UG| Haarausfall

Haarausfall ist ein völlig normaler Prozess im Rahmen der zyklischen Haarerneuerung. Erst wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen, sprechen Experten von Haarausfall im medizinischen Sinne. Der Fachausdruck für vermehrten Haarausfall ist Effluvium.

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Infolge des vermehrten Haarausfalls kann es zu einer sichtbaren Haarausdünnung bis hin zur Glatzenbildung kommen. Diesen sichtbaren Zustand des Haarausfalls bezeichnen Mediziner als Alopezie. Ein vermehrter Haarausfall führt jedoch nicht in jedem Falle zu einer sichtbaren Haarverminderung.

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Haarausfall kann sich bei Männern und Frauen unterschiedlich äußern. Abhängig von der jeweiligen Ursache lassen sich im Wesentlichen folgende Formen des Haarausfalls unterscheiden:

  • Haarausfall, hormonell bedingt (androgenetische Alopezie)
  • Diffuser Haarausfall anderer Ursache (diffuse Alopezie, telogenes Effluvium)
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
  • Vernarbende und nicht vernarbende Formen

Androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie stellt beim Mann die mit Abstand häufigste Form des Haarausfalls dar, die nicht selten schon im frühen Erwachsenenalter beginnt. Zugrunde liegt eine ererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegen das männliche Hormon Testosteron. Die Haare werden dünner und fallen nach und nach aus. Typischerweise zeigt sich diese Form des Haarausfalls beim Mann anfangs meist in Form der sogenannten „Geheimratsecken“ und schreitet in der Folge mit einer vom Hinterkopf ausgehenden, langsamen Glatzenbildung fort. Auch Frauen können von einer androgenetischen Alopezie betroffen sein. Allerdings differiert das Erscheinungsbild im Vergleich zum Mann. Typisch für die feminine androgenetische Alopezie ist ein Ausdünnen der Haare im Bereich des Mittelscheitels, mitunter kann die Kopfhaut durchscheinen. Jedoch bilden Frauen keine Glatze aus, der ursprüngliche Haaransatz bleibt zumeist erhalten.

Diffuser Haarausfall

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn der Haarausfall nicht nur ein bestimmtes begrenztes Areal der Kopfhaut betrifft. Meist sind weniger als 50 Prozent der Haare von diffusem Haarausfall betroffen, mitunter aber auch die gesamte Haar- bzw. Kopfhautfläche. Auch der androgenetische Haarausfall lässt sich daher dem diffusen Haarausfall zuordnen. Jedoch können viele andere Ursachen wie etwa körperliche Mangelzustände oder Krankheiten zu diffusem Haarausfall führen.

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall bezeichnet einen lokal begrenzten, typischerweise kreisrunden oder ovalen Haarausfall. Er kann bei Frauen und Männern gleichermaßen vorkommen. Typisch ist ein zumeist recht plötzliches Auftreten von einem oder mehreren Arealen unterschiedlicher Ausdehnung. Die kahlen Stellen sind glatt und nicht schuppend oder vernarbend und verursachen in der Regel auch keinen Juckreiz. Sie werden daher oft zufällig entdeckt und können sich zum Teil auch ohne Behandlung spontan zurückbilden, aber auch immer wieder auftreten.

Weitere Formen von Haarausfall

Bei Haarausfall wird ferner unterschieden in vernarbende und nicht vernarbende sowie in chronische und zeitlich begrenzte Formen.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2011
Quellen: Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme. Stuttgart (2010) Trüeb, R. M.; Worret, W.-I.: Biologie des Haarwachstums. Was Alopezie und Effluvien beeinflusst. In: Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie. (1) 2011, S. 6-12 Wenige Laborwerte reichen aus als Basisdiagnostik bei diffusem Haarausfall. In: Ärzte Zeitung online vom 21.11.2010 http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/628018/wenige-laborwerte-reichen-basisdiagnostik-diffusem-haarausfall.html?sh=1&h=-436022945 Trüeb, R. M.: Störung des zyklischen Haarwachstums. Was raten, wenn die Haare ausgehen? In: Dermatologie Praxis (4) 2008, S. 16 Haarausfall bei Frauen. Mehr als ein kosmetisches Problem. In: Der Hausarzt (19) 2010, S. 50

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