Mythen rund um den grippalen Infekt
Erkältung: Mythos und Wahrheit
Über die Linderung und Behandlung einer Erkältung kursieren viele Gerüchte und Halbwahrheiten. Was stimmt nun wirklich? Lifeline klärt Sie auf.
Mythos 1: Antibiotika helfen bei Schnupfen
Stimmt in der Regel nicht. Der Schnupfen wird überwiegend durch Viren verursacht und nicht durch Bakterien. Da Antibiotika gegen Viren unwirksam sind, können sie bei einer Erkältung meist nichts ausrichten. Studien haben gezeigt: Die Heilungsdauer einer Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) unterscheidet sich mit und ohne Gabe von Antibiotika nicht. Trotzdem werden sie vielfach auf Verdacht verordnet – ohne den gewünschten Effekt.
Um zu verhindern, dass sich der Schnupfen festsetzt und auf die Nasennebenhöhlen ausweitet, müssen die Atemwege schnell wieder belüftet werden. Hier können pflanzliche Naturheilverfahren helfen. Antibiotika helfen ausschließlich bei einer bakteriellen Infektion der Atemwege.
Mythos 2: Küssen ist bei einer Erkältung tabu
Zwar werden beim Küssen durchaus Bakterien und Viren übertragen, doch die Gefahr, sich dabei anzustecken, ist gering. Das liegt vermutlich daran, dass die übertragenen Erkältungsviren mit dem Speichel in den Magen transportiert und dort zersetzt werden. Bei Husten und Schnupfen sollte also keinesfalls Kussverbot gelten. Im Gegenteil: Küssen ist sogar gesund, denn es kurbelt die Arbeit des Immunsystems an. Durch den Austausch unterschiedlicher Bakterien wird die Produktion von Antikörpern angeregt und die Abwehr gestärkt.
Mythos 3: Taschentücher sind ansteckend
Stimmt! An dem eigenen benutzten Taschentuch kann man sich jedoch nicht erneut anstecken. Denn der Körper ist rund sechs Wochen gegen den Virustyp der aktuellen Erkältung immun. Andere Personen können sich jedoch durchaus an fremden Taschentüchern infizieren. Aus diesem Grund gehören benutzte Tempos direkt in den Müll.
Mythos 4: Nase hochziehen ist ungesund
Die Nase hochzuziehen ist unfein und wird zumeist als schlechtes Benehmen angesehen. Ob das Nasensekret hochgezogen oder in ein Taschentuch geschnäuzt wird, macht aus gesundheitlicher Sicht keinen Unterschied. Ungesund ist, wenn Sie zu kräftig und zu intensiv schnäuzen. Kräftiges Schnäuzen führt zu einem enormen Druckaufbau im Nasen-Rachen-Raum, der häufig zehnmal so stark ist wie das Niesen. Das Naseputzen drückt das Sekret nicht nur Richtung Nasenausgang, sondern auch in die Nasennebenhöhlen. Die Viren können sich verbreiten und eine Nasennebenhöhlenentzündung auslösen. Sie sollten immer sanft in ein Taschentuch schnäuzen und dabei jeweils ein Nasenloch zuhalten.
Mythos 5: Vitamin C beugt einer Erkältung vor
Das ist ein Irrtum. Der Mensch braucht Vitamin C für ein funktionierendes Immunsystem. Eine vorbeugende Wirkung gegen eine Erkältung durch die vermehrte Einnahme von Vitamin C konnte allerdings nicht nachgewiesen werden. Die Vitamin-Menge, die über die tägliche Nahrung aufgenommen wird, ist völlig ausreichend. Überschüssiges Vitamin C scheidet der Körper ungenutzt aus.
Es gibt so manche Irrtümer über die Gesundheit - hier gibt es Aufklärung: Welche Irrtümer über die Gesundheit grassieren mindestens so erfolgreich wie die alljährliche Grippe.
Mythos 6: Sauna fördert den Heilprozess
Die Erkältung in der Sauna ausschwitzen? Nein. Regelmäßige Saunagänge stärken das Immunsystem und beugen einer Erkältung vor. Sind Schnupfen und Husten bereits ausgebrochen, wird die Abwehr durch Hitze und das kalte Duschen zusätzlich geschwächt und der Körper stark belastet. Wohltuende Wärme spendet ein kurzes Erkältungsbad. Die Badetemperatur sollte zwischen 35 und 38 Grad Celsius liegen, die Badedauer bei 20 Minuten. Bei Fieber ist von einem heißen Bad unbedingt abzuraten.
Mythos 7: Sport schadet bei Erkältung nicht
Stimmt nicht. Sport kann den erkrankten Körper weiter schwächen und es drohen ernsthafte Folgeerkrankungen wie eine Bronchitis, Lungen- oder Herzmuskelentzündungen. Kurieren Sie Ihre Erkältung vollständig aus, bevor Sie aktiv werden. Bei einer Erkältung werden Spaziergänge und leichte Bewegung an der frischen Luft empfohlen.
Mythos 8: Heißer Grog lindert die Symptome
Wer diesen Ratschlag bei Atemwegsinfekten befolgt, beansprucht seinen Körper zusätzlich. Der Grund: Alkohol erweitert die Blutgefäße und Erreger können sich schneller ausbreiten. Außerdem schwächt Alkohol das Immunsystem. Effektiv gegen die Beschwerden einer Erkältung wirken pflanzliche Sekretolytika, also schleimlösende Mittel. Zudem ist es wichtig, ausreichend zu trinken – Wasser, Kräutertee und Vitamin C-haltige Getränke. Denn die Immunzellen der Nasen- und Rachenschleimhaut können wirkungsvoller arbeiten, wenn die Schleimhäute ausreichend feucht sind.
Mythos 9: Kälte verursacht einen Schnupfen
Der Begriff Erkältung ist im Grunde irreführend. Nicht die Kälte löst eine Erkältung aus, sondern Viren. Trotzdem leiden im Winter mehr Menschen an einer Erkältung, denn die körpereigene Abwehr ist bei Kälte nicht so fit wie bei Wärme. Krankheitserreger können leichter in den Körper vordringen und Infekte auslösen. In geschlossenen Räumen kann die Anzahl der Viren in der Luft stark ansteigen. Regelmäßiges Lüften wirkt dem entgegen und senkt so das Ansteckungsrisiko. Außerdem verbessern Sie durch Lüften das Raumklima. Lüften Sie mindestens drei- bis viermal am Tag für jeweils zehn Minuten.
Mythos 10: Beim Niesen die Hand vor die Nase halten, schützt vor Ansteckung
Beim Niesen oder Husten die Hand vor Nase und Mund zu halten ist gut gemeint, schützt aber nicht vor einer Erkältung. Die Viren bleiben an Ihren Händen kleben. Berühren Sie nun Gegenstände oder Personen verbreiten sich die Krankheitserreger weiter. Husten oder Niesen Sie in ein Taschentuch oder in den Ärmel, um Ihre Hände sauber zu halten und wenden Sie sich von anderen Personen ab. Ihre Hände berühren dennoch täglich Gegenständen und Menschen, an denen Viren haften. Schnell gelangen Sie über Ihre Hände auf die Schleimhäute von Nase und Mund. Waschen Sie Ihre Hände daher regelmäßig – als vorbeugende Maßnahme gegen die Erkältung.
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