Erkältung und Grippe

Atemwegserkrankungen: Fakten und Gerüchte

Fakten und Gerüchte rund um Atemwegserkrankungen
Atemwegserkrankungen - was ist wahr, was nicht?
(c) Stockbyte

Bei einer Erkältung und Atemwegserkrankungen gibt es scheinbar viele Möglichkeiten, diese zu kurieren oder eine Ansteckung zu vermeiden. Doch zum einen haben gut gemeinte Tipps und Ratschläge für die Genesung oft nicht den gewünschten Erfolg. Zum anderen sind einige Vorsichtsmaßnahmen unangebracht und überflüssig. Wir haben verbreitetes Alltagswissen rund um Husten und Schnupfen unter die Lupe genommen und auf seinen Wahrheitsgehalt hin untersucht.

Antibiotika helfen bei Schnupfen

Stimmt so pauschal nicht, denn in der Regel wird ein Schnupfen durch Viren ausgelöst und nicht durch Bakterien. Da Antibiotika gegen Viren unwirksam sind, können sie bei einer Erkältung meist nichts ausrichten. Studien haben z. B. gezeigt: Die Heilungsdauer einer Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) unterscheidet sich mit und ohne Gabe von Antibiotika nicht. Trotzdem werden sie vielfach auf Verdacht hin verordnet - allerdings ohne den gewünschten Effekt. Um zu verhindern, dass sich der Schnupfen festsetzt und auf die Nasennebenhöhlen ausweitet, müssen jedoch die Atemwege schnell wieder belüftet werden.

Küssen ist bei Erkältung tabu

Zwar werden beim Küssen durchaus Bakterien und Viren übertragen, doch die Gefahr, sich dabei anzustecken, ist gering. Das liegt vermutlich daran, dass die übertragenen Erkältungs-Viren mit dem Speichel in den Magen transportiert und dort zersetzt werden. Bei Husten und Schnupfen sollte also keinesfalls Kussverbot gelten. Im Gegenteil: Küssen ist sogar gesund, denn es kurbelt die Arbeit des Immunsystems an. Durch den Austausch unterschiedlicher Bakterien wird die Produktion von Antikörpern angeregt und die Abwehr gestärkt.

Taschentücher sind ansteckend

Stimmt teilweise. An seinem eigenen benutzten Taschentuch kann man sich nicht erneut anstecken. Denn der Körper ist rund sechs Wochen gegen den Virus-Typ immun, der die aktuelle Erkältung ausgelöst hat. Andere Personen allerdings können sich an unserem Taschentuch infizieren. Aus diesem Grund gehören benutzte Tempos direkt in den Müll.

Nase hochziehen ist ungesund

Früher war Nase hochziehen absolut verpönt, wurde als schlechtes Benehmen angesehen und galt als ungesund. Auch heute sollte man in der Öffentlichkeit lieber putzen statt hochziehen, obwohl Hochziehen nach heutigen Erkenntnissen die gesündere Alternative ist. Denn beim kräftigen Auspusten entsteht ein extrem hoher Druck, der das entzündliche Sekret in die Nasennebenhöhlen pressen kann. Die Folge: eine schmerzhafte Nasennebenhöhlenentzündung. Beim Nase putzen sollte deshalb nie gleichzeitig durch beide Nasenlöcher geschnäuzt werden, sondern nacheinander. So wird der Druck erheblich abgeschwächt und die Gefahr einer Rhinosinusitis reduziert. Krankheitssymptome wie ein Druckgefühl im Kopf oder hartnäckiger Schnupfen klingen dank der hochwirksamen therapeutischen Eigenschaften innerhalb weniger Tage ab.

Vitamin C beugt Erkältungen vor

Auch hier handelt es sich um einen Irrtum. Zwar braucht der Mensch Vitamin C für ein funktionierendes Immunsystem, eine direkte präventive Wirkung konnte allerdings wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Meist ist die Vitamin-Menge, die über die tägliche Nahrung aufgenommen wird, völlig ausreichend. Überschüssiges Vitamin C scheidet der Körper ungenutzt aus.

Sauna fördert den Heilungsprozess

Die Erkältung in der Sauna ausschwitzen - dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Regelmäßige Saunagänge sind zwar zur Stärkung des Immunsystems, also zur Vorbeugung einer Erkältung und Atemwegserkrankung, sinnvoll. Hat es einen aber bereits erwischt, wird die Abwehr durch die Hitze und das kalte Duschen zusätzlich geschwächt und der Körper stark belastet. Wohltuende Wärme spendet dagegen ein kurzes Erkältungsbad. Die Badetemperatur sollte zwischen 35° und 38° liegen, die Badedauer bei 20 Minuten.

Sport schadet bei Erkältung nicht

Leider stimmt diese Aussage nicht. Sport kann bei einer Erkältung den Körper weiter schwächen, und es drohen ernsthafte Folgeerkrankungen wie Mandelentzündung, Bronchitis oder Herzmuskelentzündungen. Auch bei bester Gesundheit ist Sport nur dann zur Stärkung des Immunsystems sinnvoll, wenn der Organismus dabei nicht zu stark beansprucht wird. Wer zu häufig bis an die eigene Leistungsgrenze hin trainiert, überfordert seine Abwehrkräfte.

Heißer Grog lindert die Symptome

Wer diesen Ratschlag bei Atemwegserkrankungen befolgt, beansprucht seinen Körper zusätzlich. Der Grund: Alkohol erweitert die Blutgefäße, wodurch sich Viren und Bakterien schneller ausbreiten können. Wichtig ist zwar ausreichend zu trinken - allerdings keinen Grog, sondern Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen. Denn die Immunzellen der Nasen- und Rachenschleimhaut können wirkungsvoller arbeiten, wenn sie feucht sind.

Kälte verursacht einen Schnupfen

Diese Behauptung ist so nicht richtig. Denn noch nie konnte ein direkter Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung festgestellt werden. Fakt ist: Wenn wir uns bereits erkältet haben, frieren wir. Erkältungen fangen wir uns durch den Kontakt mit erkälteten Personen ein, nicht aber durch einen Spaziergang mit nassen Haaren oder zu dünner Kleidung. Frieren kann jedoch die Abwehr schwächen. Die Gefäße der Nasen- und Rachenschleimhaut verengen sich und Krankheitserreger können leichter eindringen. Dass in den Wintermonaten mehr Menschen einen Schnupfen haben als im Sommer hängt aber nicht mit der Kälte zusammen, sondern damit, dass in überheizten und schlecht gelüfteten Räumen ideale Bedingungen für Erkältungsviren herrschen. Deshalb ist regelmäßiges Stoßlüften wichtig.

Beim Niesen die Hand vor die Nase halten schützt vor Ansteckung

Es gehört zum guten Ton, beim Niesen die Hand vor die Nase zu halten, damit andere sich nicht anstecken. Doch diese Umgangsform schadet mehr, als dass sie nützt. Die Viren und Bakterien bleiben an den Händen haften und können dort mehrere Stunden überleben. Durch Händeschütteln oder auch den Kontakt mit Telefonhörern oder Türklinken wird die Infektionskette fortgesetzt. Die Erreger werden auf weitere Personen übertragen und gelangen über die Nasenschleimhäute in den Körper. Bessere Alternative als in die Hand zu niesen: Das Gesicht beim Niesen wegdrehen. Guten Schutz vor einer Ansteckung bietet übrigens regelmäßiges und gründliches Händewaschen.

Tipps gegen Husten

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2013
Durch: sl / Lifeline

Übersicht: Erkältung
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Selbsttest: Schnupfen oder mehr?

Nur ein Schnupfen oder mehr? Klarheit gibt unser Test.

zum Test
Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang