Behandlung

Antidepressiva – Depressionen effektiv lindern

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Zur Therapie gegen Depressionen werden Antidepressiva eingesetzt.
(c) Thinkstock

Je nach Dauer und Intensität der Depression erfolgt eine medikamentöse Therapie mit Antidepressiva. Dafür stehen eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, die gezielt eingesetzt werden: Sie können in akuten Krisen helfen, einen stabilen Zustand erhalten oder Betroffene vor einem Rückfall bewahren.

Therapie bei Depression

Je nach Ausprägung werden für die Therapie einer Depression Medikamente eingesetzt. Bei leichten Depressionen stehen psychotherapeutische Maßnahmen im Vordergrund der Therapie. Die Entwicklung von Strategien zur Problemlösung oder spezifischen Kurzzeit-Psychotherapien können mitunter ausreichen, einen stabilen Zustand wieder herzustellen. Gegebenenfalls können bei leichten Depressionen auch pflanzliche Antidepressiva wie Johanniskraut unterstützend eingenommen werden.

Bei der Therapie einer mittelschweren bis schweren Depression hingegen hat sich die Gabe von synthetischen Antidepressiva zusätzlich zur Psychotherapie bewährt. Nach Ansicht zahlreicher Experten ist sie sogar unverzichtbar, um den Patienten überhaupt erst in die Lage zu versetzen, psychische, zwischenmenschliche und soziale Belastungen zu bearbeiten.

Arten von Antidepressiva

Es gibt heute vielfältige Arten von Antidepressiva, die meist nicht nur einen stimmungsaufhellenden Effekt haben, sondern häufig auch angstlösend, antriebssteigernd oder auch antriebsdämpfend wirken. Hier gibt es von Wirkstoff zu Wirkstoff Unterschiede, die je nach Indikation individuell genutzt werden können.

Grundsätzlich unterscheidet man pflanzliche von synthetischen Antidepressiva. Unter den pflanzlichen Antidepressiva mit leicht stimmungsaufhellendem Effekt spielt vor allem Johanniskraut eine wichtige Rolle.

Zu den synthetischen Antidepressiva zählen verschiedene Gruppen, die meist einen direkten Einfluss auf den Hirnstoffwechsel nehmen.

Hier einige der wichtigsten Gruppen in der Übersicht:

  • Tri- und tetrazyklische Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Doxepin)
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Citalopram, Praoxetin, Trazodon)
  • Selektive Nordadrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Reboxetin)
  • Noradrenalin-Serotonin-WIederaufnahmehemmer (z.B. Venlafaxin)
  • Atypische Antidepressiva (z.B. Mitrazapin)

Grundsätzlich können Nebenwirkungen bei Antidepressiva nicht ausgeschlossen werden. Manche Nebenwirkungen verschwinden nach gewisser Einnahmedauer, andere halten eventuell an, so dass unter Umständen der Wechsel auf ein anderes Präparat notwendig werden kann.

Einnahmebeginn und Einnahmedauer

Ziel der Akuttherapie ist es, depressive Symptome zu mildern. Üblicherweise Üblicherweise - Unterschiede gibt es von Präparat zu Präparat - wird mit einer „Einschleichphase" begonnen: Das Präparat wird einige Tage in halber Dosierung (z. B. 1/2 Tablette) genommen, bevor auf die volle Dosierung (z. B. 1 Tablette) umgestiegen wird. Die Akuttherapie dauert in der Regel acht bis zwölf Wochen. Bessern sich die Symptome nach drei bis vier Wochen nicht, sollte ein anderes Präparat versucht werden.

Wer zu früh sein Antidepressivum absetzt, erschwert die komplette Heilung und fördert Rückfälle. Wenn die Behandlung sofort beendet wird, sobald es dem Patienten besser zu gehen scheint, tritt die Depression in etwa 50 Prozent der Fälle wieder auf. Deshalb ist nach der offensichtlichen Erholung von der depressiven Phase eine sogenannte Erhaltungstherapie notwendig.

Stabilisierung durch Medikamente

Je länger eine Depression besteht, desto höher ist die Rezidivgefahr. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass die Fortsetzung der Behandlung nach der Genesung das Risiko für einen Rückfall reduziert. Demzufolge geben aktuelle Richtlinien die Empfehlung, die Behandlung mit Antidepressiva in unveränderter Dosis für mindestens vier bis sechs Monate, eventuell zwölf Monate fortzuführen, bevor mit dem langsamen „Ausschleichen" (schrittweises Senken der Dosis, was bei den meisten Antidepressiva notwendig ist) begonnen wird. Das Risiko für einen Rückfall scheint bei drohendem oder chronischem Stress zu steigen. In solchen Fällen ist häufig eine längere Behandlungsdauer erforderlich.

Mit Medikamenten in der Therapie einer weiteren Depression vorbeugen

Grundsätzlich können depressive Symptome wiederkehren. Eine vorbeugende Behandlung (Verlinkung) kann deshalb sehr wichtig sein. Eine nachhaltige Heilung hängt aber auch von der Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen ab. Bei vielen ist die Depression eine chronische Erkrankung. Die Jahre – nicht selten das weitere Leben – andauernde Prophylaxe wird daher zum Schutz vor dem Wiederauftreten depressiver Phasen gegeben. Sie wird nicht universell allen Patienten empfohlen, sondern bleibt jenen mit großem familiären Risiko für Rezidive bzw. hohem suizidalen Risiko vorbehalten. Ebenso sollte sie bei Patienten eingeleitet werden, die bereits drei (schwere) depressive Episoden durchgemacht haben oder in den vergangenen fünf Jahren zwei (schwere) Episoden durchgemacht haben. Die Therapie einer Depression mit Antidepressive ist mehr als die bloße Einnahme von Arzneimitteln. Die Wirksamkeit und der damit verbundene Behandlungsfortschritt müssen regelmäßig vom Facharzt überprüft werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2012
Quellen: Literatur beim Verfasser Stand: 22.12.2011

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