Wichtig bei Migräne: Tipps gegen Stress
Auch wenn Migräne kein psychisches Problem ist, spielen Stresssituationen und psychische Belastungen häufig eine wichtige Rolle bei der Auslösung von Migräneattacken. Stress zu vermeiden, ist aber oft leichter gesagt als getan.
Vielen Menschen fällt es im Alltag ausgesprochen schwer, einfach einmal abzuschalten und sich von Stresssituationen zu entspannen.
Ich bin doch gar kein Migräne-Typ...
Immer wieder ist versucht worden, das Auftreten von Migräne einem bestimmten Persönlichkeitstyp zuzuordnen – ohne jeden Erfolg. Die typische Migräne-Persönlichkeit existiert nicht, es kann grundsätzlich jeden treffen.
Allerdings ist bei solchen Untersuchungen aufgefallen, dass Migräne-Patienten oft sehr hohe Anforderungen an sich selbst stellen, möglichst alles perfekt machen wollen und so häufiger in Stresssituationen geraten. Solch eine Lebenseinstellung kann einen erheblichen Stressfaktor darstellen, der zur Auslösung von Migräne-Attacken beiträgt.
Erkennen Sie sich hier wieder, sollten Sie versuchen, die Ansprüche an sich selbst etwas herunterzuschrauben. Niemand muss immer alles perfekt machen – gestehen Sie sich auch einmal kleine Fehler und Abweichungen von Ihren Prinzipien zu.
Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie versuchen, den Migräneanfall als Warnsignal Ihres Körpers anzunehmen und Ihre momentanen Belastungen und Stresssituationen zu überprüfen.
Den Körper für Stresssituationen stärken
Das Erlernen von Entspannungstechniken für Stresssituationen kann wesentlich zur Vorbeugung von Migräne-Attacken beitragen. Die hier vorgestellten Techniken steigern die Körperwahrnehmung und stabilisieren Körperfunktionen wie Muskelan- und -entspannung, Herzfrequenz und Hormonausschüttung. Der Körper wird dann von Stresssituationen nicht so leicht aus dem Gleichgewicht gebracht.
Autogenes Training
Die Grundidee dieser Entspannungsmethode ist, dass man auf physiologische Vorgänge im Körper durch die eigene Vorstellungskraft einwirken kann. So können wir es schaffen, Körperfunktionen zu steuern, die unser unwillkürliches Nervensystem lenkt, die also normalerweise ohne Einfluss unseres Willens geschehen.
Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
Hierbei wird unter Anleitung gelernt, die An- und Entspannung der Muskulatur bewusst wahrzunehmen.
Yoga
Der Körper wird durch Yoga beweglicher, seine Funktionen verbessern und stabilisieren sich. Yoga arbeitet auf der Ebene von Körper, Atem und Geist. Muskelverspannungen, falsche Atemfrequenz (Hyperventilation) werden schneller wahrgenommen.
Qi Gong
Qi Gong ist eine Heilgymnastik aus dem alten China, die Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen miteinander verbindet.
Biofeedback-Verfahren
Biofeedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren der Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, mit dessen Hilfe normalerweise unbewusst ablaufende Prozesse für den Patienten wahrnehmbar gemacht werden. Muskelaktivität, Herzfrequenz, Atemtätigkeit, Hauttemperatur, Hautfeuchtigkeit und Hirnaktivität können willentlich vom Patienten verändert werden, um so in Stresssituationen mehr entspannen zu können.
