Von Anis bis Thymian: Hilfe aus der Natur

Mit Heilpflanzen gegen die Erkältung

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Die besten Heilpflanzen gegen eine Erkältung
Getty Images/Creatas RF

Kräuter und ätherische Öle sind ein sinnliches Erlebnis. In der klassischen Naturheilkunde geht man heute davon aus, dass in Heilpflanzen meist mehrere Stoffe gemeinsam eine Wirkung erzielen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Heilpflanzen vor, die Ihnen helfen eine Erkältung zu überstehen.

Ätherische Öle

Ätherische Öle aus Heilpflanzen können eine Wohltat bei einer Erkältung sein. Sie bestehen aus unterschiedlichen Stoffzusammensetzungen und wirken daher auf vielfältige Weise. Für die äußere Anwendung gilt: Weniger ist mehr! Niedrige Dosierungen der Öle haben bereits einen starken Effekt auf die Haut und Schleimhäute. Eine Überdosierung kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel führen. Kinder und Asthmatiker müssen bei der Anwendung ätherischer Öle besonders vorsichtig sein.

Anis (Pimpinella anisum): Das aus den Früchten gewonnene Anisöl wird aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung bei Husten eingesetzt. Außerdem hat das Öl eine antibakterielle Wirkung. Anis regt die Speichel- und Magensaftproduktion an und wird auch bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Magenkrämpfen angewandt. Anis wird in Form von Teemischungen oder Kapseln angeboten.

Eukalyptusöl (Eucalypti aetheroleum): Das ätherische Öl wird aus den frischen Blättern und Zweigen unterschiedlicher Eukalyptusarten gewonnen. Das ätherische Öl besteht aus mindestens 70 Prozent Cineol (Eucalyptol). Die Inhalation der Heilpflanze Eukalyptus hat eine antiseptische Wirkung bei einer Erkältung mit starken Halsschmerzen und Bronchitis. Es hemmt das Wachstum von Bakterien und Viren, wirkt schleimlösend und erleichtert das Abhusten von Bronchialsekret. Der kühlende Effekt des Cineol vermittelt das Gefühl einer verbesserten Nasenatmung.

Eukalyptusöl ist hoch konzentriert. Um eine Überdosierung zu vermeiden dürfen immer nur sehr geringe Mengen verwendet werden. Das Öl wird in Form von Salben, Hustenbonbons, Badezusatz oder Inhalationspräparaten angeboten. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es besonders milde Eukalyptuspräparate.

Eukalyptusöl darf bei Entzündungen des Magen-Darm-Bereichs und der Gallenwege sowie bei Lebererkrankungen nicht angewandt werden. Bei Säuglingen und Kindern das Eukalyptusöl nicht im Gesicht auftragen. Es besteht die Gefahr eines Glottiskrampf*.

Bitter-Fenchel: Das ätherische Öl des Fenchels hat nach der Heilpflanzen-Kunde bei einer Erkältung eine schleimlösende und auswurffördernde Wirkung. Zudem hemmt es das Wachstum der Bakterien. Bei Magenschmerzen wirkt das Öl krampflösend und blähungshemmend. Außerdem steigert es die Magensaftsekretion. In der Kräuterheilkunde wird vor allem die Frucht des Bitterfenchels genutzt. Die milde Frucht ist auch für Säuglinge und Kinder geeignet. Am besten wirkt der Fenchel als Tee.

ABC: F wie Fenchel

Fenchelsamen enthalten ein hochwirksames ätherisches Öl, das Blähungen löst, den Appetit anregt sowie die Verdauung und Nierentätigkeit fördert.

Fichtennadelöl: Aus den frischen Nadeln der Fichte wird das ätherische Öl gewonnen. Es hat eine schleimlösende und antibakterielle Wirkung auf die Bronchialschleimhaut und wird daher bei Infektionen der oberen und unteren Atemwege angewandt. Bei Asthma, obstruktiver Bronchialerkrankung und Keuchhusten sollte das Öl nicht eingesetzt werden.

Pfefferminzöl: Die Blätter der Pfefferminze enthalten das ätherische Öl Menthol. Pfefferminzöl wird zur Behandlung von Kopfschmerzen und Erkältung eingesetzt. Das ätherische Öl der als Heilpflanze bekannten Pfefferminze wirkt stark entzündungshemmend, beruhigt die Nasenschleimhaut und erleichtert das Durchatmen. Pfefferminz eignet sich auch zur Behandlung von Beschwerden im Magen- und Darmbereich. Es hat eine krampflösende und blähungstreibende Wirkung und führt zu einer gesteigerten Gallensekretion. Bei Gallenblasenentzündungen, Verschluss der Gallenwege und Lebererkrankungen sollte das Pfefferminzöl nicht eingesetzt werden. Achtung! Bei Säuglingen und Kindern das Pfefferminzöl nicht im Gesicht auftragen. Es besteht die Gefahr eines Glottiskrampfs*.

Thymian:  Thymiankraut ist eine wichtige Heilpflanze zur Behandlung der Erkältung. Es hat eine schleimlösende Wirkung und fördert das Abhusten von Bronchialschleim. Durch eine krampflösende Wirkung wird Thymiankraut bei starkem Reizhusten zur Linderung der Hustenanfälle eingesetzt. Der Hauptbestandteil des ätherischen Öls ist das Thymol. Es ist bekannt für seine antibakterielle und antiseptische Wirkung. Thymian ist in Hustenpräparaten enthalten und wird auch in Form von Gurgellösungen angeboten.

Efeu: Die Blätter des Efeus haben eine schleim- und krampflösende Wirkung. Sie werden bei Infektionen der unteren und oberen Atemwege, Husten und Bronchitis empfohlen. Das Extrakt der Efeublätter wird auch zur Behandlung von Cellulitis (Orangenhaut) angewandt und ist in zahlreichen kosmetischen Produkten enthalten.

Bei Atemwegserkrankungen werden nur alkoholisch-wässrige Extrakte eingesetzt, kein Efeublättertee! Der Verzehr frischer Efeublätter und vor allem die schwarzen Efeufrüchte sind giftig und können u.a. schwere Hautausschläge verursachen! Aus diesem Grund dürfen nur Fertigarzneimittel verwendet werden. Extrakte aus Efeublättern finden Sie in Form von Säften, Tropfen oder Zäpfchen, die auch für Kinder geeignet sind. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie keine Efeupräparate anwenden, da keine ausreichenden Erfahrungen über die Wirkung von Efeu während der Schwangerschaft vorliegen. Säuglinge sollten Efeupräparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Kamille: Bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute werden Zubereitungen aus Kamillenblüten empfohlen. Die Anwendungsbereiche der Kamille sind vielfältig. Im Vordergrund der Heilwirkung steht ihre entzündungshemmende Wirkung. Auch bei Magen-Darm-Erkrankungen, Entzündungen der Mund-, Stirn- und Nasennebenhöhlen, Infekten im Anal und Genitalbereich und Menstruationsbeschwerden und natürlich bei der klassischen Erkältung ist die Kamille eine wirkungsvolle Heilpflanze. Die Kamille ist in Form von Teeaufgüssen, Spül- und Gurgellösungen, Salben und Kosmetikprodukten erhältlich. Bei einem Teeaufguss sollte darauf geachtet werden, dass die Kamille den Bestimmungen der Arzneibücher entspricht, nur dann ist ein hoher Gehalt der wertvollen Inhaltsstoffe gewährleistet.

Eibisch: Blätter und Wurzeln des Eibischs haben eine reizmildernde Wirkung bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums sowie bei Reizhusten. Auch bei leichten Entzündungen der Magenschleimhaut zeigt der Eibisch eine heilende Wirkung. Die Blätter und Wurzeln des Eibischs sind in Hustenpräparaten und Teemischungen enthalten. Ein frischer Tee aus Eibisch sollte immer kalt zubereitet werden, da eine Hitzeanwendung die Wirkung der Schleimstoffe verringert. Bei produktivem Husten (Husten mit Auswurf) ist die Behandlung mit Eibisch nicht empfehlenswert, denn das Abhusten wird beeinträchtigt. Schleimlösende Heilpräparate sind dann zu bevorzugen. Diabetiker sollten Eibisch nur nach ärztlicher Absprache einnehmen. Der Heilpflanze wurde in einigen Studien eine blutzuckersenkende Wirkung nachgewiesen.

Malve: Die Blüten und Blätter dieser Heilpflanze wirken bei einer Erkältung reizlindernd bei Schleimhautentzündungen in Mund und Rachenraum und bei trockenem Reizhusten. Teeaufgüsse mit Malvenblättern oder -blüten wirken hustenstillend. Bei produktivem Husten ist die Malve daher nicht empfehlenswert.

Spitzwegerich: Spitzwegerich wird zur Behandlung von Erkältungen sowie Mund- und Rachenentzündungen eingesetzt. Außerdem hat der Frischpflanzensaft des Spitzwegerichs eine antibakterielle Wirkung und wirkt reizmildernd bei Husten.

Huflattich: Huflattichblätter wirken reizmindernd bei Husten, Heiserkeit und Entzündungen des Mund- und Rachenraums. Aufgrund der leberschädigenden Wirkung und teilweise giftigen Inhaltsstoffe wird Huflattich kaum noch verwendet. Hustenpräparate, die Huflattich enthalten, müssen strenge Grenzwerte beachten, deren Höhe aus der Packungsbeilage ersichtlich ist. Aus Sicherheitsgründen sollte die Anwendung der Präparate bei einer Erkältung auf vier bis sechs Wochen pro Jahr begrenzt werden. Auch wenn er als Heilpflanze gilt: Säuglinge und Kinder dürfen die Hustenpräparate mit Huflattich nicht einnehmen. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie von Präparaten mit Huflattich Abstand halten.

Glossar

Glottiskrampf: Ein Glottiskrampf (auch als Laryngospasmus bezeichnet) ist ein Stimmritzenkrampf. Die Verkrampfung der Stimmritze des Kehlkopfes kann zu einem Verschluss der Atemwege führen.

Autor: Springer Medizin, überarbeitet von Verena Horsthemke
Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2012
Quellen: Wiesenauer M: PhytoPraxis. Kapitel 2: Erkrankung der unteren Atemwege. 3 Auflage 2008, Springer Medizin Verlag, Heidelberg.

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