Ernährung

Kaffee bremst offenbar Fortschreiten der Hepatitis C

Die Häufigkeit, mit der chronische Lebererkrankungen neu auftreten, nimmt Studien zufolge mit steigendem Kaffeekonsum ab. Eine neue Untersuchung zeigt, dass auch Patienten mit einer bereits vorhandenen, fortgeschrittenen Hepatits-C-bedingten Leberkrankheit von einem hohen Kaffeekonsum profitieren könnten.

Bei chonischem Verlauf einer Hepatitis-C-Virus-Infektion wird die Leber fortschreitend geschädigt. Um festzustellen, wie sich der Genuss von Kaffee auf das Krankheitsgeschehen auswirkt, fragten Wissenschaftler des US-amerikanischen National Cancer Institute 766 Patienten, die unter einer Hepatitis-C-bedingten schweren Leberfibrose * oder Leberzirrhose * litten, nach ihrem Kaffeekonsum. Ferner waren die Patienten aufgefordert, sich zur Kontrolle des Verlaufs der Krankheit über einen Zeitraum von insgesamt 3,8 Jahren alle drei Monate einer Entnahme von Lebergewebe (Leberbiopsie) zu unterziehen.

Zu Beginn der Studie war ein höherer Kaffeeverbrauch mit einer geringeren Verfettung der Leber (Lebersteatose), niederen Leberenzymwerten (Lebertransaminasen) und niederen Werten für Insulin und Alpha-1-Fetoprotein (AFP), einem Marker für chronische Lebererkrankungen und Leberkrebs, sowie höheren Werten für Albumin im Serum verbunden. Albumin ist ein Eiweißkörper, der in der Leber hergestellt wird und wichtig ist für deren Funktion. Diese Ergebnisse bedeuten, Studienteilnehmer mit höherem Kaffeekonsum wiesen zu Beginn der Studie insgesamt eine weniger fortgeschrittene Schädigung der Leber auf als Teilnehmer mit niedrigerem Kaffeekonsum. 230 Patienten starben im Verlauf der Studie. Die Sterberaten nahmen mit steigendem Kaffeekonsum ab: Unter den Teilnehmern, die überhaupt keinen Kaffee konsumierten, starben 11,1 von 100 Personen pro Jahr, 12,1 von 100 Personen waren es bei Teilnehmern mit weniger als einer Tasse Kaffeekonsum pro Tag, 8,2 bei Teilnehmern mit einer bis weniger als drei Tassen Kaffeekonsum und 6,3 bei Teilnehmern mit drei oder mehr Tassen Kaffeekonsum pro Tag. Bei Teilnehmern, die drei oder mehr Tassen Kaffee am Tag tranken, war das Risiko des Fortschreitens der chronischen Hepatitis C um 53 Prozent verringert.

Nach den Ergebnissen dieser Studie scheint ein regelmäßiger, hoher Kaffeekonsum das Fortschreiten der chronischen Hepatitis C zu verlangsamen. Von der chemischen Verbindung Koffein ist auch bekannt, dass sie im Tierexperiment die Entwicklung von Leberkrebs hemmen kann.

Glossar

Leberfibrose: Eine Leberfibrose ist durch Umbauvorgänge in der Leber gekennzeichnet, wobei Lebergewebe zunehmend durch Bindegewebe ersetzt wird. Sie kann das Resultat vielfältiger chronischer Erkrankungszustände sein, eine häufige Ursache ist die chronische Virus-Hepatitis. Leberzirrhose: Eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) entsteht im fortgeschrittenen Stadium einer langjährigen Lebererkrankung, z.B. einer langjährigen Leberentzündung und Leberfibrose. Kennzeichnend ist eine fortschreitende, in der Regel unumkehrbare Zerstörung und Umwandlung des Lebergewebes. Ca. ein Drittel aller Patienten mit chronischer Hepatitis C entwickeln eine Leberzirrhose. In der Folge ist die Leberfunktion stark eingeschränkt, nicht selten entwickelt sich ein Leberkrebs.

Autor: K. Malberg / überarbeitet für Patienten Springer Medizin Lifeline
Veröffentlicht am: 21. Oktober 2010
Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2012
Quellen: MMW, Ausgabe 45, November 2009, S. 27 Nach Informationen von N. D. Freedmann et al.: Coffee intake is associated with lower rates of liver disease progression in chronic hepatitis C. Hepatology 51 (2009) 918-924

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