Krebserkrankungen

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom

Wo genau entsteht eigentlich Lungenkrebs? Was sind die Ursachen? Welche Formen der Erkrankung unterscheidet man und was bedeutet das für die Behandlung? Lesen Sie hier alle wichtigen Fakten auf einen Blick

Lungenkrebs - alle Fakten auf einen Blick
Am häufigsten entsteht Lungenkrebs in den Bronchien.
(c) Getty Images/iStockphoto

Mediziner definieren Lungenkrebs als eine allgemeine Entartung der Zellen in der Lunge. Unter dem Begriff Lungenkrebs fällt nicht nur das Bronchialkarzinom, sondern auch seltene Krebserkrankungen wie das Mesotheliom. Vom Bronchialkarzinomen gibt es mehrere Varianten. Sehr gefährlich und mit schlechter Prognose ist das sogenannte kleinzellige Lungenkarzinom. Anders sind die Aussichten bei nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome.  Hierzu zählt das Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom und das großzellige Karzinom.  Diese Tumore breiten sich langsamer aus, die Prognose ist besser.

Wo entsteht ein Bronchialkarzinom?

Am häufigsten entsteht Lungenkrebs in den Bronchien. Von hier breitet sich das Bronchialkarzinom in das umliegende Gewebe aus. Schließlich treffen Krebszellen auch auf Blut- und Lymphgefäße, über die sie sich weiter im Körper ausbreiten können. Die Entwicklung von Krebszellen vollzieht sich vor allem in der Schleimhaut der Bronchien. Schädliche Stoffe, zum Beispiel Tabakrauch, die über einen längeren Zeitraum auf die Schleimhaut einwirken, begünstigen vermutlich die Entstehung von bösartigen (malignen) Zellen. Weil die meisten Lungenkrebse in den Bronchien entstehen, heißen sie "Bronchialkarzinome".

Häufigkeit von Lungenkrebs

In Deutschland ist der Lungenkrebs sowohl bei Männern als auch bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung, bezogen auf neue Krebsfälle pro Jahr. Betrachtet man die Sterblichkeit, liegt Lungenkrebs bei den Männern an erster und bei den Frauen an dritter Stelle. Seit Ende der 80er Jahre geht die Zahl der Neuerkrankungen bei den Männern zurück, während sie bei den Frauen ansteigt. Dahinter stehen vermutlich veränderte Rauchgewohnheiten.

Rauchen oft Ursache für Lungenkrebs

Bei nahezu neun von zehn männlichen und sechs von zehn weiblichen Lungenkrebs-Kranken lässt sich nachweisen, dass der Krebsentstehung Rauchen zugrunde lag. Auch Passivrauchen kann ein Risikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs sein. Weitere Auslöser stellen sogenannte kanzerogene – krebserregende – Substanzen wie Asbest, Chrom, Arsen, Nickel und bestimmte Kohlenwasserstoffe dar, denen vor allem spezielle Berufsgruppen ausgesetzt sind. Auch Radon kann Lungenkrebs hervorrufen.

Jedes Jahr versterben weltweit rund eine Million Menschen an Lungenkrebs. Im Jahr 2010 waren es in Deutschland allein über 42.000 Menschen. Trotz bestmöglicher medizinischer Versorgung überleben nur etwa 16 Prozent der männlichen und 21 Prozent der weiblichen Lungenkrebs-Kranken die ersten fünf Jahre. Ein Grund dafür ist, dass dieser Krebs lange im Verborgenen wächst und erst sehr spät Beschwerden auftreten.

Behandlung: Ist Lungenkrebs heilbar?

Wird ein Lungenkarzinom in einem frühen Stadium entdeckt, ist es gut behandelbar. Leider wird Lungenkrebs so zeitig nur selten oder rein zufällig diagnostiziert, anders als zum Beispiel beim Darmkrebs oder Gebärmutterhalskrebs gibt es auch keine zuverlässige Früherkennung. 90 Prozent der Diagnosen Lungenkrebs erfolgen jedoch in bereits weit fortgeschrittenen Stadien. Zu diesem Zeitpunkt ist die Behandlung darauf ausgerichtet, den Fortgang der Krankheit zu verlangsamen und die Beschwerden deutlich zu erleichtern. Standardtherapien sind je nach Fortschritt und Art des Tumors Standardtherapien sind je nach Fortschritt des Tumors Strahlentherapie, Chemotherapie und Operation - oder eine Kombinatiopn der Methoden.

Die häufigsten Krebsarten in Deutschland

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. März 2015

Zum Seitenanfang

Aktuelle Artikel zum Thema
Antidepressivum gegen Lungenkrebs
Wirkstoff tötet Krebszellen

Bewährtes Medikament gegen Depressionen hilft auch gegen kleinzelligen Lungenkrebs mehr...

Lungenkrebs: Risikofaktor Atemluft
Rauch, Asbest & Co.

Durch verschiedene Faktoren wird das Risiko für Lungenkrebs begünstigt. Zentrales Moment: Die Belastung der Atemluft mit Schadstoffen. Hierzu zählen Zigarettenrauch, Asbest oder auch Metalle wie Chrom, Nickel,... mehr...

Lungenkrebs trifft zunehmend junge Frauen
Anstieg der Tumor-Erkrankungen in der Lunge

Wissenschaftler des Krebsforschungszentrums berichten von einem dramatischen Anstieg der Lungenkrebsfälle bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren. Allein in den Jahren von 1990 bis 2000 haben die Krebstodesfälle... mehr...

Lungenkrebs-Nachsorge ist besonders wichtig
Leben mit der Diagnose

Nach erfolgter Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um Rückfälle möglichst frühzeitig zu erkennen. Auch psychologische Hilfestellung kann Teil der Nachsorge bei Lungenkrebs sein. mehr...

Neue Lunge wächst aus Stammzellen
Lungenkrebs

Bei Lungenkrebs und COPD - kranke Lunge durcheigene, gesunde ersetzen mehr...

Nachsorge

Lungenkrebs-Nachsorge ist besonders wichtig
Leben mit der Diagnose

Nach erfolgter Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um Rückfälle möglichst frühzeitig zu erkennen. Auch psychologische Hilfestellung kann Teil der Nachsorge bei Lungenkrebs sein. mehr...

Reden Sie mit!

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Wie viele Deutsche sterben Jahr für Jahr an Lungenkrebs?
Ursachen & Risikofaktoren
Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...
Rauchen: Sie könnten jederzeit damit aufhören - oder nicht?

Nikotin-Abhängigkeit bestimmen und die passende Entwöhnungsmethode finden

mehr lesen...

Zum Seitenanfang