Zur Diagnose und Früherkennung

Darmkrebs: Diagnose

Die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs als auch zur Vorsorge ist die Darmspiegelung, bei der Veränderungen im gesamten Dickdarm aufgespürt werden können.

Koloskopie ist die effektivste Vorsorge
Die Koloskopie ist die effektivste Untersuchungsmethode bei der Diagnose von Darmkrebs als auch bei der Früherkennung von Darmkrebs.
Felix Burda Stiftung

Der erste wichtige Schritt bei der Diagnose von Darmkrebs als auch bei einer Vorsorgeuntersuchung ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt (Anamnese). Wichtig sind dabei bereits vorhandene Beschwerden, aber auch Informationen darüber, ob in der Familie bereits Fälle von Darmkrebs aufgetreten sind, um ein mögliches familiäres Risiko für die Erkrankung abschätzen zu können.

Während der Tastuntersuchung nicht verkrampfen

Ein Teil der Darmtumoren kann durch eine Tastuntersuchung des Enddarms (digitale rektale Untersuchung) entdeckt werden. Dabei tastet der Arzt mit dem Finger den Enddarm über den After ab und kann so  Schleimhautvorwölbungen (Polypen) oder Tumoren erfühlen. Manche Patienten mögen dies als peinlich empfinden. Doch für den Arzt ist die Untersuchung reine Routine. Je weniger der Patient verkrampft, desto schneller wird er sie erledigen können. Ist der Beckenboden entspannt, bereitet die Untersuchung normalerweise auch keine Schmerzen. Während des Austastens trägt der Arzt einen dünnen, eingefetteten Handschuh.

Die Bauchdecke tastet der Arzt ebenfalls ab: Sollten sich im vorderen Darmbereich Tumore befinden, kann er sie auf diese Weise manchmal spüren. Mithilfe des Stethoskops stellt er zudem fest, ob die Darmgeräusche normal klingen oder Hinweis auf eine Erkrankung geben.

Ob Blut im Stuhl vorhanden ist, kann mit dem sogenannten Hämoccult-Test herausgefunden werden. Bei einer Laboruntersuchung des Stuhls wird dabei auch für das bloße Auge unsichtbares Blut entdeckt. Für den Test auf verstecktes (okkultes) Blut muss der Patient ein wenig Stuhl auf eine kleine Pappkarte streichen. Am besten holt er sich das Testbriefchen schon vor der Untersuchung und bringt es zum Arzttermin mit. Macht er den Test erst nach der Untersuchung, versäumt er leicht, ihn nachher abzugeben.

Wichtigste Untersuchung ist die Darmspiegelung

Die aussagekräftigste Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs als auch in der Vorsorgeuntersuchung ist die Darmspiegelung oder Koloskopie. Dabei führt der Arzt einen biegsamen, etwa 1,5 Meter langen Schlauch (Endoskop) über den After in den Darm ein. An der Spitze des Schlauchs befindet sich eine kleine Kamera, die Bilder aus dem Inneren des Darms liefert. So kann die Schleimhaut des gesamten Dickdarms beurteilt werden. Werden dabei Darmpolypen entdeckt, können diese mithilfe eines Zusatzinstruments direkt entfernt werden. Aus verdächtigen Veränderungen können Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden, die anschließend im Labor auf mögliche Krebszellen untersucht werden. Die Darmspiegelung und die Entnahme der Biopsien oder Polypen sind in der Regel schmerzlos.

Die Untersuchung ist für den Patienten verhältnismäßig aufwendig: Einen Tag zuvor muss er vier Liter Abführlösung trinken, bis der Darm nur noch klare Flüssigkeit ausscheidet. Die intensive Darmreinigung ist notwendig, damit der Arzt den Darm ungestört betrachten kann und sich keine Stuhlreste vor das Endoskop schieben.

Häufig erhalten die Patienten vor der Koloskopie ein Beruhigungsmittel, sodass sie sich hinterher am besten noch ein wenig in einem Ruheraum der Praxis ausruhen. Es ist zudem ratsam, sich abholen zu lassen, denn leichtes Schwanken ist durchaus noch möglich. Auto fahren ist selbstverständlich tabu.

Blutung und Perforation bei der Darm-CT nicht möglich

Zu bedenken ist auch, dass die Koloskopie mit einigen Risiken verbunden ist. Möglich sind – wenn auch nur in sehr seltenen Fällen – Blutungen, Verletzungen der Darmschleimhaut und ein Durchstoßen (Perforation) der Darmwand. Für manchen Patienten stellt sich also die Frage, ob er sich nicht lieber für eine Computertomographie (CT) entscheidet. Denn Komplikationen treten während dieser Untersuchung so gut wie gar nicht auf, da der Darm nicht angerührt wird. Das hat auch den Vorteil, dass der Patient kein Beruhigungsmittel braucht. Er kann nach der Untersuchung sofort nach Hause gehen.

Mit Hilfe verbesserter Softwareprogramme gelingt es zunehmend, die Zuverlässigkeit der virtuellen Koloskopie weiter zu erhöhen. Für eine sichere Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs und Darmpolypen gilt dennoch bisher die klassische endoskopische Darmspiegelung als aussagekräftigste Methode, da bei der klassischen Koloskopie auch sehr kleine oder entzündliche Veränderungen erkannt werden und entdeckte Polypen sofort entfernt werden können. Genauso wie vor einer normalen Darmspiegelung ist es auch bei der virtuellen Koloskopie notwendig, den Darm vorab zu reinigen, um die Sicht auf die Darmwand zu ermöglichen. Die virtuelle Koloskopie wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Die Röntgenuntersuchung des Darms mit Kontrasteinlauf, die in den 70er Jahren noch üblich war, gilt heute als überholt: Sie wurde weitgehend durch die Koloskopie abgelöst.

Keine Angst vor der Früherkennung

Viele Patienten nehmen die Darmkrebs-Früherkennung nicht wahr. Manche aus Gedankenlosigkeit, andere aus Furcht. Doch die normale Früherkennung ist unkompliziert und schmerzlos. Unangenehmer ist die Koloskopie, die Experten Risikopatienten empfehlen. Die Computertomographie kann hier eine Alternative sein: Sie findet ohne Schlauch statt.

Die normale jährliche Früherkennung, die ab einem Alter von 50 Jahren Kassenleistung ist, besteht aus einem Test auf verstecktes Blut im Stuhl und der Austastung des Enddarms.

Wenn der Test auf verstecktes Blut positiv ist oder im Enddarm Polypen zu spüren sind, schickt der Hausarzt den Patienten zur Koloskopie zu einem Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialist). Für den Patienten sollte dies jedoch kein Grund zur Panik sein: In 95 Prozent der Fälle ergibt die Darmspiegelung keinen ernsthaften Befund.

Eine Koloskopie kann auch als reine Vorsorge dienen. Experten raten jedem Patienten über 55 Jahren zu dieser Untersuchung. Zu bedenken ist nämlich: Bei immerhin 30 bis 50 Prozent aller US-Bürger über 50 Jahren finden sich Polypen im Darm. In Deutschland liegt der Anteil vermutlich in einem ähnlichen Bereich.

Was kostet die Vorsorge?

Bei familiärer Veranlagung zu Darmkrebs oder sonstigen besonderen Risiken werden alle Vorsorgeuntersuchungen schon bei jungen Menschen bezahlt. Grundsätzlich zahlen die gesetzlichen Krankenkassen den Okkultbluttest und die Austastung ab dem 50. Lebensjahr jährlich. Ab dem 55. Lebensjahr zahlen die Krankenkassen entweder eine Darmspiegelung die bei negativem Befund nach zehn  Jahren wiederholt werden kann oder zweijährig den Stuhltest.

Wie betreibe ich Darmkrebsvorsorge?

Sprechen Sie das Thema bei Ihrem Hausarzt, Internisten, Gynäkologen oder Urologen an. Klären Sie zuvor die früher und aktuell vorhandenen Krebserkrankungen in Ihrer Familie bezüglich dem Vorhandensein eines eventuellen familiären Risikos ab (siehe oben) und teilen Sie dies Ihrem Arzt mit. Der Arzt kann Ihnen einen Stuhltest ausgeben und Sie für weitere Untersuchungen an einen Facharzt/Gastroenterologen überweisen. Einen Stuhltest, den Sie zuhause auswerten können, erhalten Sie auch in Apotheken. Die Testergebnisse sollten Sie Ihrem Hausarzt mitteilen. Wichtig: Ein positives Testergebnis muss durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.

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Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2016
Durch: es

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