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Spannungskopfschmerz

Häufigste Kopfschmerzform - vielfältige Ursachen

Der dumpfe drückende Spannungskopfschmerz wird meistens beidseitig empfunden, oft wie eine Haube. Seine Ursache ist unbekannt. Je nach Häufigkeit der Beschwerden unterscheidet man verschiedene Verlaufsformen.

Frau mit Kopfschmerzen
Gar nicht selten sind es Verspannungen im Nacken, die zu Spannungskopfschmerz führen.
Getty Images/Goodshoot RF

Als dumpf und drückend wird er beschrieben. Meist tritt er beidseitig auf und kann in der Stirn, im Hinterhaupt oder auch wie eine Haube empfunden werden. Üblicherweise halten die Beschwerden 30 Minuten bis zu sieben Tagen an. Der Schmerz ist eher mittelmäßig ausgeprägt oder sogar leichterer Natur. Manche Patienten beschreiben das Gefühl, ein Gürtel lege sich um den Kopf. Bei Anstrengung verstärkt er sich kaum oder gar nicht. Die Patienten können ihrer gewohnten Beschäftigung nachgehen. Im Gegensatz dazu wird bei der Migräne der Schmerz bei körperlicher Anstrengung stärker, und die Betroffenen fühlen sich so krank, dass sie sich am liebsten hinlegen.

Namensgebend war die Vermutung, eine erhöhte Anspannung der Nackenmuskulatur sei die Ursache vom Spannungskopfschmerz. Heute wissen wir, dass höchstens die Hälfte der Patienten eine erhöhte Muskelspannung zeigt. Ob diese nun Ursache oder Folge des Kopfschmerzes ist, bleibt schleierhaft. Auf der Suche nach den Ursachen tappen die Forscher im Dunkeln.

Viele Menschen leiden sporadisch am Spannungskopfschmerz. Treten die Beschwerden öfter auf, so werden je nach Häufigkeit der Beschwerden zwei Verlaufsformen unterschieden.

Episodischer Spannungskopfschmerz

Der Betroffene erfährt mindestens zehn Kopfschmerzepisoden im Jahr, die sich aber insgesamt über weniger als 180 Tage erstrecken.

Chronischer Spannungskopfschmerz

Diese Verlaufsform ist mit etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung viel seltener. Ihre Diagnose verlangt, dass der Patient mindestens an 180 Tagen im Jahr am Spannungskopfschmerz leidet. Betroffene fühlen sich oft müde und antriebslos oder klagen über Schlafstörungen sowie Konzentrationsschwäche. Die episodische Form kann in eine chronische übergehen. Ein großes Problem ist die wachsende Zahl von Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen, die täglich Medikamente einnehmen. Der unkontrollierte Konsum von Schmerzmitteln, gemischt mit Kodein, Koffein oder Schlafmitteln, führt mitunter zu einem Dauerkopfschmerz. Dessen Behandlung wiederum muss mit einem Medikamentenentzug beginnen.

Spannungskopfschmerz: Symptome

Der Spannungskopfschmerz ist leicht bis mittelschwer. Er tritt immer beidseitig auf. Nur gelegentlich kommt es zu Begleitbeschwerden.

Typische Beschwerden

  • Der Spannungskopfschmerz wird als dumpf und drückend beschrieben, selten klopfend
  • Immer wird er beidseitig empfunden, meistens im Bereich der Stirn oder im Hinterkopf
  • Manche Patienten berichten vom Gefühl einer drückenden Haube
  • Der Schmerz ist leicht bis mittelschwer und auch während der Schmerzphasen können die Patienten meistens ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen
  • Bei körperlicher Aktivität verstärkt sich der Schmerz kaum.
  • Eine Schmerzphase hält zwischen 30 Minuten und mehreren Tagen an.

Bildhaft wird er oft als "Band um den Kopf" beschrieben. Häufig ist es schwer, ihn zu lokalisieren. Manche Patienten leiden zusätzlich unter einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit der Kopfmuskulatur, der Druck auf Nacken-, Stirn- und Kaumuskeln wird als sehr unangenehm empfunden. Ohne Behandlung dauert ein Anfall in der Regel zwischen einer halben Stunde und sieben Tagen.

Im Unterschied zur Migräne verstärkt sich derKopfschmerzen Spannungskopfschmerz nicht bei körperlicher Belastung, sondern verbessert sich gelegentlich sogar. Der normale Tagesablauf eines Betroffenen ist zwar gestört, aber durchaus möglich. Auch die für die Migräne typischen Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen sind nicht vorhanden, manche Patienten sind jedoch licht- und lärmempfindlich. UG| Symptome bei Spannungskopfschmerzen

Zwei Formen von Spannungskopfschmerzen

  1. Ein sogenannter episodischer Spannungskopfschmerz äußert sich mit mindestesn zehn Schmerzepisoden im Jahr, die insgesamt weniger als sechs Monate (180 Tage) dauern.
  2. Lästiger, aber viel seltener (nur circa 3 Prozent der Fälle) ist der chronische Spannungskopfschmerz, bei dem die Betroffenen über mehr als sechs Monate hinweg mindestens an 15 Tagen pro Monat an Kopfschmerzen leiden. Ein Zustand, der auf Dauer nicht zu akzeptieren ist. Im Unterschied zum episodischen gibt es beim chronischen Spannungskopfschmerz keine feste Attackendauer. Der Kopfschmerz kann entweder fortwährend oder zeitlich begrenzt bestehen. Zudem kann beim chronischen Spannungskopfschmerz in Einzelfällen Übelkeit auftreten, die jedoch ohne Erbrechen besteht.
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Im Unterschied zum episodischen gibt es beim chronischen Spannungskopfschmerz keine feste Attackendauer. Der Kopfschmerz kann entweder fortwährend oder zeitlich begrenzt bestehen. Zudem kann beim chronischen Spannungskopfschmerz in Einzelfällen Übelkeit auftreten, die jedoch ohne Erbrechen besteht.

Begleitbeschwerden von Spannungskopfschmerz

Der Spannungskopfschmerz geht nur selten mit zusätzlichen Beschwerden einher. Appetitlosigkeit, leichte Übelkeit und gelegentlich Lärm- sowie Lichtscheu kommen vor.

Durch die unkontrollierte, häufige Einnahme von Schmerzmitteln und zusätzlich Koffein, Kodein oder Schlafmitteln kann sich ein Spannungskopfschmerz zum Dauerkopfschmerz entwickeln.

Spannungskopfschmerz: Ursachen

Die Ursache des Spannungskopfschmerzes ist unbekannt. Verspannung der Nackenmuskulatur, Erniedrigung der Schmerzschwelle oder Stress könnten unter anderem an der Entstehung der Beschwerden beteiligt sein.

Die Bezeichnung "Spannungskopfschmerz" wurde erst 1988 von der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft eingeführt. Es gibt keine schlüssige Theorie zur Ursache dieser Kopfschmerzerkrankung. Eine Reihe von Faktoren werden diskutiert, die an der Entstehung beteiligt sein könnten. Vielleicht müssen mehrere zusammenkommen, um das Geschehen in Gang zu bringen. Vielleicht aber verbergen sich hinter der Bezeichnung "Spannungskopfschmerz" verschiedene Krankheiten.

Verspannung der Hals- und Kopfmuskulatur

Muskelverspannungen waren namensgebend und galten früher als alleinige Ursache des Spannungskopfschmerzes. Mit den heutigen Messmethoden kann man aber höchstens bei der Hälfte der Patienten eine erhöhte Spannung in den betreffenden Muskelpartien feststellen. Letztlich wissen wir nicht, ob dies die Ursache oder die Folge der Kopfschmerzen ist.

Niedrige Schmerzschwelle

Die Schmerzschwelle bezeichnet die Stärke, ab der ein Reiz als Schmerz empfunden wird. Sie ist individuell verschieden. Unter Hypnose oder extremem Stress kann sich die Schmerzschwelle erhöhen. Depressive Verstimmungen können die Schmerzschwelle senken. Bei der chronischen Verlaufsform des Spannungskopfschmerzes könnte die Schmerzschwelle erniedrigt sein, so dass schon relativ harmlose Reize zu Kopfschmerzen führen.

Psychische Ursachen von Spannungskopfschmerz

Manche Patienten entwickeln bei seelischen Belastungen einen Spannungskopfschmerz. Diese Tatsache stützt die Vermutung, dass psychische Faktoren wie Stress, Angst oder depressive Verstimmungen bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Störungen der Botenstoffe im Gehirn

Serotonin, Dopamin und Noradrenalin sind körpereigene Botenstoffe, die bei der Übermittlung von Signalen im Gehirn mitwirken. Sie greifen unter anderem bei der Schmerzwahrnehmung regulierend ein. Bestimmte Antidepressiva, die erfolgreich zur Behandlung des Spannungskopfschmerzes eingesetzt werden, wirken auf die Verteilung der Botenstoffe im Gehirn. Diese Tatsache führte zu der Hypothese, dass möglicherweise eine Störung im Haushalt der Botenstoffe zum Spannungskopfschmerz führt.

Oft sind mehrere Faktoren beteiligt

Zu den Ursachen und Auslösern des Spannungskopfschmerzes bestehen bisher nur Vermutungen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind viele Faktoren an seinem Entstehen beteiligt. Daher sollten sich Betroffene nicht dazu verleiten lassen, eine einzige Ursache dafür verantwortlich zu machen und alle Hoffnung auf eine einzige Maßnahme zu setzen. Dies gilt vor allem für massive Eingriffe, wie kieferchirurgische Korrekturen des Zahnapparates.

Spannungskopfschmerz: Diagnose

Normalerweise reicht die körperliche Untersuchung, um den Spannungskopfschmerz zu diagnostizieren. Nur wenn zusätzlich neurologische Symptome vorhanden sind, muss man andere Verfahren einsetzen.

Der Arzt befragt den Patienten bei Spannungskopfschmerz zuerst und untersucht ihn. Wenn er keine Hinweise auf neurologische Störungen findet, so kann er auf weitere Untersuchungen verzichten. Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Krampfanfälle sind einige der Symptome, bei denen der Arzt eine Darstellung des Gehirns oder eine Untersuchung der Gefäße veranlassen wird. Manche Kopfschmerzpatienten befürchten, an einem Hirntumor zu leiden. Eine bildliche Darstellung des Gehirns kann diesen Menschen die seelische Belastung nehmen.

Manchmal ist sich der Arzt in der Diagnose nicht ganz sicher, oder er will eine andere Erkrankung ausschließen, wie zum Beispiel einen Hirntumor oder eine Blutung. Wenn ein solcher Verdacht besteht, dann wird er noch andere Untersuchungen in die Wege leiten.

Bildgebende Verfahren bei Spannungskopfschmerzen

Die Computertomographie (Craniale Computertomographie, CT) und die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) liefern schichtweise Aufnahmen von Schädel und Gehirn. Vor allem bei älteren Menschen, deren Kopfschmerzen neu entstanden sind, werden die bildgebenden Verfahren eingesetzt. Mithilfe von CT und MRT kann der Arzt mit großer Sicherheit sagen, ob ein Tumor vorliegt oder nicht.

Mit einer Dopplersonographie kann man die Durchblutung der Gefäße messen, die das Gehirn versorgen. Stellt der Arzt fest, dass die Halsgefäße verengt sind, kann dieser Befund die Kopfschmerzen erklären. Wichtig ist die dopplersonographische Untersuchung, weil die neurologischen Symptome Vorboten eines Schlaganfalls sein könnten

Eine Ultraschallsonde wird dabei auf die großen Schlagadern am Hals oder am Kopf aufgesetzt, durch die der Arzt die Blutströmung im Gefäß beurteilen kann. Die gemessenen Informationen werden als Töne wiedergegeben. Die Duplexsonographie setzt die Signale in ein Bild um.

Spannungskopfschmerz: Therapie

Bei Spannungskopfschmerzen sollte man nicht nur zu Schmerzmitteln greifen. Methoden ohne Medikamente und allgemeine Maßnahmen ergänzen die Behandlung. Manchmal werden Medikamente sogar überflüssig.

Auch ohne Medikamente kann man einiges gegen den Spannungskopfschmerz unternehmen. Die geeignete Gestaltung von Lebensumständen und Alltag liegt in Ihrer Hand. Entspannungstechniken können helfen, auf Medikamente zu verzichten.

Entspannung: Machen Sie Pausen, vor allem bei der Arbeit am Bildschirm oder beim Autofahren. Bewegen Sie sich an der frischen Luft. Das fördert die Entspannung. Verwöhnen Sie sich, zum Beispiel mit einem Bad, oder lassen Sie sich massieren. Manchmal hilft auch eine Massage von Schläfen oder Stirn mit einem ätherischen Öl. Falls Ihnen Entspannung schwer fällt, dann lernen Sie eine Entspannungstechnik.

Alkohol, Nikotin und Medikamente: Rauchen Sie nicht und trinken Sie wenig Alkohol. Dauerkopfschmerzen trotz ständiger Einnahme von Medikamenten können ein Hinweis auf den sogenannten Schmerzmittelkopfschmerz sein. Falls Sie denken, dass Ihre Kopfschmerzen vom übermäßigen Schmerzmittelkonsum herrühren, dann sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

Spannungskopfschmerz behandeln - ohne Medikamente

Es gibt eine große Anzahl von Verfahren, Tipps, Geheimtipps und auch Außenseitermethoden zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen. Die Wirkung der meisten sogenannten alternativen Verfahren ist nicht bewiesen. Dennoch kann die eine oder andere Behandlung im Einzelfall durchaus helfen. Probieren Sie nur ungefährliche Methoden. Meiden Sie zum Beispiel Frischzellenkur und Ozonbehandlung. Seien Sie kritisch bei Spritzenkuren.

achtsamkeit meditation
Stress geh weg! Alles, was entspannt hilft gegen Spannungskopfschmerz.
Getty Images/iStockphoto

Die unten aufgeführten Therapien sind allgemein anerkannt. Ihr Erfolg ist belegt.

Biofeedback: Körpervorgänge werden bei diesem Verfahren gemessen und dem Patienten gemeldet. Dieser soll lernen, diese Vorgänge zu steuern. Biofeedback kommt bei erhöhter Spannung der Muskulatur von Kopf und Hals zum Einsatz. Ein Fühler misst die Muskelspannung. Der Patient empfängt optische oder akustische Signale. Er lernt so, sich auch in Stresssituationen rasch zu entspannen.

Muskelentspannung nach Jacobson:  Spannung und Entspannung von Muskelgruppen werden dabei geübt. Die Anspannung soll die Muskeln bewusst machen und die anschließende Entspannung fördern. Man braucht kein Gerät und kann alleine nach schriftlicher Anleitung oder mit einer Tonkassette, aber auch in einer Gruppe trainieren. Der Patient lernt die rasche und bewusste Entspannung im Alltag.

Stressbewältigungstraining: Dabei handelt es sich um ein Verfahren der Verhaltenstherapie. Es hilft den Patienten, als Stress empfundene Situationen früh zu erkennen und die eigene Position zu stärken. Belastende Situationen werden analysiert. Das Training umfasst auch Rollenspiele, Übungen zur Selbstsicherheit und zum bewussten Genießen mit den Sinnen.

TENS: Hinter den vier Buchstaben verbirgt sich die transkutane elektrische Nervenstimulation. Die Nerven im Schmerzgebiet werden dabei über Hautelektroden mit elektrischen Impulsen gereizt. Die Reize hemmen die Schmerzleitung und sollten als angenehm empfunden werden. Meistens muss man ein Weilchen mit Reizart und -ort experimentieren, bis man die beste Wirkung erzielt. Der Patient kann das kleine Gerät an seiner Kleidung befestigen.

Behandlung mit Medikamenten

Bei der Behandlung von Spannungskopfschmerz sollten nur einfache Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Mischpräparate oder die zusätzliche Einnahme von Koffein, Kodein sowie Schlaf- und Beruhigungsmitteln können zum Dauerkopfschmerz führen.

Nehmen Sie beim Spannungskopfschmerz nur Medikamente ein, die lediglich einen einzigen Wirkstoff enthalten. Höchstens an zehn Tagen pro Monat sollten Sie zu Schmerzmitteln greifen. Die Behandlung sollte in Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen.

Medikamente zur Behandlung Spannungskopfschmerz sind u. a.

  • Acetylsalizylsäure 500-1000 mg
  • Ibuprofen 400-1200 mg/Tag (insgesamt höchstens 4000 mg/Tag)
  • Naproxen 500-1000 mg/Tag

Acetylsalizylsäure (ASS) ist unter vielen Namen rezeptfrei erhältlich. Sie wirkt an Schmerzrezeptoren und hemmt Entzündungen. Die wichtigste Nebenwirkung ist die Entzündung der Magenschleimhaut. Wenn ASS nicht gut vertragen wird, kann man auf die anderen Schmerzmittel ausweichen.

Entzug von Medikamenten

Es gibt eine wachsende Zahl von Patienten, die täglich oder beinahe täglich Medikamente einnehmen. Meistens handelt es sich nicht nur um reine Schmerzmittel, sondern um Kombinationspräparate, denen noch Kodein oder Koffein zugesetzt ist, um Schlaf- und um Beruhigungsmittel. Diese unkontrollierte Therapie kann zum sogenannten medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz führen. Am Anfang der Behandlung steht dann immer der Entzug.

Die Entzugserscheinungen halten drei bis vier Tage an. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufstörungen, rascher Herzschlag, Unruhe und Schlafstörungen können auftreten. Auf jeden Fall muss der Entzug unter ärztlicher Kontrolle stattfinden. In manchen Fällen kann man dazu aber zu Hause bleiben. Man sollte aber keinen Entzug ohne ärztliche Anleitung durchführen.

Spannungskopfschmerz: Vorbeugen

Ratsam ist für Menschen mit Spannungskopfschmerzen allemal Entspannung und körperliche Aktivität. Bewährt haben sich folgende Tipps:

  • Gut ist, was entspannt. Außerdem sollten Sie auf Alkohol und Nikotin möglichst verzichten. Einige depressionslösende Medikamente werden auch zur Prophylaxe von Spannungskopfschmerz eingesetzt. Diese Arzneimittel machen nicht süchtig.
  • Wenn Sie unter Stress stehen, dann stellen Sie sich ans geöffnete Fenster, atmen tief durch und machen einfach Pause. Lassen Sie Ihren Kopf nach vorne und auf die Seiten fallen und dehnen Sie Ihre Nackenmuskulatur. Beschreiben Sie Kreise mit Ihrem Schultergelenk. Schließen Sie die Augen und entspannen Sie.
  • Achten Sie auf eine bequeme Haltung und genügend Licht am Arbeitsplatz. Wenn Sie im Sitzen arbeiten, dann wechseln Sie öfter die Position oder stehen Sie auf und gehen umher. Gönnen Sie sich viel frische Luft und eine gute Matratze.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport. Drei- bis viermal die Woche 20 bis 30 Minuten Joggen, Schwimmen oder Radfahren sind gut für Kondition und Entspannung. Beim Training darf Ihre Pulsfrequenz 180 pro Minute minus Ihr Lebensalter nicht übersteigen. Wer über 35 Jahre alt ist und vorher keinen Sport betrieben hat, sollte sich vorher vom Arzt untersuchen lassen.
  • Rauchen Sie nicht und trinken Sie wenig Alkohol. Dauerkopfschmerzen trotz ständiger Einnahme von Medikamenten können ein Hinweis auf Medikamentenabhängigkeit sein. Reden Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Akupunktur gegen Spannungskopfschmerz

Bei dieser alten chinesischen Behandlungsmethode werden feine Nadeln in bestimmte Punkte der Haut eingestochen. Sie sollen so die körpereigene Schmerzhemmung aktivieren. Beim Spannungskopfschmerz wird immer wieder von einer vorbeugenden Wirkung der Akupunktur berichtet. In manchen Regionen unterhält die Kassenärztliche Vereinigung eine Informationsstelle, bei der man Namen und Adressen von ärztlichen Akupunkteuren erfragen kann. Ausbildungsinstitute stehen im Telefonbuch und können ebenfalls Behandler vermitteln. Die Deutsche Gesellschaft für Akupunktur hat Informationen und einige Adressen ins Internet gestellt: www.akupunktur-aktuell.de.

Spannungskopfschmerz vorbeugen mit Medikamenten

  • Zum Ratgeber Kopfschmerzen

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Besteht der Spannungskopfschmerz länger als drei Monate, so ist eine medikamentöse Prophylaxe möglich. Vorausgesetzt, er tritt öfter als an zehn Tagen pro Monat auf und hält dann mindestens einen halben Tag lang an. Vorher muss aber ein Dauerkopfschmerz ausgeschlossen werden, der durch die unkontrollierte Einnahme verschiedener Medikamente verursacht wurde. Dann steht nämlich der Medikamentenentzug am Anfang der Behandlung

Medikamente zur Vorbeugung sind beispielsweise: Amitriptylin, Imipramin oder Clomipramin. Die Medikamente sind verschreibungspflichtig. Die Behandlung sollte unbedingt durch einen Arzt betreut werden!

Alle Medikamente gehören zur Klasse der trizyklischen Antidepressiva. Namensgebend ist ihre Grundstruktur, die aus drei Ringen besteht. Sie ändern die Konzentration der Botenstoffe im Gehirn, wie zum Beispiel Serotonin oder Noradrenalin. So können sie nicht nur Depressionen lösen, sondern das Schmerzempfinden beeinflussen. Zur Schmerzbekämpfung genügt eine niedrigere Dosis als zur Behandlung einer Depression.

Als Nebenwirkungen können Mundtrockenheit, Kreislaufstörungen und Probleme beim Wasserlassen auftreten. Amitriptylin und Doxepin wirken zudem beruhigend, Imipramin und Clomipramin eher anregend. Die Nebenwirkungen setzen sofort ein. Ob das Medikament die erwünschte schmerzstillende Wirkung zeigt, kann man aber frühestens nach zwei Wochen beurteilen. Bei drei Viertel der Patienten ist das der Fall. Bei ihnen sollte die Behandlung dann mindestens ein halbes Jahr fortgesetzt werden.

Zehn Tipps gegen Kopfschmerzen

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2015
Durch: ag

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