Den Unterschied kennen
Husten oder Keuchhusten?
Ein Husten in der kalten Jahreszeit ist nicht weiter ungewöhnlich. Manchmal kann es sich bei dem vermeintlichen Erkältungs-Husten aber auch um Keuchhusten handeln, eine Infektionskrankheit, die inzwischen hauptsächlich Erwachsene trifft.
Keuchhusten (von Medizinern auch mit dem Fachbegriff „Pertussis“ bezeichnet) beginnt meist harmlos mit Schnupfen und Abgeschlagenheit. Nach ein bis zwei Wochen kann es zu krampfartigen Hustenanfällen kommen. Bei Erwachsenen sind die Symptome nicht immer so eindeutig wie bei kleinen Kindern. Wir verraten Ihnen, woran Sie erkennen können, ob sich hinter Ihrem Husten eventuell eine Keuchhusten-Erkrankung verbirgt – sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
1. Der Husten hält bereits mehrere Wochen an
Jeder zehnte Patient mit Husten, der länger als eine Woche anhält, ist mit dem Pertussis-Erreger infiziert – das zeigen Untersuchungen. Anhaltender Husten (länger als 14 Tage), auch bei Rauchern (Raucherhusten) ist immer ein Grund den Arzt zu konsultieren und die Ursache des Hustens abzuklären.
2. Sie leiden unter hartnäckigem Husten
Typisch für Erwachsene ist hartnäckiger Husten. Während Keuchhusten bei Kindern mit ziehendem Einatmen, Keuchen und Erbrechen einhergeht, werden diese ausgeprägten Symptome bei Erwachsenen seltener beobachtet.
3. Der Husten verursacht Atembeschwerden und Schmerzen im Brustkorb
Keuchhusten wird oft mit Bronchitis oder Reizhusten verwechselt. Was viele nicht wissen: Atembeschwerden und Schmerzen im Brustkorb können auch ein Hinweis auf Keuchhusten sein. Durch die Überbelastung des Körpers bei den starken Hustenattacken besteht die Gefahr von Rippenbrüchen, Bandscheibenvorfall und Blasenschwäche.
4. Ihr Schlaf ist gestört und Ihre Leistungsfähigkeit vermindert
Der Husten tritt oft nachts auf und verursacht Schlafstörungen, tagsüber ist die Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt.
Impfung schützt
Bei Erwachsenen wird Keuchhusten selten diagnostiziert. Deshalb gehen viele sorglos damit um und wissen nicht, dass sie andere Personen anstecken können und insbesondere Säuglinge in Gefahr bringen. Ein hohes Risiko, denn Kinder werden ohne Nestschutz gegen den Erreger geboren und können lebensbedrohlich erkranken. Zum Glück gibt es eine Impfung gegen Keuchhusten. Diese ist besonders wichtig für Frauen mit Kinderwunsch und für Erwachsene, die in engem Kontakt mit Neugeborenen stehen – zum Beispiel Väter, Großeltern, Tagesmütter etc.
Seit Juli 2009 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut allen Erwachsenen, den Impfschutz gegen Keuchhusten einmalig auffrischen zu lassen – am besten bei der nächsten fälligen Auffrisch-Impfung gegen Tetanus und Diphtherie. Ein Blick ins Impfbuch lohnt sich: Falls der Polio-Impfschutz (Kinderlähmung) nicht vollständig ist oder bisher nicht einmalig aufgefrischt wurde, kann man sich mit nur einem Piks gleichzeitig vor Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio schützen.
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