Vorbeugen

Hepatitis-B-Impfung

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, dass alle Säuglinge bzw. Kinder und bestimmte Risikogruppen eine Hepatitis B Impfung sollten, um eine HBV-Infektion und die resultierenden Risiken zu vermeiden.

Hepatitis-B-Impfung
Kinder sollten eine Impfung gegen Hepatitis B erhalten.
Getty Images/iStockphoto

Obwohl sich die chronische Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) heute besser als früher medikamentös behandeln lässt, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, heilt sie bei den meisten Betroffenen nicht vollständig ab. Daher ist es wichtig, die HBV-Infektion durch eine Hepatitis B Impfung von vornherein zu verhindern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt seit 1995 eine generelle Schutzimpfung gegen Hepatitis B im Säuglings- bzw. Kindes- und Jugendalter.

Hierbei handelt es sich um eine sogenannte aktive Impfung, die das Immunsystem dauerhaft auf eine mögliche Infektion mit HBV vorbereitet, damit es diese ggf. schnell und effektiv bekämpfen kann. Die Impfung bei Säuglingen und Kleinkindern erfolgt in der Regel mit Kombinationsimpfstoffen im Rahmen der Standardimpfungen und ist bis etwa zum 14. Lebensmonat abgeschlossen. Findet diese Standardimpfung nicht statt, sollte die Immunisierung laut STIKO-Empfehlung möglichst vor der Pubertät, spätestens jedoch bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

Hepatitis-B-Impfung von Risikogruppen

Neben dieser allgemeinen Impfempfehlung wird Angehörigen von bestimmten Gruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko zu einer Hepatitis-B-Impfung geraten. Dies gilt beispielsweise für Beschäftigte im Gesundheitswesen und für andere Berufsgruppen, bei denen im Rahmen der Tätigkeit ein Kontakt mit HBV-infizierten Menschen oder Körperflüssigkeiten bzw. Blut möglich ist. Hinzu kommen Patienten, die eine chronische Nierenkrankheit haben, Blutwäschen (Dialysen) benötigen, häufig Blutprodukte erhalten oder vor einer größeren Operation stehen. Zudem sollten Menschen eine Impfung erhalten, wenn sie ein chronisches Leiden mit Leberbeteiligung oder eine chronische Lebererkrankung haben, die nicht durch Hepatitis B verursacht wurde.

Auch HIV-Patienten und Personen mit Kontakt zu chronisch HBV-Infizierten (zum Beispiel in der Familie) sollten sich impfen lassen. Zu weiteren Risikogruppen gehören Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko aufgrund ihres Sexualverhaltens, homosexuelle Männer, Drogenabhängige und Prostituierte. Zudem empfiehlt die STIKO Menschen die Impfung, die in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis-B-Vorkommen reisen, insbesondere wenn sie sich hier länger aufhalten und engen Kontakt zu Einheimischen haben.

Wie lange wirkt die Hepatitis-B-Impfung?

Um einen ausreichenden Impfschutz zu erzielen, sind in der Regel drei Hepatitis-B-Impfungen notwendig: Nach der ersten Impfung erfolgt die Zweite etwa einen Monat und die Dritte etwa ein halbes bis ein Jahr später. Mit diesem Impfschema lässt sich bei den meisten Menschen ein voller Impfschutz über mindestens zehn Jahre erreichen. Eine Auffrischimpfung nach zehn Jahren empfiehlt die STIKO derzeit nicht generell, sondern nur Angehörigen einer Risikogruppe. In Zweifelsfällen ist es möglich, den Impfschutz anhand von Blutuntersuchungen zu überprüfen.

Schutz unmittelbar nach der Hepatitis Infektion

Menschen, die nicht geimpft sind und Kontakt mit HBV hatten, beispielsweise durch eine Nadelstichverletzung, erhalten möglichst schnell nach diesem Ereignis eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe. Diese besteht aus der aktiven Impfung mit dem HB-Impfstoff und einer zusätzlichen passiven Impfung. Letztere enthält Antikörper (Immunglobuline), die gegen eine Hepatitis Infektion gerichtet sind, und unterstützt das körpereigene Immunsystem bei der Abwehr des Virus.

Ähnliches gilt für Neugeborene von Frauen, die während der Schwangerschaft positiv auf das HB-Virus getestet wurden. Bei ihnen beginnt innerhalb von zwölf Stunden nach der Geburt eine Immunisierung gegen Hepatitis B, indem sie gleichzeitig die erste HB-Impfstoffdosis und die HB-Immunglobuline erhalten. Einen Monat später wird die zweite und sechs Monate später die dritte HB-Impfstoffdosis verabreicht, um die Immunisierung zu vervollständigen.

Übernahme der Kosten

Die Impfung ist kostenpflichtig, doch die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie unter Umständen für Angehörige von Risikogruppen und Reisende in Länder mit erhöhtem Krankheitsvorkommen. Eine entsprechende Aufklärung übernehmen beispielsweise Ärzte, die auch die Impfung vornehmen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2009
Quellen: Nach Informationen von: Virushepatitis B, C und D im Jahr 2007. Epidemiologisches Bulletin, Robert Koch-Institut. 46/2008 Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut/Stand: Juli 2008. Epidemiologisches Bulletin, Robert Koch-Institut. 30/2008

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