Anwendung

Hormonspirale nach der Geburt

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Die Hormonspirale eignet sich als Verhütungsmittel in der Stillzeit.
(c) George Doyle

Auch während der Stillzeit sollten Frauen verhüten, da eine erneute Schwangerschaft sonst nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Die Hormon-Spirale gehört in der Stillzeit zu den Verhütungsmethoden, die für Mutter und Kind geeignet sind.

Während der Stillzeit besteht ein gewisser natürlicher Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft. Auslöser dafür ist das Hormon Prolaktin, das in der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, gebildet wird und für die Produktion der Muttermilch sorgt. Durch regelmäßiges Stillen wird die Ausschüttung von Prolaktin angeregt. Das Hormon hemmt die sogenannten Gonadotropine FSH und LH, die für die Reifung der Eizellen verantwortlich sind und den Eisprung auslösen. Solange Frauen ihre Kinder nach der Geburt stillen, ohne zuzufüttern, und noch keine Monatsblutung aufgetreten ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft gering.

Der natürliche Schwangerschaftsschutz ist nicht zuverlässig

Eine sichere Verhütungsmethode ist das Stillen jedoch nicht. Schon bei längeren Pausen zwischen den Stillzeiten kann die Funktion der Eierstöcke wieder in Gang kommen, sodass ein Eisprung stattfindet und eine erneute Schwangerschaft möglich wird. Frauen, die nach der Geburt eines Kindes nicht gleich wieder schwanger werden wollen, sollten deshalb eine zuverlässige Empfängnisverhütungsmethode wählen. Eine Spirale in der Stillzeit bietet diese Möglichkeit.

Verhüten, ohne die Muttermilch zu beeinflussen

Um während der Stillzeit das Neugeborene nicht zu gefährden, sollte eine Verhütungsmethode angewendet werden, die möglichst wenig Auswirkungen auf die Muttermilch hat. Hormonelle Verhütungsmethoden, die neben Gestagenen auch Östrogene enthalten, wie die Pille oder der Hormonring, können die Menge und Zusammensetzung der Muttermilch beeinflussen.

Für eine Verhütung geeignet ist daher neben Kondomen, der Kupferspirale und der Minipille, die lediglich ein Gestagen enthält, die Hormonspirale während der Stillzeit. Sie ist völlig östrogenfrei und setzt nur geringe Gestagendosen frei. Darüber hinaus wirkt das abgegebene Gestagen Levonorgestrel überwiegend „lokal“ in der Gebärmutter. Die Muttermilch wird deshalb kaum beeinflusst, sodass gesundheitliche Beeinträchtigungen des Neugeborenen nicht zu befürchten sind.

Einlegen erst, wenn sich die Gebärmutter zurückgebildet hat

Die Hormonspirale kann eingelegt werden, sobald sich die Gebärmutter nach der Geburt wieder vollständig zurückgebildet hat. Das ist etwa nach sechs bis zwölf Wochen der Fall. Der Arzt wird dies überprüfen. Ein früheres Einlegen birgt die Gefahr, dass die Hormonspirale aufgrund der vergrößerten Gebärmutter wieder herausrutscht oder die Gebärmutterwand verletzt wird.

Wie sicher wirkt die Hormon-Spirale in der Stillzeit?

Auch in puncto Sicherheit ist die Hormon-Spirale eine gute Alternative in der Stillzeit. Sie schützt ebenso sicher vor einer Schwangerschaft wie die meisten modernen Pillen. Nur etwa zwei von 1.000 Anwenderinnen werden im ersten Jahr nach Einlegen der Hormonspirale ungewollt schwanger. Es besteht somit während der Stillzeit ein sicherer Schutz vor einer nächsten Schwangerschaft, ohne dass die Anwenderinnen wie beispielsweise bei der Einnahme der Minipille täglich an die Verhütung denken müssen. In der oft unruhigen Zeit nach der Geburt eines Kindes kann das eine große Entlastung sein.

Autor: Kathrin Sommer
Veröffentlicht am: 16. Januar 2012
Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2012
Quellen: Nach Informationen von Shaamash, A.H. et al.: A comparative study of the levonorgestrel-releasing intrauterine system Mirena® versus the Copper T380A intrauterine device during lactation: breast-feeding performance, infant growth and infant development. Contraception 2005, 72(5):346-351; Leitlinie „Empfängnisverhütung. Familienplanung in Deutschland“, AWMF 015/015 (S1), Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Deutsche Gesellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin, Berufsverband der Frauenärzte (Stand: August 2008); Frauenärzte im Netz sowie Gorenoi, V. et al.: Nutzen und Risiken hormonaler Kontrazeptiva bei Frauen, Hrsg. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Schriftenreihe Health Technology Assessment, Bd. 56, 1. Auflage 2007

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