verantwortlich

Vermutet wird, dass verschiedene Faktoren bei der Entstehung eines Migräneanfalls eine Rolle spielen. Dazu gehören Entzündungsreaktionen aufgrund von überaktiven Nervenzellen im Hirnstamm. Darauf weisen Untersuchungen mit einem speziellen bildgebenden Verfahren hin, der Positronenemissions-Tomografie. Durch die Überaktivität der Nervenzellen, so die Theorie, werden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt. Diese lösen eine Dehnung der Blutgefäße aus und machen die Gefäßwände durchlässiger für Blutflüssigkeit. Es werden unter anderem entzündliche Eiweißstoffe freigesetzt. Diese Vorgänge führen zu einer Art Entzündung der Hirnhäute und des Hirngewebes, der so genannten neurogenen Entzündung. Diese wiederum löst Schmerzimpulse aus und macht die Blutgefäße im Gehirn derart schmerzempfindlich, dass jede Pulsschlagwelle des Blutes als pulsierender Schmerz empfunden wird.

Migräne durch Durchblutungsstörungen?

Eine weitere Theorie macht Durchblutungsstörungen für Migräne verantwortlich: Äußerliche Einflüsse wie Stress, ein Wetterumschwung oder Veränderungen des Hormonspiegels, so die These, führen zu einer kurzzeitigen Verengung der Blutgefäße im Gehirn. Die nachfolgende Gefäßerweiterung mit erhöhter Durchblutung soll dann den pulsierenden Kopfschmerz auslösen. Allerdings bietet diese Theorie keine Erklärung dafür, dass der Migräne-Kopfschmerz oft einseitig auftritt und von einer Aura eingeleitet werden kann.

Untersuchungen, bei denen die Hirnströme der Probanden per EEG gemessen wurden, während sie bestimmte Reaktionstests wiederholten, weisen auf ein weiteres Phänomen hin: Migräne-Patienten reagierten mit einer höheren Anspannung auf die Tests als Probanden ohne Migräne. Außerdem blieben Migräne-Patienten bei den Tests angespannt, während sich andere Probanden während der Test-Wiederholungen zunehmend entspannten.

Ererbte Reizanfälligkeit bei Migräne

Daraus ergibt sich, dass Migräne-Patienten über eine andere, möglicherweise angeborene Art der Reizverarbeitung verfügen. Sie können eine Reizüberflutung nicht so gut verarbeiten wie andere Menschen. Für die ererbte Reizanfälligkeit spricht, dass Migräne in manchen Familien gehäuft auftritt. Obgleich ein "Gen für Migräne" bislang nicht entdeckt wurde.

Wird der Migräne-Patient mit bestimmten Auslösern oder Triggern konfrontiert, kann dies eine Migräneattacke in Gang setzen. Das können beispielsweise beruflicher oder privater Stress sein, eine Änderung der Schlafgewohnheiten (zuviel oder zu wenig Schlaf, anderer Schlafrhythmus), ungünstige Wetterbedingungen, optische Reize, Alkohol, Zigaretten, bestimmte Lebensmittel oder die Einnahme von Medikamenten.

Migränetagebuch zeichnet Muster der Attacken

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Um ihren individuellen Auslösern für Migräneanfälle auf die Spur zu kommen, sollten Betroffene daher ein Migränetagebuch führen. Dort wird jede Migräneattacke mit Angaben zur Dauer, Intensität und den Begleitumständen eingetragen. Auf diese ergibt sich ein Muster für das Auftreten der Migräne, das für vorbeugende Maßnahmen eine entscheidende Rolle spielt.

Autor: rs / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2013
Quellen: Nach Informationen der Schmerzklinik Kiel und der "Neurologen und Psychiater im Netz"

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