Verfälschte Messergebnisse sind vermeidbar

Die häufigsten Fehler bei der Blutzuckermessung

Moderne Blutzuckermessgeräte erleichtern heute die regelmäßige Blutzuckerkontrolle enorm. Dennoch gibt es immer wieder Messungenauigkeiten, die auf unterschiedliche Fehler bei der Messung zurückzuführen sind.

Die häufigsten Fehler bei der Blutzuckermessung
Blutzuckermessung: Ungewaschene Hände können das Ergebnis verfälschen.
(c) iStockphoto

Ungewaschene Hände, noch feuchte Finger oder auch die Einnahme bestimmter Medikamente – es gibt genügend Faktoren, die zu einer Verfälschung der Messergebnisse führen können. Damit Sie wissen, worauf es in Punkto Messgenauigkeit ankommt, hier ein kurzer Überblick über die häufigsten Fehlerquellen, die Diabetiker begehen.

Ungewaschene Hände und feuchte Finger

Eine häufige Ursache für Messfehler sind schmutzige oder feuchte Finger. Besonders zuckerhaltige Speisereste führen dabei zu falsch hohen Messergebnissen. Daher ist gründliches Händewaschen und Abtrocknen vor der Messung wichtig. Ein Desinfizieren der Hände mit Alkohol ist jedoch nicht angeraten, da auch dies die Messergebnisse stören kann.

Blutabnahme: Zu starkes Pressen der Fingerbeere

Die Fingerbeere sollte nicht zu stark gepresst werden, da sonst Gewebewasser das Blut verdünnen und so zu einem ungenauen Messergebnis führen kann.

Teststreifen: Haltbarkeit überschritten oder falsche Lagerung

Weitere Fehlerquellen können abgelaufene oder falsch gelagerte Teststreifen sein. Kratzer auf der Oberfläche, etwa bei Aufbewahrung außerhalb der Originalpackung, zu hohe Feuchtigkeit sowie extreme Temperaturen können das Ergebnis beeinflussen und sollten vermieden werden. Ein weiterer Einflussfaktor ist ein niedriger Sauerstoffpartialdruck (zum Beispiel bei Messung in größeren Höhen), der bei amperometrischen Teststreifen (Amperometrie) zu falsch niedrigen Messwerten führen kann.

Falsche oder nicht erfolgte Codierung

Bei den meisten derzeit verfügbaren Messsystemen ist vor der ersten Messung mit Teststreifen einer neuen Packung die Codierung notwendig. Dies geschieht entweder manuell durch die Eingabe der Codenummer auf der Teststreifenpackung, mithilfe mitgelieferter Codechips oder das System erkennt den Code der Teststreifen beim Einlegen automatisch. Eine falsche oder fehlende Codierung der Teststreifen hat Einfluss auf die Messergebnisse. Einige moderne Messgeräte funktionieren allerdings heute auch ohne Codierung – diese Fehlerquelle kann also mitunter durch die Wahl des Gerätes vermieden werden.

Falsche Kalibrierung (Einstellung) des Blutzuckermessgeräts

Es ist zu prüfen, ob das Messgerät auf Vollblut oder Plasma bzw. Serum kalibriert („eingestellt“) ist. Nach Empfehlung der internationalen Fachgesellschaft für klinische Chemie (International Federation of Clinical Chemistry) soll die Blutglukose zukünftig weltweit nur noch als Plasmawert angegeben werden (Plasmakalibrierung). Wichtig ist auch die richtige Einheit: Es gibt Unterschiede zwischen mg/dL und mmol/L.

Beeinflussung des Messergebnisses durch Hämatokrit-Werte

Auch hohe Hämatokritwerte, wie sie bei Polyzythämie (bösartige Erkrankung des Knochenmarks) oder Neugeborenen vorkommen, können zu falsch niedrigen Werten führen. Umgekehrt können bei niedrigen Hämatokritwerten (z.B. bei Blutarmut aufgrund einer chronischen Nierenerkrankung oder nach häufigen Aderlass-Behandlungen) falsch hohe Werte entstehen. Messgeräte der neueren Generation messen den Hämatokrit und korrigieren das BZ-Messergebnis entsprechend.

Medikamentöse Störfaktoren beim Diabetes-Management

Unterschiedliche Medikamente oder Vitamine können mitunter das Messergebnis verfälschen. Dazu gehören unter anderem

  • Vitamin C
  • Paracetamol
  • Acetylsalicylsäure (ASS), zum Beispiel Aspirin
  • Heparin

Sprechen Sie darüber auch mit Ihrem behandelnden Arzt

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2012
Quellen: IN|FO|DIABETOLOGIE 2009; Vol. 3, Nr. 5: 38-41

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