Kopfschmerzen: Formen

Frau mit Kopfschmerzen
Experten unterscheiden mehr als 250 Kopfschmerzarten.
(c) Getty Images/iStockphoto

Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen. Experten unterscheiden mehr als 250 Arten. Eines steht allerdings fest: Kopfschmerzen sind sehr häufig und können den Alltag empfindlich beeinträchtigen.

Kopfschmerzen haben viele Gesichter. So können die Schmerzen stumpf, drückend oder ziehend ausfallen, den gesamten Kopf betreffen oder auch nur einseitig auftreten. Darüber hinaus können Kopfschmerzen akut oder auch chronisch sein.

Über 250 Kopfschmerzarten

So vielfältig wie das Krankheitsbild Kopfschmerz selbst sind auch die Kopfschmerzarten, die von Experten unterschieden werden. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft hat mehr als 250 verschiedene Kopfschmerzformen beschrieben. Dabei ist der Spannungskopfschmerz die mit Abstand häufigste Kopfschmerzform und die Migräne die zweithäufigste. Zusammen machen sie erstaunliche rund  90 Prozent aller Fälle von Kopfschmerzen aus. Mit anderen Worten: Etwa neun von zehn Kopfschmerzpatienten sind von diesen beiden Formen betroffen.

Primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Dabei differenziert man grundsätzlich zwischen sogenannten primären und sekundären Kopfschmerzen.

Primär bedeutet, dass die Kopfschmerzen ohne erkennbaren Grund bzw. ohne Grunderkrankung auftreten, unter sekundären Kopfschmerzen wiederum versteht man Kopfschmerzen, die als Symptom einer Grunderkrankung auftreten.

Primärer Kopfschmerz (ohne Grunderkrankung)

Sekundärer Kopfschmerz: Kopfschmerzen als Symptom einer Grunderkrankung

Kopfschmerzen können grundsätzlich auch ein Symptom einer Grunderkrankung sein. Meist tritt dann der Kopfschmerz nicht allein auf und weitere Symptome können beobachtet werden.

Mögliche Grunderkrankungen bzw. krankhafte Veränderungen, die mit Kopfschmerzen einhergehen, sind zum Beispiel:

  • Erkältung
  • Grippe
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Bluthochdruck
  • Gehirnerschütterung
  • Meningitis (Gehirnhautentzündung)
  • Trigeminusneuralgie (Nervenentzündung)
  • Gehirntumor

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Auch wenn es widersprüchlich klingt: Kopfschmerzmittel können einen bestehenden Kopfschmerz (auch bei einer Migräne) verschlimmern und zwar so stark, dass er täglich auftritt und den ursprünglichen Kopfschmerz "überdeckt". Die Medizin spricht dann von einem medikamenten-induzierten Dauerkopfschmerz. Das Risiko, einen solchen zu bekommen, besteht bei übermäßigem Gebrauch von Kopfschmerzmitteln. Daher dürfen diese nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehn Tage im Monat angewendet werden. Dies gilt für die üblichen Kopfschmerzmittel genauso wie für die bei der Migräne eingesetzten Triptane.

Was tun bei Kopfschmerzen?

Ein gelegentlich auftretender Spannungskopfschmerz ist mit den allgemein bekannten Schmerzmitteln (Analgetika) wie Ibuprofen, Naproxen, Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Diclofenac schnell und gut behandelbar. Eine pflanzliche Alternative (nicht bei Migräne) ist Pfefferminzöl, das großflächig auf Stirn und Schläfen aufgetragen wird. Hinweis: Triptane wie Naratriptan sind spezifische Migränemittel und bei einem Spannungskopfschmerz nicht wirksam.

Leichte körperliche Aktivitäten wie Spazierengehen an der frischen Luft helfen, einen bestehenden Spannungskopfschmerz zu lindern.

Wann zum Arzt bei Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind in der Regel harmlos und lassen sich mit ein wenig Ruhe, frischer Luft oder geeigneten Medikamenten gut in den Griff bekommen. Es gibt allerdings Anzeichen, bei denen in Verbindung mit Kopfschmerzen ein Arztbesuch ratsam erscheint.

Dies ist zum Beispiel der Fall bei:

  • Ungewohnt heftigen Kopfschmerzen
  • Häufigen Schmerzattacken
  • Kopfschmerzen in Verbindung mit hohem Fieber
  • Kopfschmerzen in Verbindung mit weiteren, ungewöhnlichen Symptomen
  • Kopfschmerzen nach einem Unfall mit Kopf-Beteiligung
  • Kopfschmerzen bei (Klein-)Kindern
  • Kopfschmerzen mit Verbindung mit Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörung

Grundsätzlich gilt: Im Zweifelsfall sollte der Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden.

Kopfschmerzen vorbeugen

Grundsätzlich empfehlen Experten ausreichend Bewegung an der frischen Luft, eine gesunde und ausgewogene Ernährung und viel Flüssigkeit (ca. 2 Liter pro Tag), um Kopfschmerzen vorzubeugen.

Die richtige Gestaltung des Arbeitsplatzes kann dem Auftreten eines Spannungskopfschmerzes maßgeblich entgegenwirken. Dies betrifft vor allem den Stuhl, die Position von Tastatur und Bildschirm des Computers sowie die Licht- und Lärmverhältnisse. Die besten Tipps gegen Kopfschmerzen im Büro können Sie hier nach lesen.

Gezielte Entspannungstechniken, vor allem die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, haben sich zum Vorbeugen eines Spannungskopfschmerzes nachweislich bewährt. Unerlässlich für den Erfolg ist jedoch, dass die Übungen regelmäßig durchgeführt werden und zwar täglich zu einer festen Zeit. Die Progressive Muskelentspannung ermöglicht es, die Zustände der Muskulatur (entspannt oder angespannt) wahrzunehmen und zu beeinflussen und über diesen Weg zu innerer Entspannung zu finden. Die einzelnen Übungen sind leicht zu erlernen und außerdem fast überall, selbst im Büro und auf dem Autositz, durchführbar.

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Autor: Lifeline Redaktion
Letzte Aktualisierung: 10. Dezember 2013
Durch: es

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