Eine weltweit auftretende Infektionskrankheit

Hepatitis B

Hepatitis B
Hepatitis B ist ein weltweit auftretendes Problem.
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Infektionen mit Hepatitis B stellen weltweit ein großes Problem dar. Sie sind weit verbreitet, sehr ansteckend und können bei chronischem Verlauf jahrelang unerkannt bleiben sowie zu schweren Lebererkrankungen führen.

Die Hepatitis B ist eine Leberentzündung (Gelbsucht), die durch Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) hervorgerufen wird.

Hepatitis B wird durch ein kleines, umhülltes Virus übertragen, das recht stabil gegenüber Umwelteinflüssen ist, häufig Resistenzen gegenüber Desinfektionsmitteln aufweist und außerhalb des Körpers bis zu sieben Tage überstehen kann. Die wichtigste Infektionsquelle sind chronisch infizierte Menschen, die keine oder nur wenige Symptome haben und daher von ihrer Hepatitis-B-Virus-Infektion nichts wissen.

Sie haben das Hepatitis-B-Virus in teilweise sehr hohen Konzentrationen im Blut, sodass bereits kleinste Mengen Blut für eine Übertragung ausreichen, wenn es über – auch geringfügige – Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper einer Kontaktperson gelangt. Darüber hinaus ist das Virus in wesentlich geringeren Konzentrationen auch in anderen Körperflüssigkeiten enthalten, etwa Sperma, Vaginalsekret, Speichel und Tränenflüssigkeit (s. auch Übertragungswege).

Die Ansteckungsgefahr, die von chronisch Infizierten ausgeht, kann – unterschiedlich ausgeprägt – jahrelang bestehen bleiben und sehr hoch sein. Sie hängt unter anderem davon ab, wie die Übertragung stattfindet und wie stark die Virusbelastung ist. Das Risiko besteht, unabhängig von den Symptomen des Infizierten, solange bestimmte Bluttests Hinweise auf eine anhaltende Virusvermehrung liefern. Zwischen der Infektion mit Hepatitis B und dem Ausbruch der Erkrankung – so überhaupt Symptome auftreten – können 40 bis 200 Tage vergehen, die Dauer hängt vor allem von der Menge der übertragenen Viren ab.

Eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit

Sie stellt eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit dar. Bei den Angaben zur Häufigkeit ist der teilweise sehr unterschiedliche Verlauf zu berücksichtigen (s. auch Krankheitsverlauf). So geht die Infektion nur bei einem Teil der Patienten mit einer akuten Erkrankung einher, die in den meisten Fällen schnell kontrollierbar wird. Bei bis zu zehn Prozent der Betroffenen entwickelt sich eine chronische Infektion – häufig mit vorheriger akuter Erkrankung. Dies hat nicht nur eine individuelle, sondern auch eine erhebliche gesundheitspolitische Bedeutung, weil die chronische Infektion oft jahrelang unbemerkt bleibt und zu einer Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) oder sogar zu Leberkrebs führen kann.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben etwa zwei Milliarden Menschen weltweit bereits eine Infektion mit Hepatitis-B-Viren (HBV) durchgemacht. Darüber hinaus sind 300 bis 420 Millionen Menschen chronisch mit HBV infiziert. Obwohl seit Anfang der 80er Jahre für die Hepatitis B ein hochwirksamer, gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung steht (s. auch Impfung), infizieren sich nach wie vor weltweit sehr viele Menschen mit Hepatitis B. So wird jedes Jahr mit bis zu einer Million Todesfällen gerechnet, die auf Leberzirrhose bzw. Leberkrebs zurückzuführen sind.

Infektionen mit Hepatitis B in Deutschland

In Europa gibt es deutliche Unterschiede in der Verbreitung von Hepatitis-B. Während in Nordwesteuropa (z.B. Skandinavien, Vereinigtes Königreich) weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung eine chronische HBV-Infektion aufweisen, sind es in Ost- bzw. Südeuropa bis zu acht Prozent. Deutschland gehört nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) eher zu den Ländern mit geringer HBV-Häufigkeit: Nach Studien tragen etwa 0,4 bis 0,8 Prozent der Bevölkerung das Hepatitis-B-Virus in sich und sind daher ansteckend.

Die Zahl der bundesweit jedes Jahr chronisch Infizierten beläuft sich nach Schätzungen auf 400.000 bis 500.000 Personen. Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen mit Hepatitis B schätzt das RKI auf mehrere Tausend. So ließ sich im Jahr 2007 allein bei rund 1.000 Menschen eine akute Hepatitis B nachweisen. Bei etwa fünf bis acht Prozent der Bevölkerung ist darüber hinaus von einer abgelaufenen Hepatitis-B-Infektion auszugehen.

Autor: Springer Medizin / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2009
Quellen: Nach Informationen von: Cornberg M, et al. Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virus-(HBV)-Infektion. Upgrade der Leitlinie. Z Gastroenterol. 2007;45:1-50 Hepatitis B. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte. August 2004 Virushepatitis B, C und D im Jahr 2007. Epidemiologisches Bulletin, Robert Koch-Institut. 46/2008

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