Hausmittel bei Erkältung

Inhalieren mit Salz, Kamille und Co.: Darauf kommt es an

Inhalationen gehören zu den beliebtesten Hausmitteln gegen Erkältungsbeschwerden, sie bessern eine verstopfte Nase und befeuchten trockene Schleimhäute. Spezielle Zusätze wie Campher, Pfefferminz- und Kiefernnadelöl machen das Inhalieren besonders wirksam. Erfahren Sie hier, welche Öle und Kräuter Linderung bringen und Sie wieder durchatmen lassen.

inhalieren bei erkältung
Mit bestimmten Zusätzen zu inhalieren kann Husten und Schnupfen lindern.
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Inhalieren bietet bei Schnupfen schnelle Hilfe. Das Beste: Man kann ein Kopfdampfbad ganz einfach zu Hause zubereiten, meistens sogar mit Zutaten, die man ohnehin im Küchenregal hat. Dazu braucht man lediglich eine Schüssel (oder einen Topf) mit heißem Wasser (rund 70 Grad) und ein Handtuch, das über den Hinterkopf gelegt wird. Zu den bewährten Inhalationszusätzen bei Erkältung zählen Eukalyptus-, Minz- und Thymianöl, aber auch unbehandeltes Salz.

Die besten Hausmittel gegen Erkältung

 

Abstand, Dauer, Häufigkeit: Das sollten Sie über das Inhalieren wissen

Den idealen Abstand beim Inhalieren bestimmen Sie selbst: Sie sollten mit dem Gesicht gerade so nah an der Wasseroberfläche sein, dass es nicht auf der Haut brennt, die Dämpfe aber gut die Nase erreichen. Dabei ruhig und gleichmäßig tief durch die Nase ein- und durch den Mund wieder ausatmen. Auf diese Weise gelangt der wohltuende Wasserdampf in die Bronchien und zur Nasenschleimhaut.

Was die Anzahl der Inhalationen angeht, gibt es im Grunde keine Beschränkung – man kann ohne Bedenken mehrmals täglich inhalieren, die Dauer sollte jeweils rund fünf bis zehn Minuten betragen. Bewährt hat es sich, sich morgens und abends ein wohltuendes Dampfbad zu gönnen und danach eine halbe Stunde zu ruhen.

Nebenwirkungen: Wer darf nicht inhalieren?

Asthmatiker sollten jedoch von Zusätzen mit ätherischen Ölen wie Menthol oder Campher (Kampfer) Abstand nehmen. Auch Babys und Kinder können von solchen Zusätzen Atemnot bekommen.

Eine weitere Gefahr beim Inhalieren besonders für Kinder stellen zudem Verbrühungen dar. Am besten eignen sich deshalb spezielle Tisch-Inhalatoren, weil sie nicht umkippen können und die Dämpfe die Augen nicht reizen. Solche Dampfgeräte gibt es zum Beispiel in Apotheken.

Spezielle Elektro-Inhalatoren gegen chronische Leiden sind auf ärztliches Rezept erhältlich. Diese erzeugen feinere Tröpfchen, die weiter in die Atemwege vordringen als normaler Wasserdampf.

Inhalieren: Welche Zusätze helfen wogegen?

Je nach Anwendungsgebiet empfehlen sich beim Inhalieren verschiedene Zusätze. Die bewährtesten Mittel im Überblick:

  • Salzwasser: Dieses Hausmittel eignet sich bestens, um trockene Schleimhäute zu befeuchten und eine verstopfte Nase zu befreien. Es verflüssigt das Sekret und löst so festsitzenden Schleim. Für eine Salz-Inhalation einen Liter kochendes Wasser mit neun Gramm unbehandeltem (Meer-)Salz versetzen und warten, bis es noch etwa 70 Grad hat.

  • Kamille: Die bewährte Heilpflanze wirkt entzündungshemmend und beruhigt die Atemwege, wenn etwa Husten und Heiserkeit die Erkältung begleiten. Eine Handvoll Blüten auf einen Liter Wasser ergeben eine Inhalation.

  • Thymian: Das gesunde Gewürz hilft bei Atemwegsbeschwerden wie Bronchitis und Husten. Zum Inhalieren etwa einen Liter heißes Wasser mit einem Esslöffel Thymiankraut versetzen oder wenige Tropfen ätherisches Öl zugeben und die Dosis nach Bedarf steigern.

  • Salbei: Auch dieses Heilkraut beruhigt die Atemwege und kann Husten lindern. Eine Handvoll Blätter kommen auf einen Liter.

  • Eukalyptus: Zwei bis sechs Tropfen des ätherischen Öls wirken schleimlösend und erleichtern so das Abhusten von zähem Sekret.

  • Einige Tropfen Kiefernnadel-, Tannennadel- oder Latschenkiefer-Öl pro Liter Wasser desinfizieren sanft und lassen Sie wieder durchatmen.

  • Minze (Wirkstoff: Menthol) befreit ebenfalls die Atemwege und wirkt antibakteriell. Dazu drei bis fünf Tropfen ätherisches Öl oder eine Handvoll frische Minzblätter auf einen Liter Wasser geben.

  • Campher (auch: Kampfer) wirkt bronchienerweiternd und erleichtert das Abhusten. Genau wie Menthol unterstützt es eine freie Nasenatmung und verschafft ein kühlendes Gefühl. Hier reichen ebenfalls ein paar Tropfen pro Inhalation, die Dosierung kann bei Bedarf auf rund sechs Tropfen angehoben werden.

Vorsicht: Schwangere und Stillende sollten – ebenso wie Babys und Kinder unter sieben Jahren – nicht mit ätherischen Ölen wie Menthol, Campher, Thymian oder Eukalyptus inhalieren. Frauen in diesen Lebensphasen besprechen am besten mit ihrem Arzt, was bei der Inhalation zu beachten ist und welche Zusätze sich eignen.

Übrigens können Inhalationen nicht nur Erkältungssymptome lindern, sondern auch allergische Beschwerden wie einen juckenden Gaumen bei Heuschnupfen. Besonders profitieren Allergiker von einem Dampfbad mit Kochsalz, alternativ eignet sich Fenchelöl und unter Umständen Kamille, die jedoch die Augen reizen kann.

Erkältet? Das sollten Sie wissen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. März 2016
Quellen: Frau von Heute 52/2015; http://www.docjones.de/wirkstoffe/kampferbaum/kampfer-campher

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