Risikofaktoren für den Herzinfarkt

Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Ursachen

Herzinfarkt_155229495.jpg
Kennen Sie die Risikofaktoren, die zum Herzinfarkt führen können? Sie sind leichter auszuschließen, als Viele glauben.
Getty Images/iStockphoto

Durch Arteriosklerose verschlossene Herzkranzarterien und ein plötzlich erhöhter Sauerstoffbedarf des Herzens sind die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt.

Als häufigste Ursache für einen Herzinfarkt gelten die Folgen der Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Durch den Verschluss einer oder mehrerer Herzkranzarterien (Stenose) wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Plötzliche Kraftanstrengungen oder Stresssituationen sind dann oft Auslöser eines Herzinfarkts, da sie neben dem Blutdruck auch den Sauerstoffbedarf des Herzens erhöhen.

Häufig treten Herzinfarkte nachts zwischen zwei und drei Uhr auf, was mit Konzentrationsschwankungen von Blutgerinnungsstoffen und Hormonen zusammenhängt. Weitere Auslöser eines Infarkts können eine Lungenembolie oder ein Kreislaufkollaps sein.

Bei jüngeren Menschen kann eine plötzliche Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (sog. Vasospasmus) die Ursache für einen Herzinfarkt sein.

Das Auftreten eines Infarkts wird durch so genannte Risikofaktoren begünstigt. Sind diese stark ausgeprägt, so steigt die Gefahr. Sind dagegen nur wenig Risikofaktoren bei einem Menschen vorhanden, so steht es um seine Herzgesundheit in der Regel gut.

Die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt

Dabei ist zwischen nicht beeinflussbaren und beeinflussbaren Risikofaktoren für die Herzgesundheit zu unterscheiden. Zu den nicht beeinflussbaren Faktoren gehören:

  • ein höheres Lebensalter
  • das männliche Geschlecht (Männer erleiden in aller Regel früher einen Herzinfarkt als Frauen)
  • eine familiäre Belastung, also ein frühzeitiges oder gehäuftes Auftreten von Herzinfarkten bei nahen Angehörigen und speziell dem Vater oder der Mutter

Während sich solche Faktoren nicht verändern lassen, gibt es andere Risikofaktoren, die durch den individuellen Lebensstil bestimmt werden und auf die Herzgesundheit wirken:

Vor allem die Kombination von Risikofaktoren ist fatal für die Herzgesundheit

Gefährlich wird es für die Herzgesundheit vor allem, wenn mehrere Risikofaktoren gleichzeitig wirksam werden, wenn also zum Beispiel ein Mann, dessen Vater in vergleichsweise jungem Alter einen Herzinfarkt erlitten hat, raucht, übergewichtig ist und einen zu hohen Cholesterinwert aufweist.

Menschen mit einem solchen oder ähnlichen „Risikoprofil“ sollten ihre Lebensweise überdenken, raten Experten. Eine gesunde Ernährung und sportliche Aktivität sind diesen Risikopatienten zu empfehlen. Denn wer es schafft, sein Körpergewicht zu reduzieren, bei dem sinken zugleich der Blutdruck und die Blutfettwerte. Wer dann auch noch aufs Rauchen verzichtet, hat mit wenigen Maßnahmen seiner Herzgesundheit schon viel Gutes getan und seine Risikofaktoren erheblich eingeschränkt.

Herzgesundheit beginnt im Kindes- und Jugendalter

Ideal wäre es, wenn schon im Kindesalter damit begonnen wird, Risikofaktoren für Herz und Gefäße zu vermeiden oder abzubauen - sprich: Wenn die Eltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht übergewichtig werden und sich viel bewegen. Denn wie es später um die Herzgesundheit bestellt ist, dafür werden bereits im Kindesalter die Weichen gestellt. So erhöhen früh erworbene, herzungesunde Lebensgewohnheiten das Risiko für einen Herzinfarkt im Erwachsenenalter.

Autor: Jessica Schmid / Christine Vetter
Letzte Aktualisierung: 02. Juli 2012
Durch: sl / Lifeline
Quellen: Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005. / F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006 / Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Gesundheit in Deutschland. Robert Koch-Institut, Berlin 2006 / Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Koronare Herzkrankheiten und akuter Myokardinfarkt. Heft 33. Robert Koch-Institut, Berlin 2006 / Statistisches Bundesamt (Hrsg.).: Todesursachen in Deutschland 2006. Fachserie 12, Reihe 4. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2007 / Zeitschrift Leben, Themenheft Herz der Siemens Betriebskrankenkasse; 2010 / Informationen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. URL: http://www.dgk.org/ (Stand 2010) Drogen- und Suchtbericht des Bundesministeriums für Gesundheit 2009 / http://www.bundesgesundheitsministerium.de/cln_169/SharedDocs/Downloads/DE/Drogen-Sucht/Drogen_20und_20Sucht_20allgemein/Drogen-_20und_20Suchtbericht_202009,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Drogen-%20und%20Suchtbericht%202009.pdf (Stand 2010)

Neueste Fragen aus der Community
  • Herz- und Kreislaufbeschwerden
    Unklares EKG
    24.07.2014 | 17:46 Uhr von Mina1

    Sehr geehrter Herr Dr. Schaps, ich habe ein EKG bekommen. Wäre es möglich, dass Sie mir...  mehr...

  • Herz- und Kreislaufbeschwerden
    AP Beschwerden
    24.07.2014 | 17:28 Uhr von losbatzos

    Guten Abend Herr Schaps,  ich habe mich entschlossen vor dem Beginn meiner neuen...  mehr...

Hören Sie zu - reden Sie mit

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...

Sie haben eine Frage zum Thema Herzinfarkt? Unser Experte Klaus-Peter Schaps, steht Ihnen zur Verfügung.

zum Test


Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang